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IMAX

IMAX ist ein von der gleichnamigen kanadischen Firma entwickeltes Kino-System. Es verwendet das größte Filmformat weltweit. Die sich daraus ergebende hohe Auflösung ermöglicht Leinwandflächen von 500 m² und mehr in ausgezeichneter Bildqualität. Dadurch tritt der so genannte Vektions-Effekt auf: die Zuschauer fühlen sich, als wären sie Akteure des Films. Das Wort „IMAX“ entstand aus den Worten „Images maximum“, was zu Deutsch in etwa „größtmögliche Bilder“ heißt. Technisch wird das IMAX-System durch die Verwendung von horizontal geführtem 70-mm-Film realisiert.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Auf der EXPO 1967 in Montreal, Kanada galten Multi-Leinwand-Filme als Attraktion. Die kanadischen Filmemacher und Unternehmer Graeme Ferguson, Roman Kroitor und Robert Kerr beschlossen angesichts des Erfolges ein System zu konzipieren, in dem ein einzelner starker Projektor verwendet wird, statt der noch üblichen multiplen Projektoren. Sie gründeten 1967 die IMAX Corporation mit Sitz in Mississauga, Kanada. Auf der Expo '70 in Osaka, Japan wurde schließlich im Fuji-Pavillon erstmals das IMAX-Filmprojektorensystem vorgestellt.

Das erste permanente IMAX-Projektionssystem wurde 1971 im Cinesphere-Kino am Ontario Place in Toronto installiert. Eine Variation, das IMAX Dome, hatte seine Premiere als „OMNIMAX“ im Jahre 1973 im Reuben H. Fleet Space Theater in San Diego.

In der Folge setzte IMAX seine Anstrengungen fort, das IMAX-Erlebnis weiterzuentwickeln. So hatte IMAX 3D im kanadischen Pavillon auf der Expo 86 in Vancouver, Premiere, die beiden Systeme IMAX 3D Dome (später IMAX Solido und IMAX Magic Carpet jeweils im Fujitsu-Pavillon und im Sanwa-Midori-Kai-Pavillon auf der Expo 1990 in Osaka, Japan. Auf der EXPO 1992 in Sevilla, Spanien setzte IMAX im kanadischen Pavillon seine Weltausstellungs-Tradition mit der Uraufführung des IMAX HD-Systems fort.

Technik

Der 70-mm-Film läuft horizontal durch den Projektor, so dass eine Bildfläche von etwa 71 mm x 52 mm erreicht wird. Das Bildformat beträgt also in etwa 1,36:1 und ist damit dem gewöhnlichen Fernsehformat 4:3 (1,33:1) wesentlich ähnlicher als den sonst verwendeten Kinoformaten. Die eingesetzte Projektionslampe ist eine Xenon-Gasentladungslampe mit einer Leistung von 15 kW und bei 3D-Projektionen, für die zwei Projektoren mit unterschiedlich polarisiertem Licht verwendet werden, insgesamt 30 kW. Die Lampe muss wassergekühlt werden; ihre Betriebsspannung beträgt 37,5 V bei einer Stromaufnahme von 400 A. Die Verstärker des Mehrkanal-Tonsystems haben eine maximale elektrische Ausgangsleistung von 25 kW, dadurch erscheinen Filmmusik und Geräusche besonders realistisch.

Um den Film schonend durch den Projektor zu transportieren und gleichzeitig ein brillantes, scharfes und flimmerfreies Bild zu produzieren, hat die IMAX Corporation den sogenannten Rolling-Loop-Filmtransport (rollende Schleife) erfunden. Der Filmstreifen wird bei diesem Verfahren horizontal und in wellenartiger Bewegung vorwärts bewegt.

