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Elsass (Weinbaugebiet)

Das Elsass (fr. Alsace) ist Frankreichs östlichstes Weinanbaugebiet mit AOC-Status. Erzeugt werden überwiegend Weißweine aus den Rebsorten Riesling, Pinot blanc, Gewürztraminer und Muscat. Die meisten Weine werden sortenrein ausgebaut.

Der Edelzwicker ist ein Verschnitt aus mindestens zwei Rebsorten.
Der Crémant d'Alsace ist ein Schaumwein.
Der Pinot noir ist Basis des einzigen Rotweins bzw. Rosé der Region.
Im Elsass ist der Verkauf von Fasswein untersagt. Der Wein muss beim Verkauf in Flaschen, die hier schmal und hochgezogen sind, abgefüllt sein. Die Flaschen werden aufgrund ihrer Form als flûte (Flöte) bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Appellationen

Der AOC-Status wurde dem Elsass schon 1945 verliehen und seither mehrmals ergänzt und abgeändert.
Es existieren folgende Bezeichnungen:

Seit Dezember 1999 dürfen entsprechende Weine den Zusatz vendanges tardives (entspricht etwa einer Spätlese) oder sélection de grains nobles (entspricht einer Beerenauslese) tragen, wenn sie den strikten Vorgaben (Handlese, Mindestgehalt an Zucker oder Öchsle, Rebsorte Gewürztraminer, Pinot gris, Riesling oder Muscat) genügen.

In geringen Mengen werden auch Vin de paille (Strohwein) und Vin de glace (Eiswein) hergestellt.

Geographie

Das Weinbaugebiet erstreckt sich vom Norden bis zum Süden des Elsass und dies auf einer Länge von ca. 100 km. Das Gebiet liegt am Fuß der Ostflanke der Vogesen. Die Gesamtanbaufläche beträgt 14.500 ha, die sich auf 119 Gemeinden zwischen Straßburg (Departement Bas-Rhin) und Mülhausen (Departement Haut-Rhin) verteilt, wobei Haut-Rhin den besseren Ruf hat. Der Streifen mit den Weinbergen ist nur 1,5 bis max. 3 km breit. Das gesamte Gebiet wird in Süd-Nordrichtung von einer ca. 110 km lange Weinstraße, der Route des Vins d'Alsace, durchzogen.

Route des Vins d'Alsace - Die Weinstraße

Die 1953 eingerichtete Elsässer Weinstraße berührt auf 170 km Länge in Nord-Süd-Richtung 67 der 119 Elsässer Weinbaugemeinden mit mehr als 300 Weingütern und 48 der 50 Grand Cru-Einzellagen.

Sie durchzieht die Départements Bas-Rhin und Haut-Rhin. Der touristische Schwerpunkt liegt im südlichen Abschnitt.

In Colmar befindet sich eine Weinbauschule und in Oberlin ein Weinbauinstitut. Beide sorgen für die ständige Entwicklung der Weinbautechnik im Elsass.

Boden und Klima

Da das Weinanbaugebiet auf der Ostseite der Vogesen liegt, ist es vor atlantischem Klima gut geschützt. Daraus entsteht ein halbkontinentales, warmes Klima mit nur wenigen Niederschlägen. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge ist die geringste aller französischen Weinbaugebiete.

Der Boden wechselt sehr häufig im Aufbau. Je nach Lage setzt er sich aus folgenden Gesteinen zusammen:
Urgesteinsböden aus Granit, Gneis oder Schiefer
Sedimentgesteinsböden aus Kalk, Mergel und Sandstein.

Die Grands Crus stehen hauptsächlich auf Mergel oder Granit.

Geschichte

Weinanbau im Elsass wurde vermutlich bereits in vorrömischer Zeit von den Kelten betrieben. Unter römischer Herrschaft erlebte er eine Blütezeit, die mit dem Einfall der Germanen im 5. Jahrhundert endete. Einen neuerlichen Aufstieg erlebte der Weinbau erst wieder unter dem Einfluss der Mönchsorden. Dokumente aus dem 9. Jahrhundert belegen bereits einen Weinanbau in mehr als 160 Orten. Im 16. Jahrhundert wurde auf einer ca. doppelt so großen Fläche als heute Wein angebaut. Zahlreiche noch erhaltene Gebäude aus dem Zeitalter der Renaissance zeugen von dieser Blütezeit. Aus dieser Zeit ist auch schon ein erster Ansatz für eine Art AOC zu erkennen. Damals setzte ein Weinbauverband aus Riquewihr einen Erntezeitpunkt fest und bestimmte die anzupflanzenden Rebsorten.

Der dreißigjährige Krieg setzt dieser hohen Zeit ein Ende und bringt Krieg, Hunger und die Pest über das Land. Es wurden praktisch alle Rebflächen zerstört. Nach Beendigung des Kriegs erholt sich der Weinbau wieder und die Anbaufläche steigt auf über 30.000 ha im Jahr 1828. Unter dem Einfluss von Reblaus und Rebkrankeiten wie dem Mehltau, des kostengünstigen Eisenbahntransportes und dem zunehmendem Bierkonsum ging der Weinbau auf eine Fläche von nur noch 9.500 ha, davon 7.500 in der heutigen Appelation, auf einen Tiefststand zurück.
Durch den Jahrhunderte langen deutschen Einfluss entstand im Elsass eine gänzlich andere Form der Weinkultur als im restlichen Frankreich. Dies macht sich auch jetzt noch speziell bei der Herstellung und den Rebsorten bemerkbar.

Weinproduktion

Die durchschnittliche Jahresproduktion im Elsass beträgt ca. 1,2 Millionen hl (160 Millionen Flaschen). Im Jahr 2004 betrug die Ernte 1,263,564 hl; dies entspricht einer Steigerung von 7,4% in Bezug auf die letzten 5 Jahre und etwa 19% der gesamten französischen Qualitätsweinproduktion. Ca. 13% der Ernte werden zu in Flaschengährung zu Crémant d'Alsace verarbeitet.

Rebsorten und Weine

Zu etwas mehr als 90% werden im Elsass weiße Rebsorten kultiviert und überwiegend reinsortig ausgebaut. Die größte Ausnahme ist hier der Edelzwicker.

Mit Klevener de Heiligenstein wird die ausschließlich in Heiligenstein kultivierte Rebsorte Savagnin rose bezeichnet. Bei den Ampelographen besteht hier Uneinigkeit darüber, ob es sich bei dieser Rebsorte nicht um den Traminer handelt.

Grands Crus aus dem Elsass

Erst seit 1975 haben die Behörden diese Lagen als Alsace Grand Cru klassiert. Zugelassen sind nur die Rebsorten Riesling, Gewürztraminer, Muscat und Pinot Gris. Der Höchstertrag liegt bei 70 hl/ha. Dieser Wert ist außergewöhnlich hoch, wenn man bedenkt, dass z.B. ein Premier Cru aus dem Burgund auf 30 hl/ha beschränkt ist. Insgesamt sind 50 Lagen in 47 Orten zugelassen. Ihre Rebflächen bewegen sich zwischen 3 und 80 ha und belegen insgesamt 585 ha.

Siehe auch