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X-Men

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter X-Men (Begriffsklärung) aufgeführt.

Die X-Men [ˈɛksˈmen] sind eine Gruppe von Comic-Superhelden, die in Comics des Marvel-Verlages auftreten. Die X-Men wurden von Stan Lee und Jack Kirby geschaffen und erscheinen erstmals in X-Men #1 (September 1963). Die ursprüngliche Version des Teams konnte keinen großen kommerziellen Erfolg erzielen, trotz der Arbeiten von Comicgrößen wie Roy Thomas und Neal Adams. 1975 wurden die X-Men von Dave Cockrum, Len Wein und Chris Claremont neu interpretiert. Die All New All Different X-Men fanden bald ihr Publikum und wurden zur erfolgreichsten amerikanischen Comicserie der 1980er und 1990er Jahre. Der Erfolg der ersten Serie führte zum Start zahlreicher Nebenserien, die unterschiedlich gut vom Publikum aufgenommen wurden.

Seit den frühen Neunzigern haben die X-Men auch ihren Weg in andere Medien gefunden. Neben Zeichentrickserien und Videospielen erschienen bisher drei sehr erfolgreiche Hollywoodfilme.

Die X-Men bilden eine Gruppe in der Welt der Mutanten - Menschen, die dank ihres besonderen Gencodes übermenschliche Fähigkeiten besitzen. Mutanten werden von normalen Menschen oft gehasst, sei es aus Fanatismus oder aus Angst, dass sie die Menschheit unterwerfen könnten. Diese Angst wird von verschiedenen Mutanten genährt, die ihre Kräfte für ihre eigenen Ziele nutzen oder die Menschen hassen. Die X-Men wurden von Charles Francis Xavier (Professor X) gegründet, um die menschliche Umwelt vor ihnen zu schützen. Der Erzfeind der X-Men ist der Superschurke Magneto.

Diese Konstellation zeigt die gesellschaftspolitischen Untertöne der Serien, Mutanten werden oft als Metapher auf unterdrückte Minderheiten gesehen. Xavier wird gerne mit dem afro-amerikanischen Bürgerrechtler Martin Luther King Jr. verglichen, Magneto mit dem militanteren Malcolm X.

Inhaltsverzeichnis

Die Comics

X-Men (die ursprüngliche Serie)

In den frühen sechziger Jahren begannen Autor Stan Lee und Zeichner wie Jack Kirby und Steve Ditko Superheldentitel zu schaffen, die auf die Persönlichkeiten der Charaktere und deren innere Konflikte eingingen, anstatt sich ausschließlich auf Action und Abenteuer zu fokussieren, wie bis dahin im Superheldengenre üblich. X-Men war einer der letzten Titel dieser Silver-Age-Renaissance, die #1 erschien im September 1963.

Die X-Men wurden vom querschnittgelähmten Telepathen Charles Francis Xavier (Professor X) gegründet. Unter dem Deckmantel einer „Schule für junge Begabte“ in Westchester County, New York, bildete Xavier fünf Teenager in der Nutzung ihrer Kräfte aus.

Ein Vorläufer des Konzepts einer Schule für Mutanten tauchte 1953 im Science-Fiction-Roman Children of the Atom von Wilmar Shiras auf. Die Behauptung, dass dieses Buch die Inspiration für die X-Men war, wurde niemals offiziell bestätigt. Die Hauptcharaktere des Romans waren ebenfalls Mutanten, die das ungewollte Ergebnis eines Experiments mit genetischer Mutation waren. Die Bezeichnung „Children of the Atom“ wurde oft in Zusammenhang mit den X-Men verwendet, zum Beispiel in der Miniserie X-Men: Children of the Atom von Joe Casey und Steve Rude, die sich mit den Anfangstagen der Mutanten beschäftigt. Der Ursprung der Mutantenkräfte im Marveluniversum beruht aber nur indirekt auf Experimenten. Verantwortlich für die Manifestation ihrer Superkräfte ist der sogenannte X-Faktor. Es handelt sich hierbei um eine Transkriptionsdomäne, welche bei allen Menschen vorkommt aber in den meisten Fällen inaktiv ist. Der X-Faktor ist somit ein Genabschnitt, der wenn aktiv als Reparaturmechanismus fungiert und die Auswirkungen von Mutagenen wie Strahlung, Alkohol oder Drogen aufhebt und mögliche Schäden repariert. Dies hat dann in den meisten Fällen die Ausprägung der Mutantenkräfte zur Folge. Der X-Faktor selbst hat seinen Ursprung in der Marvelrealität vor etwa 65 Millionen Jahren als die Celestials, eine hochentwickelte außerirdische Spezies, Experimente mit Urmenschen durchführten. Die Celestials sind auch das Ursprungsmotiv für Gott in der christlichen, jüdischen und muslimischen Glaubensphilosophie. Sie bauten den X-Faktor als transgenes Element in das Genom der ersten Neumenschen ein und im Laufe der Evolutionen ergaben sich so die Mutantenkräfte.