Anliegend am Rotor befindet sich ein sogenanntes Einlaufrad, das den Film in die vorbeifahrenden Taschen des Rotors drückt, so dass der Film wellenförmig auf diesem liegt. Die einzelnen Bilder werden von Sperrgitterstreifen justiert, durch vier Pins fixiert und durch ein Vakuum an die Hinterlinse der Projektionsoptik gesaugt. Somit ergeben sich annähernd perfekter Bildstand und Schärfe. Durch die hohe Frequenz von über 120 Hz und die starken Xenon-Gasentladungslampen mit ca. 15.000 W Leistung wird ein brillantes Bild produziert. Das Gewicht eines wassergekühlten Einzelprojektors beträgt ungefähr 900 kg.

Bei 3D-Projektionen bekommen die Zuschauer eine 3D-Brille (siehe unten) zum Betrachten der Filme.

IMAX 3D

Bei der Aufnahme eines IMAX-3D-Filmes wird für jedes Auge durch zwei Kameras je ein Bild im Augenabstand aufgezeichnet. Das „IMAX 3D“-Verfahren nutzt für die erforderliche Bildtrennung bei der Projektion die Polarisationstechnik, um ein dreidimensionales farbiges Bild zu erzeugen.

Die Filmprojektion erfolgt mit linear polarisiertem Licht. Dabei sind die Polarisationsrichtungen für das rechte und das linke Teilbild gerade um 90 Grad verdreht. Der Betrachter trägt spezielle 3D-Brillen, die wiederum durch entsprechende Polarisationsfilter dafür sorgen, dass jedes Auge nur das für es vorgesehene Teilbild zu sehen bekommt. Im Gehirn entsteht so der dreidimensionale Filmeindruck. Das Bild wird auf eine Silberleinwand projiziert, da herkömmliche Projektionsflächen die Polarisation des Lichtes zerstören würden.

Ein Vorteil der Polarisationsfiltertechnik sind die kostengünstige Herstellung der 3D-Brillen und deren unkomplizierte Handhabung. Die Polfilter absorbieren allerdings ungefähr 1,5 Blendenstufen des vorhandenen Lichtes. Deshalb sind sehr starke Xenonlampen nötig, die aufgrund der hohen Hitzeentwicklung (Betriebstemperatur ca. 800 °C) kontinuierlich mit Luft und Wasser gekühlt werden müssen. Ein weiterer Nachteil ist die starke Blickwinkelabhängigkeit der Silberleinwand. Für seitliche Blickwinkel größer als ca. 20 Grad ist das Bild nur noch weniger als halb so hell, verglichen mit der frontalen Betrachtung. Zuschauer sollten also bei der Projektion möglichst mittig vor der Leinwand sitzen.

In manchen Kinos werden dagegen Shutterbrillen verwendet. Bei dieser Technik wirft der Projektor abwechselnd ein Bild für das linke bzw. für das rechte Auge auf die Leinwand. Die Shutterbrillen enthalten für jedes Auge ein dünnes LCD-Glas, welches – synchron mit dem Projektor – nur dann lichtdurchlässig wird, wenn auch das für dieses Auge vorgesehene Bild auf der Leinwand zu sehen ist. Dieser Vorgang wird durch Infrarotsignalgeber oberhalb der Leinwand für alle Brillen gleichzeitig gesteuert. Um ein Kopfschmerzen bereitendes Flimmern des Bildes zu verhindern, muss jedes linke Einzelbild viermal in Abwechslung mit dem jeweils passenden rechten Einzelbild gezeigt werden. Da die Brillen aktive Komponenten enthalten, wird diese Technik auch als „aktive“ Stereoprojektion bezeichnet, im Gegensatz zu der „passiven“ Polarisationsfiltertechnik.

