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Homologation

Mit Homologation wurde im engeren Sinn die gerichtliche Beglaubigung der Übereinstimmung von Schriftstücken bezeichnet. In Luxemburg wird beispielsweise die Anerkennung ausländischer (insb. deutscher) Zeugnisse mit Homologation bezeichnet.

Der Wortsinn hat sich mittlerweile stark erweitert: inzwischen wird damit eine umfangreiche Zulassungsprozedur bezeichnet, mit der auf der Basis von Zulassungsvorschriften überprüft wird, ob die Leistungsmerkmale von Liefergegenständen so beschaffen sind, dass diese zugelassen werden können und ein Zertifikat der Homologation erhalten können. Beispiel: Voraussetzung für die Lieferung von Einrichtungen für Mobilfunknetze nach China ist eine Homologation dieser Einrichtungen. (s. auch der Begriff "Homologierung", der mittlerweile synonym verwendet wird.)

Der Begriff der Homologation wird vor allem für die Automobilindustrie zunehmend wichtiger. Für die Zulassungsfähigkeit müssen Fahrzeuge so konfiguriert werden, dass diese den länderspezifischen Gesetzmäßigkeiten entsprechen. Die heutige Herausforderung für die Autoindustrie liegt hauptsächlich in der Erfüllung von zahlreichen Abgas- und Crashvorschriften. Die Vorschriften sind aber weltweit sehr unterschiedlich. Während manche Länder gar keine Vorschriften für Zulassung erheben, sind andere sehr stark (z. B. EU, Japan etc.) reglementiert. Die Richtlinien sind teilweise so komplex und unterschiedlich, dass die technische Umsetzung für die Fahrzeuge umfangreiche und vorausschauende Planungen erfordert.

Als Grundlage der heute bekannten Homologation in der Automobilindustrie kann die StVZO (Straßenverkehrszulassungsordnung) genannt werden. Die meisten Regelungen der Zulassung von Fahrzeugen entstammen diesen Bestimmungen. Heute ist das Europäische Rechtssystem innerhalb der EU für die Typzulassung von Fahrzeugen maßgeblich. Grundlage hierfür ist die Richtlinie 70/156/EWG mit allen Ergänzungsrichtlinien und künftig die Richtlinie 2007/46/EG, durch die die erstgenannte Richtlinie abgelöst wird. Diese sogenannten "Rahmenrichtlinien" verweisen in Hinblick auf technische Anforderungen auf eine Vielzahl von "Einzelrichtlinien", die sich auf Baugruppen eines Fahrzeugs wie Bremse, Beleuchtung, Sitzen, Gurte, Glas um nur einige zu nennen beziehen. Erst wenn die zahlreichen Beschreibungen dieser Systeme und dazu gehörende Tests abgeschlossen und die entsprechenden Teilgenehmigungen vorliegen, kann die Gesamtzulassung (Typgenehmigung) beantragt werden. Die Daten der Gesamtfahrzeuggenehmigung erzeugt den Datensatz, aus dem der Europäische Fahrzeugbrief entsteht, welcher in jedem EU-Mitgliedstaat die Zulassung des Fahrzeuges ermöglicht. Jeder Staat kann zwar immer noch Fahrzeuge alleine nach nationalem Recht zulassen, was aber keine Garantie für eine Zulassung in einem anderen Staat darstellt. Hingegen ist die Europäische Typzulassung eine Voraussetzung, Fahrzeuge in jedem EU- Mitgliedstaat ohne weitere Prüfungen zum Verkehr zulassen zu können. Der Hersteller kann eine Zulassung in jedem EU-Mitgliedstaat einreichen. Also kann ein deutscher Hersteller seine Produkte auch z. B. in Spanien zulassen und dann ohne neue Zulassung auch in England verkaufen.

Motorsport

Im Bereich des Motorsports werden ganze Fahrzeuge oder auch nur Motoren (für Formelwagen, sowie Markenformeln) und Rennstrecken von den nationalen und internationalen Sportbehörden erfasst und in einem Homologationsblatt beschrieben.

Außerdem unterliegen zunehmend mehr Teile der Sicherheitsausrüstung (Sitze, Fahrerausrüstung, Gurte) einer zeitlich immer enger werdenden Homologationsfrist. Da diese Teile ausschließlich der eigenen Sicherheit dienen, werden die Fahrer gezwungen, Neuteile zu kaufen, selbst wenn die alten dem persönlichen Sicherheitsbedürfnis noch entsprechen.

Die aktuelle FIA-Norm für flammabweisende Bekleidung ist 8856-2000. Anders lautende Bezeichnungen sind überholt; entsprechend ausgerüstete Fahrer riskieren, nicht zum Rennen zugelassen zu werden.

Im Motorrad-Rennsport ist es in seriennahen Klassen, wie der Superbike-WM, üblich, dass jeder Hersteller eine gewisse Stückzahl von straßenzugelassenen Maschinen eines Modells herstellen muss, um für dieses die Homologation für den Rennsport zu erhalten.

Ausführliche Darstellung

Eisenbahnfahrzeuge

siehe Zulassung von Eisenbahnfahrzeugen