Trotz der philosophischen Konzepte, die in die X-Men interpretiert wurden, behauptete Stan Lee immer, dass er Mutanten nur erschaffen hatte, um sich nicht für jeden neuen Charakter eine eigene Entstehungsgeschichte einfallen lassen zu müssen.

Der Erzfeind der X-Men, Magneto, tauchte ebenfalls bereits in X-Men #1 auf. Er beherrscht die Kräfte des Magnetismus und ist der Meinung, dass Mutanten über normale Menschen herrschen sollten. Magnetos Charakter wurde später ausgebaut; es wurde enthüllt, dass er den Holocaust überlebt hatte und seine verquere Philosophie aus diesem Trauma resultiert. Außerdem wurde eine gemeinsame Vergangenheit mit Xavier enthüllt. X-Men #4 zeigte Magnetos Team, die Brotherhood of Evil Mutants.

Neben der Brotherhood debütierten einige andere wichtige Gegner der X-Men in den Sechzigern: Xaviers übermenschlich starker Stiefbruder Juggernaut oder die mutantenjagenden Sentinel Roboter. Doch die meisten Gegner der X-Men dieser Ära waren vergessenswert, und die ersten X-Men-Hefte werden heute als größtenteils unwichtig für das weitere Schicksal der Serie erachtet.

Nach Lee und Kirby übernahmen Roy Thomas und Werner Roth die Serie. In den späten 1960ern wurden Thomas Jim Steranko und Neal Adams zur Seite gestellt, um die schlecht laufende Serie zu retten. Diese Hefte waren der Höhepunkt der frühen X-Men-Geschichten und führten zwei neue X-Men ein:

Obwohl die Verkäufe während Adams Zeit als Zeichner stiegen, hörte Marvel mit #66 auf, neue X-Men-Geschichten zu produzieren. Bis zur #93 wurden die Hefte mit Nachdrucken alter Geschichten gefüllt. Die einzigen neuen Auftritte der X-Men in dieser Zeit waren in anderen Marvelserien. So gab es unter anderem Gastspiele in Avengers und Fantastic Four.

1975 kamen dann mit Giant Size X-Men noch

Banshee ein Mutant der Schall verstärkt freisetzt und somit fliegen kann,

Nightcrawler ein aus Deutschland stammender Mutant mit einem blauen Fell, der sich teleportieren kann,

Colossus ein Russe, der seine Haut mit einer unzerstörbaren Schicht Metall überdecken kann,

Wolverine ein Kanadier der Selbstheilungskräfte besitzt und ein mit Adamantium überzogenes Skelett (Adamantium ist unzerstörbar) und drei Krallen an jeder Hand,

Storm die Wettergöttin, sie hat die Fähigkeit mithilfe ihrer Gedanken das Wetter zu kontrollieren und kann so Blitze, Haagel, Tornados oder auch Huricains herraufbeschwören.

Im Laufe der Zeit übernehmen die neuen X-Men die Hauptrollen und die alten ursprünglichen Charakteren gehen für eine gewisse Zeit verloren.

