Medina
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Medina

Dieser Artikel behandelt die saudi-arabische Stadt; zu anderen Bedeutungen dieses Begriffes siehe Medina (Begriffsklärung).
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Medina (von arabisch المدينة المنورةal-Madīna al-munawwara, „die erleuchtete Stadt“; ursprünglicher Name Yathrib, dann Madīnat an-Nabī = „Stadt des Propheten“) ist eine Stadt mit 918.889 Einwohnern (2004) im westlichen Saudi-Arabien. Nach Mekka ist Medina die zweitwichtigste heilige Stadt des Islam. Die Stadt ist nach islamischem Recht wie Mekka prinzipiell für Nichtmuslime gesperrt.

Ebenso ist Madīna das allgemeine arabische Wort für „Stadt“. Heutzutage wird der Begriff auch als besondere Bezeichnung für die Altstadt nordafrikanischer Städte verwendet (z. B. die „Medina von Marrakesch“).

Inhaltsverzeichnis

Vorislamische Geschichte

Yathrib wird das erste mal in den sogenannten "Harran Inschriften" erwähnt. Dort wird berichtet als der babylonische König Nabu-na'id 552 v.Chr. seinen Regierungssitz nach Tayma verlegte, soll er sich auch Yathrib, das alte Medina, sowie Dedan unterworfen haben.[1] Nabu-na'ids Interesse für diese Region, im heutigem nördlichen Saudi-Arabien, wird unter Anderem, der Wunsch gewesen sein, den Weihrauchhandel zu kontrollieren.

Die Banū Quraiẓa und die Banū ʾl-Naḍīr wanderten vermutlich im Jahre 70 nach Yathrib. Wahrscheinlich folgten ihnen dann im fünften Jahrhundert die arabischen Stämme Banū Khazradj und Banū Aus, wo sie zunächst den dort schon lebenden Juden unterworfen waren. Die Araber konnten jedoch die alteingesessene jüdische Bevölkerung in Abhängigkeit bringen und wurden Herren der Stadt.

Vor Mohammeds Ankunft in Yatharib gab es in der Umgebung Yathribs eine generationenlange Fehde mit diesen jüdischen und arabischen Stammesgruppen auf beiden Seiten, die zu einer allgemeinen Erschöpfung führte. Die jüdischen Banū Quraiẓa waren dabei, wie der ihnen freundschaftlich verbundene jüdische Stamm der Banū ʾl-Naḍīr, mit dem arabischen Stamm der Banū Aus (und deren Unterstämmen), einem der beiden mächtigsten Stämme Yathribs verbündet, während der dritte jüdische Stamm, die Banū Qainuqāʿ, mit dem mächtigsten Stamm, den Khazradj (und deren Unterstämmen) verbündet war.

Geschichte

Nach der Hidschra, dem Auszug aus Mekka im Jahre 622, wurde Medina der Sitz von Mohammeds anwachsender Bewegung. Seine damalige Moschee und sein Wohnhaus stellen heute einen Teil der „Moschee des Gesandten“ dar. 622 wurde Mohammed von Abgesandten der Aus und Chasradsch nach Yathrib (früherer Name Medinas) eingeladen, um als eine Art Gouverneur zu wirken. Medina war damals eine geteilte Stadt: Unterschiedliche Clans und Religionen lagen in Zank und Streit. Mohammed bewirkte eine Einigung in der Stadt. Alle Beteiligten stimmten einem Pakt zu, der von Mohammed und von seinen Schülern aufgestellt wurde. Er lud die gesamte Stadt ein, der neuen Religion, dem Islam, zu folgen, jedoch konnte er die meisten Juden nicht überzeugen. Unter den arabischen Neumuslimen opponierten die nur scheinbar konvertierten „Heuchler“ um Ibn Ubayy und paktierten mit den Juden Medinas. Die Banu Nadir und die Banu Qainuqa wurden daraufhin vertrieben und bei den Banu Quraiza wurden alle Männer exekutiert und die Frauen und Kinder versklavt.

Nach Änderung der Qibla von Jerusalem gen Mekka hielt eine kleine Gruppe konvertierter Juden an der ursprünglichen Qibla fest. Sie wurde die Sekte der Qibla al-Qudsiyya genannt.

Während der zehn Jahre nach der Hidschra bildete Medina das Zentrum des islamischen Lebens, bis Mohammed Mekka eroberte. Noch als die islamische Führung dort etabliert wurde, blieb Medina für einige Jahre die wichtigste Stadt des Islam und de facto die Hauptstadt des Kalifats.

Unter den ersten vier Kalifen, den Rechtgeleiteten Kalifen, erweiterte sich das islamische Reich schnell und umfasste bald Jerusalem, Ktesiphon und Damaskus. Nach dem Tod von Ali ibn Abi Talib verlegte der erste Umayyaden-Kalif Mu'awiya die Hauptstadt nach Damaskus. Medina hat heute noch große religiöse Bedeutung als zweitwichtigster islamischer Wallfahrtsort. 1517 wurde Medina von den Osmanen erobert, die daraufhin das Kalifat übernahmen.

1924 wurde Medina, das Jahrhunderte nominell zum osmanischen Reich gehört hatte, von Ibn Saud erobert, dessen Reich später zu Saudi-Arabien wurde.

Anmerkungen und Einzelnachweise

  1. C.J.Gadd, "The Harran Inscriptions of Nabonidus", ( Anatolian Studies, 8 ( 1958), Seite 59

Weitere Literatur


Koordinaten: 24,469° N, 39,61° O