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Ressourcenallokation

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Ressourcenallokation bezeichnet in der Volkswirtschaftslehre die Zuteilung (Allokation) der zur Produktion von Gütern eingesetzten knappen Ressourcen wie Arbeitskraft, Kapital und Boden. Ziel ist der größtmögliche Nutzen für die Befriedigung von Bedürfnissen der Konsumenten und Produzenten.

Inhaltsverzeichnis

Optimale Ressourcenallokation

Gegenstand einer vergleichenden Betrachtung können mehrere mögliche Allokationen sein, um die optimale zu finden. Zum Beispiel kann aus der Menge der zulässigen Allokationen die Menge der pareto-effizienten Allokationen bestimmt werden.

Eine Allokation gilt dann als effizient, wenn durch die Veränderung der Zuteilung nicht mehr von einem Gut hergestellt werden kann, ohne dass von einem anderen Gut weniger produziert werden muss. Das bedeutet, dass ein bestimmter Produktionsfaktor, der zur Produktion eines Gutes eingesetzt wird, nicht alternativ zur Produktion eines anderen Gutes eingesetzt werden kann.

Steuerung der Ressourcenallokation

In einer Marktwirtschaft erfolgt die Ressourcenallokation über Märkte, wobei dem Preis die Funktion der Verteilung zukommt. Erhöht sich bspw. die Nachfrage für ein bestimmtes Gut (Nachfrageüberhang), so wird der Preis steigen. In der Konsequenz werden Anbieter mehr produzieren, somit mehr Ressourcen nachfragen. Daraus ergibt sich, dass der Preis die Koordination der Produktivkräfte auf die Produktion von Gütern und Dienstleistungen, welche von den Verbrauchern begehrt werden, lenkt [1]. Marktsituationen, in denen der Markt nicht die optimale Ressourcenallokation erzeugt, sind in der Wirtschaftswissenschaft als Marktversagen definiert.

Abgrenzung

Der Begriff der Allokation wird weiterhin in der betrieblichen Kosten- und Leistungsrechnung im Rahmen der Prozesskostenrechnung verwendet und bezeichnet die Verrechnung der Gemeinkosten auf einzelne Produkte entsprechend der Beanspruchung der betrieblichen Ressourcen.

Während sich die Allokation mit der Verteilung der Produktionsfaktoren befasst, wird bei der Distribution die Umverteilung der Einkommen betrachtet.

Beispiel

Anhand des Box-Diagramms wird die Ressourcenallokation zweier Wirtschaftssektoren bestimmt. Zur Herstellung der Güter aus beiden Sektoren werden die gleichen Produktionsfaktoren benötigt.

Zur Bestimmung der Ressourcenallokation müssen zunächst die Güterpreise (hier: Preise für Automobile und Kosmetika) und der Bestand an Ressourcen (hier: Arbeit und Boden) gegeben sein.

Die horizontale Achse gibt das Gesamtangebot an Arbeit wieder, die vertikale Achse das Gesamtangebot an Boden. Die blaue Linie spiegelt das Boden-Arbeits-Verhältnis in der Automobilindustrie wieder, die rote Linie das der Kosmetikindustrie.

In dem Punkt, wo sich beide Boden-Arbeits-Verhältnisse (rote und blaue Linie) schneiden, liegt die effiziente Allokation der Ressourcen zur Bestimmung der (ressourcen-)optimalen Produktionsmengen der beiden Güter.

Erhöht sich die Nachfrage nach Kosmetika, wird der Preis für dieses Gut steigen. Produzenten werden auf diesem Markt mehr produzieren und anbieten. Das hat zur Folge, dass mehr Produktionsfaktoren für die Herstellung von Kosmetikartikeln nachgefragt werden. Hierbei wird deutlich, dass der Preis die Verteilung der Produktivkräfte auf die Produktion von Gütern lenkt.

Wenn der Arbeits- und Bodeneinsatz in der Automobilindustrie sinkt, steigt das Angebot an diesen Ressourcen in der Kosmetikindustrie. Die Produktionsfaktoren die in der Automobilindustrie nicht mehr zum Einsatz kommen werden in die Kosmetikproduktion gelenkt. Das heißt, dass sich die Transformationskurve der Ressourcenallokation in Richtung des Sektors Kosmetikindustrie verschiebt, da die Ressource hier am besten genutzt werden kann. Dieser Effekt, der sogenannte Rybzinski-Effekt, wird als eine mögliche Erklärung für den Außenhandel einer Volkswirtschaft gesehen.

Die Produktion von Kosmetika steigt überproportional zur Erhöhung des Bodenangebots. Ein erhöhtes Angebot an Boden senkt bei konstanten Preisen die Produktionsmenge des arbeitsintensiven Gutes. Hieraus geht hervor, dass die Allokation der Ressourcen die Produktionsmenge der Gesamtwirtschaft bestimmt [2].

Literatur

Einzelnachweise

  1. Baßeler, Ulrich; Heinrich, Jürgen (2001), Grundlagen und Probleme der Volkswirtschaft, 16. durchgesehene Auflage, Stuttgart: Schäffer-Pöschel, S. 216
  2. Krugmann, Paul R.; Obstfeld, Maurice (2006), Internationale Wirtschaft – Theorie und Politik der Außenwirtschaft, 7. aktualisierte Auflage, München: Pearson, S. 96-99