Heim

Steinhude

Wappen Karte
DEC
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Region Hannover
Stadt: Wunstorf
Postleitzahl: 31515
Vorwahl: 05033
Kfz-Kennzeichen: H
Geografische Lage: 52°27'23" N, 9°21'48" O Koordinaten: 52°27'23" N, 9°21'48" O
Höhe: 48 m ü. NN
Einwohner: 4997 (1.7.2006)

Steinhude ist ein Stadtteil von Wunstorf in der Region Hannover in Niedersachsen und Touristenort am Südufer des Steinhuder Meeres mit rund 5.000 Einwohnern. Einst ein kleines beschauliches Fischerdorf, ist Steinhude heute bekannt als Erholungsort im Naturpark Steinhuder Meer.

Inhaltsverzeichnis

Geografische Lage

Steinhude liegt am Südufer des Steinhuder Meeres. Im Osten ist das Fischerdorf mit seinem Nachbarort Großenheidorn zusammengewachsen. Im Süden liegen die Bundesstraße 441 und ein kleines Waldstück, das Hoheholz. Ein weiterer markanter Punkt im Süden ist die ca. 140 m hohe Kali-Halde bei Bokeloh. Durch die 1,5 km lange Uferpromenade ist Steinhude mit seinem westlichen Nachbarn Hagenburg verbunden.

Geschichte

Der Uferbereich des Steinhuder Meeres ist seit frühgeschichtlicher Zeit besiedelt. Am Ende des 13. Jahrhunderts wird Steinhude erstmals als "Stenhuthe" urkundlich erwähnt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Fischerdorf 1641 fast vollständig zerstört. Die kleine Siedlung lebte von der Landwirtschaft und vom Fischfang und wurde im 17. Jahrhundert zu einer Fleckengemeinde. Im 18. Jahrhundert wurde die Leineweberei zum wichtigsten Wirtschaftszweig. Bereits vor Mitte des 18. Jahrhunderts gab es in Steinhude eine Schokoladenfabrikation, eine der ersten in Deutschland.

Zum Amt Hagenburg gehörig, wurde Steinhude von den Grafen von Schaumburg regiert. Nach der Teilung der Grafschaft wurde Steinhude 1640 Teil der Grafschaft Schaumburg-Lippe.

In der Zeit von 1761-1767 ließ Graf Wilhelm I. zu Schaumburg-Lippe die Festung Wilhelmstein auf einer künstlich aufgeschütteten Insel errichten.

Erst im 20. Jahrhundert begann der Ausbau des kleinen Dorfes zum Fremdenverkehrsort. Der Zuzug der Weltkriegsflüchtlinge, der zunehmende Tourismus und ein bescheidener wirtschaftlicher Aufschwung führten zu einer deutlichen Vergrößerung des Ortes.

Nach 1945 gab es mehrere größere Eingriffe in das Orts- und Landschaftsbild. Eine weitere künstliche Insel, die 35000 m² große Badeinsel wurde errichtet. Zwischen Steinhude und Hagenburg wurde ein Damm aufgeschüttet und zur Uferpromenade ausgebaut. Bis 1964 führte die Steinhuder Meer-Bahn (StMB), eine Schmalspur-Eisenbahn von Wunstorf nach Uchte, durch Steinhude.

Die Schaumburger Gemeinde Steinhude wurde im Zuge der Gebietsreform 1974 nach Wunstorf in den erweiterten Landkreis Hannover eingemeindet, der 2001 in der Region Hannover aufging.

Religionen

In Steinhude gibt es jeweils eine evang.-lutherische, eine röm.-katholische und eine neuapostolische Kirchengemeinde.

Wappen

Beschreibung: In Rot nebeneinander ein silbernes Nesselblatt mit goldenem Knauf in der Mitte und ein schrägliegender silberner Fisch.

Bedeutung: Das silberne Nesselblatt in rotem Schild wurde seit dem 12. Jahrhundert von den Grafen von Schaumburg als Wappenzeichen benutzt. Der Fisch ist ein Symbol für die einstige Bedeutung Steinhudes als Fischerort.

Früher wurden die beiden Symbole gemeinsam auf einem Schild dargestellt, heute auf je einem eigenen Schild. Die heutige Darstellung lehnt sich an die Darstellung im ältesten bekannten Siegel aus dem 17. Jahrhundert an, wo zwei durch barockes Rankenwerk verbundene Schilde nebeneinander stehen, eins mit dem Nesselblatt, das andere mit dem Fisch.

Daneben gibt es noch eine Wappendarstellung, die nur das Fischsymbol enthält.[1]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Am Rande des einstigen Fischerdorfes liegt die evangelisch-lutherische Petrus-Kirche, ein einfacher, unverputzter Bruchsteinbau mit Rechteckfenstern. Dieser wurde bereits 1804 begonnen. Nach einer längeren Bauunterbrechung wurde er erst 1854 eingeweiht. Über der Westfassade erhebt sich ein viereckiger Glockenturm mit Spitzhelm. Das Innere präsentiert sich als Saalbau mit Tonnengewölbe. Von der schlichten klassizistischen Ausstattung blieben nur Reste erhalten. Ältestes Ausstattungsstück ist der Opferstock von 1614. Der gekreuzigte Jesus wurde von Ernst Weber geschaffen.