Weitere Serien

Die steigende Bekanntheit von Uncanny X-Men in den 1980ern führte zu einer Reihe von Nebenserien, die als X-Serien bekannt wurden. Die erste Nebenserie war The New Mutants (1983). Die Serie handelte von einer Gruppe junger Mutanten in Xaviers Schule. 1985 bildeten die fünf ursprünglichen X-Men, mit einer wiedererweckten Jean Grey, X-Factor. 1986 erhielt Wolverine seine eigene Serie und 1987 startete Excalibur, eine X-Serie die in England angesiedelt war und neben einigen X-Men auch Charaktere aus Alan Moores Captain Britain-Geschichten verwendete. Bald waren die X-Serien die erfolgreichsten und einträglichsten Serien, die Marvel verlegte. Durch die schiere Anzahl der Serien wurde es immer schwieriger den verstrickten Handlungen zu folgen, ein Trend der noch durch Crossover verstärkt wurde, Geschichten, die sich einige Monate durch verschiedene Serien zogen und Fans dazu bringen sollten, auch Serien zu probieren, die sie bisher nicht gelesen hatten. Das erste Crossover war 1986 das Mutant Massacre, in der die Marauders, eine Gruppe mordlüsterner Mutanten, die Morlocks abschlachteten und einige X-Men schwer verletzten. Neben dem rätselhaften Genetiker Mister Sinister brachte das Crossover auch Sabretooth, der früher nur ein kleiner Gegner des Helden Iron Fist gewesen war, als Erzfeinds Wolverines hervor.

Aus dem Mutant Massacre folgte eine Neuzusammensetzung der X-Men mit Storm, Rogue, Wolverine, Colossus, Havok und einigen neuen Charakteren:

Während des Crossovers Fall of the Mutants (1988) starben die X-Men scheinbar in Dallas, wurden aber tatsächlich nach Australien verschlagen. Während dieser Zeit wurden die Cyborg-Söldner namens Reavers eingeführt und im Crossover Inferno wurde enthüllt, dass Madelyne Pryor ein Klon von Jean Grey war, der von Mister Sinister geschaffen worden war. Die X-Men und X-Factor bekämpften Pryor, die wahnsinnig geworden war und als Goblyn Queen mit Dämonen gemeinsame Sache machte.

Ende 1989 begann Marvel, Uncanny X-Men zweimal pro Monat zu veröffentlichen. Zwei weitere X-Men wurden geschaffen:

Von 1987 bis 1990 zeichnete Marc Silvestri Uncanny X-Men. Sein Nachfolger war Jim Lee, der während seiner Zeit bei der Serie zu einem der populärsten Comiczeichner Amerikas werden sollte.

Der Comicboom der Neunziger

Nach der Zeit in Australien kehrten die X-Men nach Westchester zurück. Professor X kehrte aus dem Shi’ar-Raum zur Erde zurück und Anfang 1991 überarbeitete Marvel die meisten X-Serien. Zeichner Rob Liefeld machte aus den New Mutants die paramilitärische Eingreiftruppe X-Force, angeführt vom mysteriösen Mutanten Cable. X-Factor löste sich auf und die Teammitglieder kehrten zu den X-Men zurück, viele von ihnen stark verändert. Ein neues X-Factor-Team, unter dem Kommando der US-Regierung, bestehend aus Havok, Polaris, Strong Guy, Multiple Man und Wolfsbane wurde, von Peter David geschrieben, zu einem großen Erfolg.

Weiterhin startete Marvel eine zweite X-Men-Serie, die schlicht X-Men hieß. Die ersten Ausgaben von X-Men wurden noch von Claremont geschrieben und von Jim Lee gezeichnet, während Uncanny X-Men bereits von Lee geschrieben wurde und von Whilce Portacio gezeichnet. X-Men verfolgte die Abenteuer des „Blue Team“, bestehend aus Beast, Psylocke, Rogue, Gambit, Cyclops und Wolverine. In Uncanny X-Men trat das „Gold Team“ auf, mit Colossus, Iceman, Archangel, Jean Grey, Storm und Bishop, einem Charakter der aus einer weiteren dystopischen Zukunft gekommen war. Professor X, Banshee und Jubilee gehörten keinem Team an.

