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Gebet des Manasse

Das Gebet des Manasse, Gebet Manasses oder Gebet Manasse ist eine Spätschrift des Alten Testaments (wissenschaftliche Abkürzung OrMan), benannt nach dem Manasse, dem König von Juda, von dessen Herrschaft die Königsbücher 2. Kön 21,1-18 EU) und die Chronikbücher 2. Chr 33,1-20 Lut) berichten.

Bei diesem Gebet handelt es sich um ein Bußgebet, das zwischen dem 2. Jahrhundert vor und dem 1. Jahrhundert nach Christus entstanden und erstmals im 3. Jahrhundert bezeugt ist. Es ist in griechisch und syrisch überliefert, die Originalsprache ist unsicher. In fünfzehn Versen des Textes hält Manasse nach der Gefangennahme durch die Assyrer Rückschau auf sein Leben, bekennt sich schuldig und bittet Gott um Vergebung der Sünden. Laut alttestamentlichen Quellen hatte er die Tora nicht gehalten. Demnach förderte er auch die Verehrung der Götter Baal und Aschera.

Das Gebet war Bestandteil bestimmter Editionen der griechischen Septuaginta, zum Beispiel im Codex Alexandrinus aus dem 14. Jahrhundert im Buch der Oden nach den Psalmen. Auch im Appendix der lateinischen Vulgata (1592) und in den Apokryphen der King James Bible erscheint es. In der Äthiopischen Bibel erscheint der Text innerhalb des 2. Buchs der Chronik. Das Buch erschien in altsyrischen, altslawischen, äthiopischen und armenischen Übersetzungen. Es wird sowohl von nahezu allen Juden, Katholiken als auch Protestanten als apokryph, von einigen orthodoxen Christen jedoch als deuterokanonisches Buch angesehen. In der orthodoxen Liturgie erscheint es als gesungenes Gebet in der Komplet.

Literatur

16. Jahrhundert
19. Jahrhundert
Neuere Sekundärliteratur