John Hilton
Heim

John Hilton

Dieser Artikel widmet sich dem englischen Tischtennisspieler John Hilton; für den gleichnamigen Komponisten des 17. Jahrhunderts siehe John Hilton (Komponist).

John Hilton (* 25. Juni 1947) ist ein englischer Tischtennisspieler, der 1980 Europameister wurde.

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung

Mit 17 Jahren spielte Hilton erstmals Tischtennis. 1971 wanderte er nach Australien aus, arbeitete dort zunächst als Fitnesstrainer und trainierte später eine westaustralische Tischtennis-Auswahl. Dabei verwendete er erstmals Anti-Topspin-Beläge. 1972 kehrte er nach England zurück.

1975 tauchte er erstmals in der englischen Rangliste auf, nämlich auf Platz 19. Ein Jahr später wurde er ins englische Nationalteam berufen. 1977 gelangte er bei den Commonwealth-Meisterschaften in St. Peter Port im Einzel bis ins Halbfinale. Im gleichen Jahr spielte er bei der Weltmeisterschaft, schied aber ebenso wie bei der WM 1979 frühzeitig aus. 1978 wurde er bei seiner ersten Europameisterschaft mit der englischen Mannschaft Zweiter.

1979 kletterte er auf Rang 3 der englischen Rangliste. Mit dem Verein Sealink Milton Keynes gewann er die englische Meisterschaft 1979/80.

Stil

Hilton war reiner Defensivspieler.Er spielte mit einem griffigen, langsamen Backsidebelag und einer Belag-Eigenkonstruktion (die spröde, unelastische Schwammunterlage des Toni Hold Antitopspin-Belages wurde durch den hochelastischen Schwamm eines „normalen“ Backside-Offensiv-Belages ersetzt). Seine Spielweise aus variabler Schnittabwehr mit Drehen des Schlägers und vor allem seine gefürchteten Konter mit dem speziellen Anti-Topspin-Belag war sehr effektiv - wenn auch für die Zuschauer (durch die vielen, scheinbar leichten und unerklärlichen Fehler seiner Gegner) wenig attraktiv.

Europameisterschaft 1980

Bei der Europameisterschaft 1980 in Bern wurde er Überraschungssieger. Er erreichte im Einzel das Achtelfinale und schaltete hier den Europameister von 1978 Gábor Gergely aus Ungarn mit 3:2 aus. Danach gewann er gegen Jacques Secrétin mit 3:1 und gelangte so ins Endspiel. Hier setzte er sich gegen Jozef Dvořáček (CSSR) mit 3:0 durch und wurde Europameister.

Seine einer breiten Öffentlichkeit präsentierte Spielweise rief Neider und Kritiker auf den Plan. Sie sprachen vom bis dahin schlechteste Endspiel, einige sprachen sogar von "Betrug am Tischtennis". Die Schuld gab man John Hilton bzw. dessen Spielweise: Mit seinem sogenannten"Materialspiel" mache er das Tischtennis kaputt, er zerstöre das Spiel und lasse keine attraktiven Spielzüge zu.

Hiltons Materialspiel gab denjenigen Auftrieb, die verschiedenfarbige Schlägerbeläge forderten. 1984 gab der ITTF dieser Forderung mit einer entsprechenden Regeländerung nach (siehe dazu Belag des Tischtennisschlägers).

Zeit danach

1980 wurde Hilton vom deutschen Bundesligisten ATSV Saarbrücken verpflichtet, mit dem er 1982 den europäischen Messepokal gewann. Durchschlagende internationale Erfolge verzeichnete er aber nicht mehr. Bei der Weltmeisterschaft 1981 schied er früh aus, lediglich mit der englischen Mannschaft erreichte er Platz 6, im selben Jahr wurde er beim Turnier Europe TOP-12 Letzter. Auch bei der WM 1983 hatte er nur im Team mit Platz 4 Erfolg. Bis 1985 spielte er bein niederländischen Verein TTC Valkencourt.[1]

1998 trat er bei der Weltmeisterschaft der Senioren an und erreichte das Halbfinale.

Privat

Hilton lernte Zimmermann, arbeitet aber als Süßwarenverkäufer in Supermärkten. Nach seiner Rückkehr aus Australien 1972 verkaufte er im Außendienst Versicherungspolicen der Gesellschaft Britannic. Nach dem Gewinn der Europameisterschaft 1980 wurde er Tischtennis-Profi.

Hilton ist verheiratet und hat einen Sohn (* 1981).

Quellen und Einzelnachweise

  1. Zeitschrift DTS, 1985/11 S.42
Personendaten
Hilton, John
englischer Tischtennisspieler
25. Juni 1947