Die Popularität von Lee und Liefeld führten dazu, dass X-Men #1 und X-Force #1 zu den erfolgreichsten Superheldencomics aller Zeiten wurden. Dies lag hauptsächlich daran, dass zu der Zeit Spekulanten darauf bauten, mit Comics Geld machen zu können und deshalb mehrere gleiche Hefte einer Serie kauften.

Schon nach drei Heften verließ Claremont X-Men, und nur einige Monate später verließen Liefeld, Lee und einige andere bekannte Zeichner Marvel um den Verlag Image Comics zu gründen. Uncanny X-Men wurde von Scott Lobdell und Joe Madureira übernommen, X-Men ging an Fabian Nicieza und Andy Kubert.

Beinahe jährlich wurde ein alle X-Serien umspannendes Crossover gestartet. Darunter waren:

Mitte der 1990er, nach dem Ende des Comicbooms, wurden einige weitere X-Nebenserien gestartet, unter anderem Generation X (mit jungen Mutanten à la New Mutants), X-Man (die Geschichte eines Überlebenden der Age of Apocalypse) und weitere Soloserien bekannter Mutanten wie Cable, Gambit, Bishop und Deadpool, einem Söldner und Gegner von X-Force. 1998 wurden Excalibur und X-Factor eingestellt. X-Factor wurde durch Mutant X ersetzt, das die Abenteuer von Havok in einer alternativen Realität erzählte.

Mit dem Ende von Operation Zero Tolerance (1997) entstand wieder einmal eine neue X-Men-Zusammensetzung. Neben Wolverine, Rogue, Beast und Storm wurden die Neuankömmlinge Cannonball, Marrow, Maggott und Cecelia Reyes ins Team aufgenommen. Schon ein Jahr später übernahm Alan Davis als Autor und Zeichner die beiden Hauptserien X-Men und Uncanny X-Men. Er behielt von diesem Team nur Marrow, Rogue, Storm und Wolverine und holte Shadowcat, Nightcrawler, Colossus und Professor X zurück. Während Davis die Serien betreute fand das letzte große Crossover statt, Apocalypse: The Twelve.

Claremonts Rückkehr

Anfang 2000 kehrte Chris Claremont zu den X-Men zurück. Marvel fügte eine sechsmonatige Lücke in die Geschichte der X-Men ein, was Claremont erlaubte, mit einem völlig überarbeiteten Team zu starten, ohne die Veränderung erklären zu müssen. Unter der Bezeichnung X-Men: Revolution wurden auch die meisten anderen X-Serien derartig in die Zukunft katapultiert.

Claremonts langsame Geschichten, uninteressante neue Charaktere und austauschbare Gegner kamen bei den Fans nicht an, und 2001 wurde Claremont von Chefeditor Joe Quesada von den Hauptserien abgezogen. Er erhielt eine neue Serie, X-Treme X-Men, wo er mit Zeichner Salvador Larroca und den Charakteren Tessa, Psylocke, Bishop, Gambit, Rogue und Storm seine Vision der X-Men umsetzten konnte.

Rückbesinnung und Veränderung

Zur selben Zeit schränkte Quesada die Anzahl der X-Serien ein. Gambit, Bishop, X-Man, Mutant X und Generation X wurden eingestellt, X-Force wurde komplett überarbeitet. Obwohl sich die Serien eigentlich gut genug verkauften, war Quesada der Meinung, dass sie überflüssig waren.

Einige neue Serien wurden gestartet, die frischen Wind in die stagnierenden X-Serien bringen sollten:

Weiter wurde Ultimate X-Men von Mark Millar und Adam Kubert gestartet, das in Marvels ultimativem Universum spielte und die bekannten Helden neu erfand.

In dieser Zeit wurden die bekannten X-Men Colossus und Psylocke getötet und ein Teil von Wolverines Vergangenheit in der Miniserie Origin enthüllt.