IMAX Dome

Das IMAX-Dome-System (früher OMNIMAX) zeichnet sich durch eine halbkugelartige Leinwand mit bis zu 21 m Durchmesser und rund 1000 m² Fläche aus, die in der Horizontalen 180°, in der Vertikalen 122° (100° über dem Horizont des Betrachters und 22° darunter) abdeckt und somit das komplette Sichtfeld des Betrachters ausfüllt. Hierbei wird der Film mittels einer entsprechenden Kamera mit Fischaugen-Weitwinkelobjektiv aufgenommen, sodass auf dem Filmstreifen ein ovales, verzerrtes, schwarz umrandetes Bild erscheint. Dieser schwarze Rand wird bei der Projektion maskiert und der verzerrte Bildbereich durch eine entsprechende Weitwinkellinse und die gewölbte Projektionsfläche entzerrt auf die Leinwand projiziert. Dieses System verstärkt das Gefühl, sich "im Film" zu befinden. Schwindelgefühle bei den Zuschauern während schneller Kamerafahrten sind daher keine Seltenheit.

Siehe dazu auch das Omnivision-Verfahren in 180-Grad-Kinos ab 1979 und dessen Vorgänger ab 1958.

Inzwischen sind einige IMAX-Dome-fähige Kinos (z. B. das ehemalige Discovery Channel IMAX in Berlin) dazu übergegangen, auch „flache“ IMAX-Filme auf die Dome-Leinwand zu projizieren. Dies wirkt sich aber in der Bildqualität negativ aus, da Verzerrungen im Bild auftreten, die mit zunehmender Nähe zum Rand der Leinwand stärker werden. So werden gerade Linien zur Leinwandmitte hin gekrümmt. Gelegentlich sind auch leichte blaue und gelbe Farbsäume zu erkennen.

IMAX Solido

Das „IMAX Solido“-System ist eine Kombination aus IMAX 3D, IMAX Dome und IMAX HD. Hierbei werden zwei Filmstreifen, die mit 48 Bildern pro Sekunde laufen, gegenseitig abwechselnd auf eine kuppelförmige Leinwand vor/über den Zuschauern projiziert. Die Zuschauer tragen Shutterbrillen, die für jedes Auge nur die Bilder durchlässt, die dafür bestimmt sind. Somit kommt IMAX Solido dem menschlichen Sehvermögen am nächsten, da die Zuschauer ein scharfes, nicht flackerndes, dreidimensionales und das ganze Gesichtsfeld ausfüllendes Bild sehen. Dieses Verfahren hat sich bisher nicht durchgesetzt. Ein Solido-fähiges IMAX-Kino findet sich heutzutage nur noch im Futuroscope in Poitiers, Frankreich.

Für nähere Informationen siehe IMAX 3D, IMAX Dome und IMAX HD.

IMAX HD

Hierbei wird der Film mit der doppelten Geschwindigkeit aufgenommen und abgespielt (48 statt 24 Bilder pro Sekunde). Dadurch werden Bewegungsunschärfen stark reduziert; Bewegungen wirken flüssiger und natürlicher. Der Nachteil dieses Systems liegt darin, dass die meisten IMAX-Kinos Filmteller haben, die für höchstens 50-minütige Filme ausreichen. Somit können IMAX-HD-Filme bei gleicher (Meter-)Länge nur maximal 25 Minuten lang sein. Die Bezeichnung HD (High Definition, hohe Auflösung) bezieht sich allerdings nicht auf die Bildpunkteanzahl des Filmmaterials, sondern auf die zeitliche Auflösung. Durch die recht kurze maximale Spieldauer dieses Verfahrens hat es sich allerdings nicht durchsetzen können.

IMAX HD kann auch mit Dome und 3D kombiniert werden, dann heißt es IMAX Solido (siehe oben).

IMAX Magic Carpet

Bei dieser Technik wird der Film mit zwei Kameras aufgenommen, wobei eine nach vorne und eine nach unten gerichtet ist. Die Projektion des nach vorne gerichteten Filmes erfolgt normal. Der nach unten gerichtet aufgenommene Film wird mittels eines zweiten, unter dem Zuschauerraum gelegenen Projektors über einen Spiegel auf die waagrechte, „liegende“ Leinwand (deshalb Magic Carpet = „magischer Teppich“) unter (!) den Sitzreihen projiziert. Diese müssen logischerweise mit Glasböden ausgestattet sein. So können beispielsweise Luftaufnahmen gezeigt werden, wobei die Zuschauer nicht nur den Ausblick nach vorn haben, sondern auch die Landschaft unter ihnen sehen können. Die beiden bisher einzigen „IMAX Magic Carpet“-Filme waren Flowers in the Sky, der die lange Reise der Monarch-Schmetterlinge zeigte, und "Flying Raft".