Die Windmühle Paula wurde 1863 in Braunschweig errichtet und 1911 für eine in Steinhude 1670 errichtete und bei einem Blitzschlag zerstörte Windmühle ersetzt.

In dem stark vom Fremdenverkehr geprägten Ortskern sind dank zahlreicher Abbrüche und infolge starker Umbauten nur noch wenige ältere Fachwerkhäuser erhalten, so z. B. am Neuen Winkel (Nr. 5,7,9,13) und in der Achternümme. Das ehemalige Pfarrhaus an der Graf Wilhelm Straße (Nr. 17) ist ein zweigeschossiger Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach. Er wurde 1751 errichtet und später durch moderne Anbauten erweitert.

Das so genannte Scheunenviertel geht auf das Jahr 1756 zurück. Es wurde aus Gründen des Feuerschutzes außerhalb des historischen Ortskernes errichtet. Die Scheunen fassen an zwei Seiten einen dreieckigen Platz ein, der früher zum Dreschen diente und seit 1871 für Festveranstaltungen genutzt wird. Nachdem die Nutzung der Scheunen ausblieb und die Bauten zunehmend verfielen, wurden einige abgebrochen. Im Rahmen eines Revitalisierungsprojekt der Expo 2000 wurden die Scheunen ab 1997 renoviert und um einige translozierte Bauten ergänzt, die sich allerdings durch ortsuntypische Merkmale auszeichnen.


Museen

Steinhude besitzt mehrere kleine Museen:


Sport und Freizeit

Steinhude bietet vielfältige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Wanderern und Radfahrern bieten sich interessante Routen und Ziele im Naturpark rund um den See. Rundfahrten mit Pferdekutschen werden auch angeboten. Weitere Touristen-Attraktionen befinden sich auch in unmittelbarer Nachbarschaft Steinhudes.

Das Steinhuder Meer ist ein Segelparadies, nicht nur für Regattasegler. Nationale und internationale Regatten werden hier ausgetragen. Im Winter finden Wettbewerbe im Eissegeln statt. Rudern, Paddeln, Tretboot-Fahren und Windsurfen runden das Angebot ab.

Die 1974 künstlich angelegte Badeinsel (ca. 35000 m²) mit ihrem schönen flachen Sandstrand, speziellen Arealen zum Sonnenbaden, Liegewiese, zwei Spielplätze. Flache Badezone ist für Familien mit Kleinkindern geeignet. Im Sommer Beachvolleyball-Turniere für Hobbyspieler und Profis, Sunset-Jazz und Konzertreihe (z.T. kostenpflichtig).

Im historischen Scheunenviertel gibt es vielfältige, wechselnde Ausstellungen in der Kunstscheune, Wochenmarkt am Samstag, Infoscheune des Naturpark Steinhuder Meer.

Regelmäßige Veranstaltungen

Besondere Höhepunkte sind der Fischerkreidag am Wochenende nach Christi Himmelfahrt, das Schützenfest im Juli und das Festliche Wochenende im August mit einem halbstündigen Feuerwerk über dem Steinhuder Meer und einem illuminierten Bootskorso ("Steinhuder Meer in Flammen"). Im Dezember gibt es einen Weihnachtsmarkt.

Kulinarische Spezialitäten

Bekannt ist Steinhude für seine Fischspezialitäten, besonders für den "Steinhuder Rauchaal".

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Es gibt Busverbindungen nach Rehburg, Stadthagen und Wunstorf. In 15 Autominuten sind der Bahnhof in Wunstorf und die BAB 2 erreichbar.

Schifffahrt

Mit dem Passagierschiffen "Willkommen" (120 Pers.) und der seit Ende Mai 2006 verkehrenden "Steinhude" (180 Pers.) (beide mit Bordrestaurant) oder mit den ortstypischen Segelbooten des Steinhuder Meeres, den "Auswanderern", kann man das Meer befahren, die Insel Wilhelmstein oder Mardorf am Nordufer des Sees besuchen. Das Fahren mit Motorbooten ist nur mit Ausnahmegenehmigung gestattet.

Medien

Tägliche Berichte über die Seeprovinz Steinhude in der Leine-Zeitung als Beilage der Hannoversche Allgemeine Zeitung

Öffentliche Einrichtungen

Bildung

In Steinhude gibt es eine Grundschule und ein Schulzentrum (Graf-Wilhelm Schule) mit Haupt- und Realschule, sowie seit dem Schuljahr 2007/2008 ein Gymnasium.

Siehe auch

  1. Steinhuder Wappen aus den Sammelkarten der Firma Kaffee HAG von Otto Hupp