2001 übernahmen Autor Grant Morrison und Zeichner Frank Quitely die Serie X-Men, die sie in New X-Men umbenannten. Das neue Team bestand aus Beast, Cyclops, Jean Grey, Professor X, Wolverine und Emma Frost, einer Telepathin und ehemaligen White Queen des Hellfire Club. Die farbenfrohen Uniformen des Teams wurden durch schwarz-gelbe Uniformen ersetzt, die an jene des X-Men-Films erinnerten. Morrisons Geschichten respektierten Claremonts Vorarbeit, hielten sich aber nicht sklavisch an die Vorlage, wie die Nachfolger Claremonts vor ihm. Morrisons Ära war das erste Mal seit Claremonts ursprünglichem Run, dass am Status Quo der X-Men gerüttelt wurde. Uncanny X-Men wurde von Joe Casey und Ian Churchill überarbeitet, doch diese Geschichten stießen auf breite Ablehnung und Casey verließ die Serie frühzeitig, um durch Chuck Austen ersetzt zu werden. Austens wählte einen traditionelleren Ansatz als Casey und Morrison, der sich auf Seifenoper-Elemente konzentrierte.

Nach Morrison

2004 verließ Morrison New X-Men, und Marvel stellte beinahe sofort den Status Quo der Serien wieder her. Die meisten Veränderungen, die Morrison vorgenommen hatte, wurden rückgängig gemacht, New X-Men wurde sogar wieder in X-Men zurückbenannt und von Chuck Austen und Salvador Larroca übernommen. X-Treme X-Men wurde eingestellt, Claremont und Alan Davis übernahmen Uncanny X-Men. Eine neue Serie namens Astonishing X-Men wurde gestartet, unter dem bekannten TV-Autor Joss Whedon und Zeichner John Cassaday.

Marvel begann den Markt wieder mit X-Nebenserien zu überschwemmen. Rogue, Nightcrawler, Gambit, Jubilee, Mystique, District X (die Abenteuer Bishops als Mutantencop), New X-Men: Academy X (eine Fortsetzung der zweiten New Mutants-Serie) und eine neue Excalibur-Serie (die vom Wiederaufbau Genoshas durch Professor X handeln sollte) starteten innerhalb kurzer Zeit.

House of M und die Folgen

Der Zustand von 2004 sollte nicht lange halten. 2005 begann Marvel ein neues Crossover-Grossereignis, genannt House of M. Durch den Einfluss von Scarlet Witch, der Tochter von Magneto, wurde die gesamte Welt verändert. In dieser Welt waren Mutanten die Mehrheit und Menschen die Minderheit. Nordamerika wurde von Magneto regiert. Dies hatte zur Folge, dass viele Geschichten von Charakteren stark verändert wurden. Außerdem waren einige Charaktere wie Longshot oder Ilyana Rasputin (Collossus Schwester, die vor Jahren starb) plötzlich am Leben. Niemand in der Welt bemerkte die Veränderungen außer Wolverine und einem jungen Mädchen namens Layla Miller. Durch Layla war es möglich, die Erinnerungen vieler Helden wieder herzustellen. Die kleine Gruppe konfrontierte Magneto. Während des Kampfes stellte Layla auch Magnetos Erinnerungen wieder her. Doch es war nicht Magneto, der seine Tochter dazu gebracht hatte, die Welt zu verändern, sondern ihr Bruder Quicksilver. Magneto wollte Rechenschaft von Wanda. Doch diese wurde wütend darüber, dass Magneto die Traumwelt zerstörte. Mit den Worten „Keine Mutanten mehr“ (engl. No more Mutants) stellte sie die normale Realität wieder her, jedoch raubte sie dabei 99% aller Mutanten weltweit die Energie (d. h. die Mutanten-Fähigkeiten), wodurch nur noch 198 Mutanten übrig waren.

Marvel produzierte viele Miniserien zu diesem Event, doch viele erfüllten nach Ansicht der Fans nicht die Voraussetzung, um wirklich eine Veränderung zu erschaffen. Generation M zum Beispiel handelte nach Aussage der Autoren über die Ex-Mutanten, doch die Geschichte selbst ging über die menschliche Journalistin Sally Floyd. Ex-Mutanten erschienen lediglich als Hintergrund-Charaktere für zwei Seiten, um ihr ein Interview zu geben. Zu diesen leidlich gezeigten Charaktere gehören: Jubilee, Chamber, Blob, Marrow, Stacy X und Dani Moonstar.