Dieses Verfahren konnte sich jedoch nicht durchsetzen, da die Zuschauer es gewohnt sind, im Kino nach vorne zu sehen und so den „Magic Carpet“-Effekt nicht mitbekamen. Außerdem ist der Blick nach unten durch die eigenen Beine und den Sessel des Vordermannes stark eingeschränkt.

Derzeit existiert nur ein „IMAX Magic Carpet“-Kino. Es befindet sich im Futuroscope in Poitiers. Außerdem gibt es ein „Nicht-IMAX-Kino“, das jedoch eine sehr ähnliche Technik benutzt, im Mystery Park in Interlaken (Schweiz).

IMAX DMR

DMR bedeutet Digital Remastering. Hierbei werden herkömmliche, auf 35-mm-Film gedrehte Filme so hochauflösend wie möglich (in der Regel mit 6k) eingescannt und so digitalisiert. Im Idealfall wird dazu das aus der Kamera stammende Negativmaterial verwendet, da bei jedem Kopiervorgang ein Qualitätsverlust auftritt. Dann wird mit speziellen Software-Algorithmen die Körnung des Filmes entfernt, die auf den IMAX-Leinwänden sonst unangenehm auffallen würde. Anschließend wird das Bild nachgeschärft, um Details zu erhalten. Da die zu verarbeitende Datenmenge extrem hoch ist (mehrere Terabyte), braucht die verarbeitende Renderfarm mehrere Wochen für die Nachbearbeitung. Zum Schluss wird der Film mit 8k, d.h. 8000 mal 6000 Pixeln (48 Megapixel) auf 70-mm-Film ausbelichtet.

Ein Rechenbeispiel zur Datenmenge: Angenommen, ein 90-minütiger Film soll mittels DMR „aufgeblasen“ werden. Er hat 129.600 Einzelbilder (90 Minuten x 60 Sekunden x 24 Bilder). Er wird mit 48 Megapixeln (8.000 x 6.000 Pixel) und einer Farbtiefe von 32 Bit pro Pixel eingescannt und ohne Datenkompression gespeichert. Das gibt für jedes Einzelbild eine Datenmenge von 192.000.000 Bytes, also ca. 183,1 Megabyte. Insgesamt haben also allein die Bilddaten des Films eine Menge von 22,63 Terabyte (183,1 Megabyte x 129.600 Einzelbilder).

Bei komplett computeranimierten Filmen funktioniert DMR anders: Sie werden in der Regel in höherer Auflösung und 3D gerendert und auf 70-mm-Film kopiert. Weil man nicht an existierendes Breitbild-Filmmaterial gebunden ist, kann durch einen oben und unten vergrößerten Bildausschnitt der Letterbox-Effekt, der sich sonst bei der Projektion „normaler“ Breitbildfilme auf den 4:3-IMAX-Leinwänden ergäbe (schwarze Balken oben und unten), vermieden oder zumindest verringert werden.

Inzwischen wurden bei einigen DMR-bearbeiteten Filmen (Superman Returns, Harry Potter und der Orden des Phönix) bestimmte Szenen nachträglich in 3D konvertiert; dies geschah durch ein aufwändiges „Nachbauen“ der Szenen in einem 3D-Programm. (Siehe auch hier).

Bei der Projektion muss allerdings beachtet werden, dass „herkömmliche“ Filme üblicherweise länger als IMAX-Filme sind. Deshalb wird - je nach verfügbarer Filmtelleranlage - nach 60-100 Minuten eine Pause zum Filmwechsel gemacht.

