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Confluentes

Apud Confluentes (dt.: „Bei den Zusammenfließenden“) ist der lateinische Name für die römische Ansiedlung am Zusammenfluss von Mosel und Rhein, aus der sich die deutsche Großstadt Koblenz entwickelte.

Inhaltsverzeichnis

Archäologische Befunde und Geschichte

Es ist in der Forschung bis heute nicht mit Sicherheit geklärt, ob ein in spättiberisch-frühclaudischer Zeit angelegtes Kastell oder eine zivile Handelsniederlassung den Ursprung der Stadt bildeten.[1] Unter dem Münzplatz der heutigen Koblenzer Altstadt wurde ein so genannter Spitzgraben angeschnitten, bei dem es sich möglicherweise um den Umfassungsgraben eines Auxiliarlagers handeln könnte.[2] Die unter schwierigen Beobachtungsumstände auf beengtem Raum gewonnenen stratigraphischen Erkenntnisse lassen aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine wirklich gesicherte Aussage zu. Wohl schneidet der Spitzgraben in eine ältere, ins erste vorchristliche Jahrhundert weisende Siedlungsschicht ein.

Wahrscheinlich ist, dass vor dem Hintergrund der verkehrsgeographischen und strategischen Bedeutung des Platzes schon recht früh in der Geschichte der römischen Okkupation hier eine militärische Sicherung der Rheinstraße Mogontiacum-CCAA-Colonia Ulpia Traiana sowie der Moselmündung erfolgte. Und mit Sicherheit zählt Koblenz, ob nun militärischen oder zivilen, ob claudischen, tiberischen, oder möglicherweise schon augusteischen Ursprungs zu den ältesten Städten Deutschlands. Seit etwa 85 n. Chr. gehörte sie zu der um diese Zeit unter Domitian eingerichteten Provinz Germania Superior, die aus dem obergermanischen Heeresbezirk (exercitus Germanicus superior) gebildet wurde.

Römische Brücken wurden über Rhein und Mosel errichtet. Eine rund 350 Meter lange Pfahlbrücke über den Rhein wurde im Jahre 49 n. Chr.[3] zwischen dem heutigen Ehrenbreitstein und dem Koblenzer Rheinufer erbaut. Sie bestand aus zwischen 650 und 750 Eichenstämmen mit eisernen Spitzen, so genannten Pfahlschuhen, von denen 51 bis heute erhalten geblieben sind. Die Moselbrücke, 50 Meter neben der heutigen Balduinbrücke gelegen, wurde als Teil der römischen Rheintalstraße erbaut.

In spätflavischer, spätestens in frühtrajanischer Zeit, also kurz vor oder um das Jahr 100 n. Chr. wurde auf der rechten Rheinseite ein Auxiliartruppenkastell auf dem Gebiet des heutigen Koblenz-Niederberg zum Schutz des Obergermanischen Limes errichtet. Es existierte, bis um 259/260 das rechtsrheinische Gebiet in der Folge der fränkischen Offensive von den Römern geräumt wurde.[4]

Wohl nach der Aufgabe des Limes begann der Bau einer rund 8,5 Hektar umfassenden Befestigungsanlage im Gebiet der heutigen Altstadt. Die zwei bis zweieinhalb Meter mächtige und bis zu sechs Meter hohe Mauer umgab weite Bereiche der heutigen Altstadt und war im Abstand von 24 bis 30 Metern mit zehn Meter durchmessenden Mauern bewehrt.

Am Remstecken finden sich Überreste eines römischen Bauernhofes (Villa rustica), der teilweise ausgegraben und teilrekonstruiert ist. Oberhalb von Koblenz wurde im heutigen Stadtwald unweit der Römerstraße eine Tempelanlage für den römischen Gott Merkur und die gallische/keltische Göttin Rosmerta erbaut. Dort gefundene römische Münzen belegen eine Nutzung der Anlage bis in das 5. Jahrhundert.

Mit Zusammenbruch des Weströmischen Reiches im 5. Jahrhundert wurde Koblenz von den Franken erobert und ein fränkischer Königshof gegründet. Beim Abzug der römischen Truppen wurden Rhein- und Moselbrücken zerstört. Bis heute zeugen Mauerreste und Straßenzüge in der Koblenzer Altstadt von der spätrömischen Befestigung.

Siehe auch

Literatur

 Wiktionary: confluentes – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
 Wiktionary: Confluentes – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
 Wiktionary: Koblenz – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik

Anmerkungen

  1. Siehe auch den historischen Abriss auf der offiziellen Webpräsenz der Stadt Koblenz (PDF).
  2. Das aus dem Graben gesicherte Fundmaterial ließ sich auf die spättiberisch-frühclaudische Zeit datieren. So Philipp Filtzinger nach H.-H. Wegner, Koblenz, S. 418f.
  3. Dendrochronologisch gesichertes Datum.
  4. Das Auxiliarkastell von Koblenz Niederberg auf der offiziellen Webpräsenz des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland Pfalz.