Auch viel Kritik kam daher, dass kaum einer der Haupt-X-Men-Mitglieder seine Kräfte verlor. Nur bei Polaris und Iceman war das der Fall. Bei Iceman jedoch wurde schon kurz darauf erklärt, dass er es sich nur eingebildet habe, dass seine Kräfte verloren gingen und Polaris Kräfte wurden kurze Zeit später durch den bösen Mutanten Apocalypse wiederhergestellt.

Die Filme

Die X-Men sind mittlerweile als Kino-Reihe etabliert. Neben Spider-Man ist diese die bisher erfolgreichste auf Comics basierende Kino-Reihe. Neben der X-Men-Kinoreihe gibt es von 1996 noch einen Fernsehfilm mit Charakteren aus dem X-Men-Universum, Generation X.

Bryan Singer, der bei den ersten beiden Teilen der Kinoreihe Regie führte, geht davon aus, dass danach vielleicht noch weitere Teile gedreht werden könnten. Der Comic verfüge über das Potential, auch das Ausscheiden wichtiger Darsteller zu verkraften. Im dritten Teil nahm ein Großteil der ursprünglichen Darsteller noch einmal ihre Rollen auf, um diese Trilogie zu beenden.

X-Men

→ Hauptartikel: X-Men (Film)

Im Jahr 2000 erschien der erste Teil der X-Men-Trilogie in Deutschland. Der Film wurde von dem Produktionsunternehmen 20th Century Fox finanziert und bot ein Gesamtbudget von 75 Millionen Dollar. In den Hauptrollen waren Hugh Jackman (Wolverine), Patrick Stewart (Professor Charles Xavier), Ian McKellen (Magneto), Halle Berry (Storm), Famke Janssen (Jean Grey) und Anna Paquin (Rogue) besetzt. Als Nebencharaktere konnte man da Kitty Pryde (Shadowcat), Bobby Drake (Iceman), John Allerdyce (Pyro) und Jubilation Lee (Jubilee) sehen. Letztere wurde auf der DVD nur in eine der rausgeschnittenen Szenen namentlich genannt.

Im Film dreht sich alles um eine Gruppe von Mutanten unter der Leitung von Charles Francis Xavier (Patrick Stewart), der der mächtigste Telepath der Welt ist. Mutanten sind, so die Definition der Original-Comics, der nächste Schritt in der menschlichen Evolution. Professor Xavier investiert sein Privatvermögen und gründet eine Schule, um junge Mutanten auszubilden, damit sie die Welt beschützen, um dem Hass der Menschen gegen die Mutanten vorzubeugen. Neben dem Kampf, den sie gegen Hass und Intoleranz führen, müssen sie aber auch gegen Magneto alias Erik Lensherr (Ian McKellen) und seine „Bruderschaft der Mutanten“ kämpfen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Anführer der Welt mittels einer Maschine zu mutieren. Er testet diese Maschine zuerst an Senator Kelly, dem wichtigsten Befürworter für eine Meldepflicht für Mutanten. Als Magneto jedoch später von den X-Men erfährt, dass dieser auf Grund der künstlichen Mutation gestorben ist, schenkt er dem keinen Glauben und ist weiterhin der Absicht die Anführer der Welt „auf seine Seite“ zu holen. So kämpfen die X-Men (Wolverine, Cyclops, Jean Grey, Storm und Rogue) gegen Magneto und seine Bruderschaft (Sabretooth, Mystique, Toad).

X-Men spielte allein in den USA über 157 Millionen Dollar ein, während er weltweit auf ein Gesamteinspielergebnis von fast 296 Millionen Dollar gekommen ist und konnte sich auch im Kino-Bereich etablieren.

X-Men 2

→ Hauptartikel: X-Men 2

Die Fortsetzung X2 (X-Men 2) erschien zwei Jahre später in Deutschland und basierte auf der Graphic Novel God Loves, Man Kills aus dem Jahr 1982.

Kurze Auftritte hatten u. a. die X-Men Kittie Pryde (Shadowcat) und Pjiotr Rasputin (Colossus). Eine etwas größere Rolle bekam Kurt Wagner (Nightcrawler).