Kritik an IMAX DMR kommt vor allem von den Kinobetreibern: Sie argumentieren, ein auf 35-mm-Film gedrehter Film könne nicht auf das Qualitätsniveau von 70-mm-Material gebracht werden; somit sei IMAX DMR 'Etikettenschwindel'. Außerdem störe sie der Letterbox-Effekt sowie die Pausen zum Wechseln der Filmrollen.

Entwicklungen

SANDDE™

Zur SIGGRAPH 1997 in Los Angeles, Kalifornien präsentierte die IMAX Corp. erstmals ihr proprietäres 3D-Animations- und Zeichenwerkzeug SANDDE™ (Sterephonic Animation Drawing Device). SANDDE™ stellt ein System aus Hardware- und Software-Komponenten dar, das es ermöglicht 3D-Animationsfilme für IMAX-3D-Kinos zu erstellen. Als Erfinder gilt Roman Kroitor, während die Entwicklungsarbeit hauptsächlich seinem Bruder Paul Kroitor und Greg Labute zugesprochen wird.

SANDDE™ zeichnet sich besonders dadurch aus, dass es sogar Künstlern, die bislang nur in 2D gezeichnet haben, nach kurzer Eingewöhnungszeit ermöglicht, Bilder von Hand im dreidimensionalen Raum zu zeichnen. Der Zeichner steht dazu frei in einem speziell ausgestatteten Raum. Als Zeichenwerkzeug dient ein Stabwerkzeug, das ein magnetisches Feld aufbaut, und so die eigene Position im Raum direkt an das per Kabel angeschlossene Rechnersystem überträgt. Um die Formen und Bewegungen des magnetischen Trackers in Echtzeit umsetzen zu können, wurde eigens eine vektorbasierte Animations-Software für IMAX-3D-Filme entwickelt. Das System läuft auf Windows NT und wurde anfänglich mit Pentium-III-Prozessoren betrieben.

Um dem Zeichner zu ermöglichen, seine Arbeit möglichst ähnlich dem späteren Ergebnis zu betrachten, kommt eine ähnliche Technik zum Einsatz, die auch in den IMAX-3D-Kinos benutzt wird. Hierzu ist eine maximal 12x16 Fuß große Leinwand vor dem Künstler angebracht. Durch die angeschlossenen Computersysteme wird in das vom Künstler gezeichnete Bild die benötigte Deviation gerechnet, und das Ergebnis durch zwei Projektoren im Rücken des Zeichners umgesetzt. Um das von der Leinwand reflektierte, dreidimensionale Bild erkennen zu können, nutzt der Animator eine 3D-Brille. Je nach angewandtem Verfahren ist dies eine Polarisations- oder eine Shutterbrille. So ist es ihm möglich seine Zeichnungen optimal auf perspektivischen Gegebenheiten im IMAX-3D-Kino abzustimmen. Das Bild wird für den Zeichner in Echtzeit berechnet und projiziert. Anders als in der 2D-Animationstechnik ist es nur nötig die Farben für die Flächen eines Bildes festzulegen, um den Film zu kolorieren. Durch einen automatischen Prozess wird die Farbe der Flächen auf die restlichen Frames übertragen.

Obwohl sich SANDDE™ derzeit noch im Entwicklungsstadium befindet, war es der IMAX Corp. bereits möglich erste Filme mit der neuen Technik zu erstellen.

GEPPETTO™

Benannt nach dem Schreiner, der die Marionette Pinocchio erschaffen hat, stellt Geppetto eine komplementäre Animations-Technik zu SANDDE™ dar. Es wurde auf der SIGGRAPH 1998 in Orlando, Florida erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt und dient der Animation in 3D erstellter Charaktere. Während mit SANDDE™ die Keyframes gezeichnet wurden, ist es mit GEPPETTO™ möglich, die Bewegungen zwischen diesen automatisch zu berechnen. So kann der Zeichner Änderungen in der Bewegung seiner Charaktere durch die Veränderung von Keyframes in Echtzeit umsetzen. GEPPETTO™ befindet sich wie SANDDE™ derzeit im Entwicklungsstadium.

