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Motu

Dieser Artikel beschreibt den Volksstamm der Motu. Ein Inseltyp trägt auch den Namen Motu

Motu ist der Name eines wichtigen Stammes in Papua-Neuguinea, sowie der Sprache des Stammes. Die neuguineische Verkehrssprache Hiri Motu basiert auf dieser Sprache.

Die etwa 25.000 Motu leben um die Hauptstadt Port Moresby in der Provinz Central. Sie leben hauptsächlich vom Fischfang und waren früher für ihre schönen Häuser und Kanus berühmt sowie vor allem für ihre Gesichts- und Ganzkörper-Tätowierungen. Eine nichttätowierte Frau wurde als unehrenhaft betrachtet. Heute gelten die Tätowierungen als altmodisch, und nur noch Ältere tragen sie.

Die alten Hiri-Handelsfahrten der Motu

Auch die früheren Hiri-Fahrten gibt es nur noch in der Erinnerung. Das waren weite, monatelange Handelsfahrten, die die Motu mit ihren Lagatois, aus Kanus zusammengebundenen Segelbooten unternahmen, und dabei ihre schönen Tonwaren gegen Sago-Palmenmehl eintauschten. Lagatois werden heute noch zu besonderen Feiern, wie dem Unabhängigkeitstag von Papua-Neuguinea hergestellt.

Übernahme der Sprache über die Stammesgrenzen hinaus

In der australischen Kolonialzeit dienten viele Motu als Polizisten. Auch für die übrigen einheimischen Polizisten und niedrigen Verwaltungsbeamten galt bald eine vereinfachte Form der Stammes-Sprache als Lingua franca in der Sprachenvielfalt Papuas. Diese Sprache, Hiri-Motu, wird daher oft auch als Police-Motu bezeichnet. Es handelt sich, wie die neuguineische Verkehrssprache Tok Pisin, um eine Pidgin-Sprache.

Sowohl Motu, als auch Hiri-Motu sind der austronesischen Gruppe angehörenden Sprachen. Bis zum Zweiten Weltkrieg verbreitete sich die Sprache immer weiter, heute sprechen sie etwa noch 4% der Papua-Neuguineer.