X2 spielte in den USA über 214 Millionen Dollar ein, also knapp 50 Millionen mehr als der erste Teil. Weltweit konnte er eine Summe von über 406 Millionen Dollar einspielen und somit den Weg für einen dritten Film ebnen.

X-Men 3

→ Hauptartikel: X-Men: Der letzte Widerstand

Der dritte Teil der X-Men-Trilogie erschien am 25. Mai 2006 in Deutschland.

Wieder einmal stehen sich die verfeindeten Bataillone der Mutanten kampfbereit gegenüber: Die X-Men unter Führung von Professor Xavier (Patrick Stewart) sind um Ausgleich mit den Menschen bemüht, die Gruppe um Magneto (Ian McKellen) eher auf die Weltherrschaft erpicht. Zwei unerwartete Entwicklungen bringen Bewegung in die Fronten: Ein Mittel verspricht Heilung vom Mutantendasein, und Jean Grey (Famke Janssen) mutiert zu Phönix. Außerdem kommen während des Films drei wichtige Rollenfiguren ums Leben. Wenn man den Film anschaut und den Abspann durchlaufen lässt, sieht man eine sehr wichtige Schlüsselszene: Charles scheint am Leben zu sein.

Regiewechsel und Neuzugänge in der Marvel-Actionsaga: Auf den zu „Superman“-Franchise gewechselten Bryan Singer folgt Brett Ratner („Rush Hour“, „Red Dragon“), und „Frasier“-Darsteller Kelsey Grammer spielt Dr. Henry „Hank“ McCoy (The Beast/Das Biest).

Ableger

Nach dem Abschluss der X-Men-Trilogie befinden sich zurzeit zwei Ableger in Diskussion bzw. Vorproduktion: Wolverine, dessen Drehbuch von David Benioff stammt, soll die Rolle Hugh Jackmans als Prequel zur X-Men-Serie ausbauen und 2009 in die Kinos kommen. Angekündigt ist auch ein Ableger mit dem Charakter Magneto, dessen Drehbuch von Sheldon Turner bearbeitet wird.

Die Videospiele

Das erste X-Men Spiel erschien im Jahr 1989 auf dem Nintendo Entertainment System und wurde von dem US-amerikanischen Unternehmen Acclaim vertrieben. Dem Spieler standen sechs X-Men Charaktere (Wolverine, Cyclops, Storm, Colossus, Nightcrawler, Iceman) zur Auswahl. Jeder dieser Charaktere bot verschiedene Angriffsmöglichkeiten, die geschickt in den Levels benutzt werden mussten. Im selben Jahr erschien das Adventure X-Men: Madness in Murderworld für den C64.

Im Jahr 1992 kam das Actionspiel Spider-Man - X-Men: Arcade's Revenge für das Super Nintendo und den Sega Genesis auf den amerikanischen Markt. Das Spiel teilte sich in verschiedene Levels auf, die mit einem Charakter bewältigt werden mussten. Bis 1995 erschienen fünf weitere X-Men Spiele für die Konsolen.

Im Jahr 1997 erschien das Beat ’em up X-Men: Children of the Atom für die PlayStation, den PC und den Sega Saturn. Dies war das erste Spiel, das von Capcom vertrieben wurde und Marvel Charaktere bot. Das Spielprinzip orientiert sich an der Street-Fighter-Reihe und ist auch mit einem weiteren Spieler spielbar. In dem Beat 'em up X-Men vs. Street Fighter von dem Publisher Capcom musste der Spieler Charaktere der Street Fighter und X-Men-Reihe miteinander antreten lassen. X-Men vs. Street Fighter war der erste Teil der späteren Marvel vs. Capcom-Reihe. Bis 2000 erschien nur noch der Shooter X-Men: The Ravages of Apocalypse für den PC.

