Heim

Seamount

Seamounts, wörtlich übersetzt "Seeberge", sind Vulkane, die sich vom Meeresboden in etwa 1.000 bis 4.000 m Tiefe erheben, aber den Meeresspiegel nicht erreichen. Würden sie an Land stehen und für unser Auge sichtbar sein, so wären sie eindrucksvolle Landschaftsgebilde.

Seamounts und die ähnlichen Guyots entstehen an den divergierenden Plattengrenzen der mittelozeanischen Rücken oder innerhalb einer ozeanischen Platte im Rahmen des Hot-Spot-Vulkanismus. Durch die Bewegung der ozeanischen Kruste im Verlauf des Seafloor Spreading (Meersbodenspreizung) verlieren die Vulkane den Kontakt zu ihrer Magmenquelle und die Magmenförderung erlischt. Im Unterschied zu den Guyots ragen die Seamounts nicht über die Meeresoberfläche hinaus und unterliegen damit auch nicht der abrasiven Wirkung der Meeresbrandung.

Die Seeberge zeichnen sich durch sehr steile Hänge und eine relativ geringe Ausdehnung im Kuppenbereich aus und kommen in allen Ozeanen vor. Allerdings gibt es eine ungewöhnliche Häufung im östlichen Nordatlantik.

Inhaltsverzeichnis

Flora und Fauna

Die Seamounts sowie ihre Fauna sind bislang kaum erforscht. Die Tiefsee – in der absolute Dunkelheit herrscht – beherbergt jedoch eine große Anzahl Tierarten, z. B. Tintenfische wie den Riesenkalmar, die sich jedoch oftmals durch niedrige Reproduktionsraten auszeichnen. Im Gegensatz zum umgebenden Ozean zeichnen sich Seamounts durch ein erhöhtes Vorkommen von Organismen aus, da sie in die an Zooplankton reiche Zone um 1000 m Tiefe ragen und hier durch ihre felsige Oberfläche eine Besiedlung durch sessile Filtrierer (z. B. Schwämme, Korallen, Armfüßer, Seelilien und Haarsterne, Moostierchen) ermöglichen.[1] Wenn die Kuppe der Meeresberge in die obere lichtdurchflutete Zone reicht, können auch Pflanzen auf ihnen wachsen. Vor allem große Braunalgen, deren Ansammlungen als „Kelpwälder“ bezeichnet werden, nutzen diesen Lebensraum.

Die Bewohner der Seamounts sind in Gefahr, durch die Fischerei mit riesigen Grundschleppnetzen ausgefischt und zerstört zu werden. EU-Politiker haben entschieden, die Tiefseeberge rund um die Azoren für ihre Fangflotten zu öffnen.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Karen Stocks (2004): „Seamount Invertebrates: Composoition and Vulnerability to Fishing“. In: T. Morato & D. Pauly (eds.) Seamounts:Biodiversity and Fisheries. Vancouver, Canada: Fisheries Centre Research Reports 12:5, 17-25. ISSN 1198-6727 PDF (3,7 MB)