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Burg Stahleck (Bacharach)

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Burg Stahleck

Burg Stahleck

Entstehungszeit: 1135
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Erhalten oder wesentliche Teile erhalten
Ort: Bacharach
Geographische Lage 50° 3′ 29,49″ N, 7° 45′ 56,46″ O7Koordinaten: 50° 3′ 29,49″ N, 7° 45′ 56,46″ O
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Die Burg Stahleck liegt auf der linken Rheinseite bei Bacharach im Mittelrheintal im Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz, knapp 50 km südlich von Koblenz.

Sie beherbergt eine Jugendherberge, Innenbesichtigungen sind daher nicht möglich, es bietet sich aber eine gute Aussicht auf das Rheintal.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Burg Stahleck wurde als erste größere Burg nördlich von Rüdesheim und Bingen errichtet, um das Viertälergebiet um Bacharach zu sichern.

Geschichte

Erstmals urkundlich erwähnt wird die Burg 1102 als kurkölnisches Lehen auf der Hermann von Stahleck mit seinem Stiefbruder Heinrich II. von Katzenelnbogen aufwächst. 1138 wird Heinrich II. zum Grafen erhoben und 1142 wird Hermann Pfalzgraf bei Rhein. 1214 fällt Stahleck durch Erbheirat an die Wittelsbacher. In der Folgezeit treten die Grafen von Katzenelnbogen als Burggrafen auf Stahleck auf. 1328 werden die Burgen Stahleck, Stahlburg und Braunshorn von Erzbischof Baldewin von Trier und König Johann von Böhmen und Polen, Graf zu Luxemburg, für 11000 Pfund der Gräfin Loretta von Sponheim, Frau zu Starkenburg, dem Grafen Wilhelm I. von Katzenelnbogen anvertraut. [1]

1361 wird Werner Knebel von Katzenelnbogen Burgraf auf Burg Stahleck.

Die Burg blieb bis 1802 in wittelsbacher Besitz. Im Dreißigjährigen Krieg wird die Burg mehrfach erobert und verwüstet. Die reparierte Burg wird endgültig im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 zur Ruine, wie die meisten Burgen im Oberen Mittelrheintal.


Anfang des 19. Jahrhundert erwarb der preußische Kronprinz und spätere König Friedrich Wilhelm IV. die Burg, der sie 1829 seiner aus der Familie Wittelbach stammend Gattin Elisabeth schenkte. Vor der Besichtigung hatten eifrige Untertanen den "mittelalterlichen Schutt" planiert, so dass ein Wiederaufbau unterblieb. Erst ab 1909, als die Burg Eigentum des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V., Köln, wurde, begannen Sicherungsarbeiten an Ring- und Schildmauer. Ab 1925 wurde die Burg auf den Grundmauern des Palas bis 1935 nach Plänen des Architekten Ernst Stahl zur Jugendherberge wiederaufgebaut. Im Dritten Reich war auf Stahleck ein Jugendumerziehungslager eingerichtet. Vor allem luxemburgische Schüler und Studenten wurden dort wegen ihres Widerstands gegen Eindeutschung und Wehrpflicht interniert. Sie mussten dort auf Anordnung von Gustav Simon (Gauleiter) , Chef der Luxemburger NS-Zivilverwaltung an sogenannten "Erziehungs- und Schulungskursen" teilnehmen. Seit Kriegsende ist die Burg wieder Jugendherberge. Sie ist inzwischen vom Rheinischen Verein in Erbpacht an das Jugendherbergswerk Rheinland-Pfalz gegeben worden.

Anlage

Bergfried

Die neu errichteten Gebäude sind - da Jugendherberge - nicht zu besichtigen. Der Hof ist zugänglich und da er zur Rheinseite nur durch eine niedrige Brüstung abgeschlossen ist ergibt sich ein schöner Blick über das Rheintal. Als bemerkenswert ist der zur Bergseite hin gelegenen Halsgraben (als einziger der Region mit Wasser versehen) zu erwähnen. In der Ringmauer lassen sich alte Reste noch gut erkennen. Einen besonders eindrucksvollen Blick auf Burg und Rheintal hat man nach eine kurzen Aufstieg auf eine über der Burg liegende Plattform.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Stahleck über Bacharach

Literatur

 Commons: Burg Stahleck – Bilder, Videos und Audiodateien