Im Jahr 2000 kaufte sich der US-amerikanische Publisher Activision die Rechte an der X-Men-Serie. Am 26. September 2001 erschien mit X-Men: Reign of Apocalypse, eines der besten X-Men Videospiele. Im Laufe des Spieles wurden verschiedene X-Men Charaktere (u.a. Wolverine und Cyclops) freigeschaltet. Zudem bot das Spiel unterschiedliche Multiplayer-Modi (Capture the Flag, Deathmatch), in denen man mit bis zu drei weiteren Spielern antreten konnte.

Das Actionspiel X2: Wolverine's Revenge von Raven Software war eine Videospiel-Umsetzung zu X2 und erschien am 1. Mai 2003 für die Xbox, PlayStation 2, den Gamecube und GameBoy Advance. Am 24. September 2004 erschien das Action-Rollenspiel X-Men Legends für die Xbox, PlayStation 2 und den Gamecube. In dem Spiel muss der Spieler aus der Vogelperspektive einen X-Men Charakter steuern und gegen Kreaturen kämpfen. Das Spiel ähnelt der Baldur's Gate: Dark Alliance-Reihe, da man während der Kämpfe Erfahrungspunkte erhält und seinen Charakter aufleveln kann. Zudem kann man auch im Multiplayer-Modus mit weiteren Spielern gegen Kreaturen und Endgegner kämpfen.

Am 19. Oktober 2005 erschien der Nachfolger X-Men Legends 2 für die Xbox, PlayStation 2 und den Gamecube. Das Spielprinzip blieb, bis auf einige wenige Neuerungen, gleich. Die PSP-Version soll am 11. Oktober 2005 erscheinen.

Im Mai 2006 erschien die Videospielumsetzung „X-Men: The Offical Movie Game“ für den PC, die PlayStation 2, Xbox und den GameCube. Das Spiel beschreibt den Zeitraum zwischen den Geschehnissen aus X-Men 2 und X-Men 3 und birgt so auch einige im Film nicht erwähnte Nebeninformationen in sich.

Ende 2006 erschien das Plattform übergreifende Marvel Ultimate Alliance. Das Spiel enthält neben Helden aus dem Marvel-Universum auch X-Men.

Titel Erscheinungsdatum Plattform/en Publisher
X-Men 1989 NES Acclaim
X-Men: Madness in Murderworld 1989 C64
Spider-Man and the X-Men: Arcade's Revenge 1992 Game Boy, Game Gear, Sega Genesis, SNES Acclaim
X-Men Arcade Game 1992 Arcade-Spiel Konami
X-Men 1993 Game Gear, Sega Genesis Sega
X-Men 2: Game Master's Legacy 1995 Game Gear Sega
X-Men 2: Clone Wars 1995 Sega Genesis Sega
X-Men: Mutant Apocalypse 1995 SNES Capcom
Marvel Super-Heroes 1995 Arcade-Spiel, PlayStation, Sega Saturn Capcom
X-Men vs. Street Fighter 1996 Arcade-Spiel, PlayStation, Sega Saturn Capcom
X-Men 3: Mojo World 1996 Game Gear Sega
X-Men: Children of the Atom 1997 Arcade-Spiel, PlayStation, Sega Saturn, PC Capcom
X-Men: The Ravages of Apocalypse 1997 PC
X-Men: Mutant Academy 2000 PlayStation, Gameboy Color Activision
X-Men: Mutant Wars 2000 PlayStation, Gameboy Color Activision
X-Men: Wolverine's Rage 2001 Game Boy Color Activision
X-Men: Mutant Academy 2 2001 PlayStation Activision
X-Men: Reign of Apocalypse 2001 Game Boy Advance Activision
X-Men: Next Dimension 2002 PlayStation 2, Xbox, GameCube Activision
X2: Wolverine's Revenge 2003 PS2, GameCube, Xbox, Game Boy Advance, PC Activision
X-Men Legends 2004 PS2, GameCube, Xbox, N-Gage Activision
X-Men Legends 2 2005 PS2, GameCube, PSP, PC Activision
X-Men: The Official Movie Game 2006 Xbox 360, PS2, GameCube, Xbox, PC, Nintendo DS Activision
Marvel Ultimate Alliance 2006 PS2, PS3, Xbox, Xbox 360, PC, Game Boy Advance, Wii Activision

Siehe auch