Heim

Rote Garden

Dieser Artikel beschäftigt sich mit den Roten Garden in China. Für die Rote Garde in der Zeit der Russischen Oktoberrevolution siehe Rote Armee.

Die Roten Garden waren die Träger der von Mao Zedong initiierten Kulturrevolution (1966-1976) in der Volksrepublik China.

Sie bestanden aus Schülern und Studenten. Sie organisierten sich in Gruppen, genannt „Rote Garde“. Die einzelnen Gruppierungen hatten unterschiedliche Gründe für die Rebellion und damit auch verschiedene Ziele. Mao Zedong bediente sich bewusst der Emotionalisierung dieser Massen, die sich seit 1963/64 wieder stark mit dem von Mao geschriebenen „Roten Buch“ identifizierten.

Mit dem Ziel, sich der Vier Alten zu entledigen, vertrieben, erniedrigten oder töteten sie Vorgesetzte, zum Beispiel Lehrer, sowie Kommilitonen mit „schlechtem Klassenhintergrund“ und „Kulturbetreibende“. Sie unterstanden Mao und griffen selten eigenständig Personen an, deren Erniedrigung nicht schon vorher durch die Maofraktion der Regierung legitimiert war. Ihr „politisches“ Auftreten führte dazu, dass die Schulen und Universitäten geschlossen blieben. Am 18. August 1966 versammelten sich eine Million Schüler und Studenten auf dem Tiananmen-Platz (Platz des Himmlischen Friedens), der Personenkult Maos war stark gestiegen. Nach seiner dortigen Rede wurde ihm eine rote Armbinde umgelegt, er galt als der oberste Anführer der Rotgardisten.

Der durch die Rotgardisten entstandene Terror wurde 1969 durch die unter dem Befehl von Mao stehende Volksbefreiungsarmee niedergeschlagen. Zur Umerziehung wurden viele ehemalige Aktivisten aufs Land geschickt.

Mit dem Tod Maos 1976 war die Kulturrevolution beendet. Die Zahl der Opfer ist immer noch unklar, es existieren Schätzwerte von 100.000 bis zu einigen Millionen Toten.