Heim

Berliner Funkturm

Berliner Funkturm
Basisdaten
Ort: Berlin
Verwendung: Fernsehturm, Restaurant, Aussichtsturm
Bauzeit: 1924–1926
Technische Daten
Höhe: 146,78 m
Aussichtsplattformen: 48,1 m, 51,6 m, 121,5 m und 124 m
Baustoff: Stahl

Der Berliner Funkturm ist ein von 1924 bis 1926 von Heinrich Straumer in Berlin erbauter Sendeturm. Am 3. September 1926 wurde er anlässlich der Dritten Großen Deutschen Funkausstellung eröffnet. Heute steht er unter Denkmalschutz. Er wurde im Dezember 2007 für die Auszeichnung als Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland nominiert.

Der Funkturm befindet sich auf dem Areal des Berliner Messegeländes im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Er ist ein bekanntes Wahrzeichen der Stadt, allerdings ist der Berliner Fernsehturm in Mitte mehr als doppelt so hoch. Im Berliner Volksmund ist teilweise auch die scherzhafte Bezeichnung „Langer Lulatsch“ geläufig.

Betreiber und Eigentümer der Anlage ist die Deutsche Funkturm (DFMG), ein Tochterunternehmen der Deutschen Telekom mit Sitz in Münster.

Inhaltsverzeichnis

Bauweise

Die Struktur des Turmes ist eine Stahlfachwerkkonstruktion, genauer eine vertikale Kragarmkonstruktion, wie beim Eiffelturm in Paris. Ursprünglich wurde der ca. 600 Tonnen schwere Funkturm als reiner Sendemast entworfen. Nachträglich wurde auf ca. 52 Meter Höhe ein Restaurant und auf ca. 125 Meter eine Aussichtsplattform angebracht. Zu erreichen sind diese Anbauten mit einem vier Meter/Sekunde schnellen Lift.

Der Funkturm verfügt über zwei bautechnische Besonderheiten. Einerseits kommt er mit einer Grundfläche von 20 mal 20 Metern aus, was einem Verhältnis der Grundfläche zur Höhe von 1:6,9 entspricht. Zum Vergleich: Der Eiffelturm hat eine Grundfläche von 129 mal 129 Metern, was einem Verhältnis von 1:2,3 entspricht.

Eine weitere Besonderheit ist, dass der Funkturm wahrscheinlich der einzige Aussichtsturm der Welt ist, der auf Porzellanisolatoren steht. Er wurde als Selbststrahlender Sendemast entworfen, um ein Abfließen der Sendeenergie über den Turm zu verhindern. Die Funktion der Isolatoren wurde aber über eine Erdung des Turmes durch den Fahrstuhlschacht umgangen. Die Isolatoren wurden von der Königlich-Preußischen Porzellanmanufaktur gefertigt.

Am 22. März 1935 wurde von seiner Spitze aus das erste reguläre Fernsehprogramm der Welt abgestrahlt. Seit 1963 wird der Sendemast auf der Turmspitze nicht mehr für Rundfunksendungen verwendet, sondern nur noch als nichtöffentliche Landfunkdienste wie Polizeifunk und für den Mobilfunk.

Die letzte komplette Sanierung fand im Jahr 1987 zur 750-Jahr-Feier von Berlin statt.

1989 wurden die letzten am Funkturm installierten Sendegeräte für Rundfunk und Fernsehen demontiert und der Turm wurde dadurch von 150 Meter auf 146,78 Meter verkürzt. Das demontierte GFK-Teil wurde 2006 bei Ebay versteigert.

Abmessungen des Berliner Funkturms

Chronik des Berliner Funkturms

Siehe auch

Literatur

 Commons: Berliner Funkturm – Bilder, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 52° 30' 18,2" N, 13° 16' 41,45" O