Filme

Gezeigt werden Filme, die im 15/70-Format (15 Perforationslöcher pro 70-mm-Bild) mit speziellen Kameras aufgenommen wurden. Aufgrund technischer Gegebenheiten (Größe und Gewicht (80 kg) einer Filmrolle) sind IMAX-Filme selten länger als eine Stunde.

Filmliste (Auswahl)

Shrek 3D“ (15 min.), als Beigabe auf der Neuausgabe des ersten Shrek-Kinofilms auf DVD, wurde in einigen Ländern auch in IMAX-Kinos in 3D gezeigt.

Disneys „Der König der Löwen“ (1994) wurde 2004 mit zusätzlichen Szenen sowie verbesserter Bild- und Tonqualität in IMAX-Kinos gezeigt. Ebenso gab es eine erweiterte Version von „Die Schöne und das Biest“. Siehe IMAX DMR.

Der Animationsfilm „Polar-Express“ (2004, 90 min.) wurde mittels DMR im IMAX-3D-Format vorgeführt.

Folgende Filme wurden mit der IMAX-SANDDE™-Technik erstellt:

Kinos

Deutschland

IMAX-Kinos in Deutschland gibt es in Berlin (das Discovery Channel IMAX mit Dome- und normaler Leinwand ist seit dem 30. Juli 2006 geschlossen; im Cinestar IMAX im Sony Center werden ausschließlich 3D-Filme gezeigt), Brühl (Simulatoren im Phantasialand), Nürnberg (IMAX 3D und Dome, im selben Saal), Sinsheim (IMAX 3D) und Speyer (Dome).

Das erfolgreichste IMAX-Kino der Welt, das Discovery Channel IMAX Berlin, welches 1997 als erstes Berliner IMAX-Theater eröffnet wurde, befand sich bis zur Schließung am 30. Juli 2006 in der Nähe des Potsdamer Platzes. Das neuere, noch bestehende IMAX 3D Sony Center befindet sich ebenfalls am Potsdamer Platz; in diesem sind ausschließlich 3D-Filme zu sehen.

Das IMAX am Cinecittà Nürnberg hat als einziges Theater in Deutschland zwei IMAX-Systeme in einem Kinosaal untergebracht, zum einen IMAX Dome mit einer nach hinten (Parkposition) und nach vorne (Vorführposition) schwenkbaren Leinwand und zum anderen IMAX 3D, das oben bereits erklärt wurde. Dieses Theater bietet den Zuschauern im IMAX Dome ein circa 1000 m² großes Bild und besitzt damit die größten Leinwände Deutschlands. Die flache Leinwand, auf der 3D-Filme gezeigt werden, ist zwar mit circa 600 m² kleiner als die Kuppelleinwand, sprengt aber immer noch jegliche Dimension herkömmlicher Kinoleinwände. Das Nürnberger IMAX-Kino ist das größte Europas und befindet sich komplett unter der Erde.

Im Space-Center Bremen befand sich bis zur Schließung am 26. September 2004 ebenfalls ein IMAX-Kino, das während der Parköffnungszeiten eine auf 25 Minuten gekürzte Fassung von Space Station 3D zeigte, nach Parkschluss aber als reguläres IMAX-Kino diente.

Das IMAX-Kino im Forum der Technik München (in der Nähe des Deutschen Museums), welches ebenfalls 3D-Filme im Angebot hatte, musste Anfang 2005 wegen Insolvenz des Betreibers geschlossen werden. Nach Wiedereröffnung als "Forum am Deutschen Museum" wurde der IMAX-Saal für konventionelle Filmvorführungen, teilweise mit digitaler Projektion, genutzt. Ab dem 30. August 2007 werden in diesem Kino wieder 3D-Filme, abwechselnd mit "normalen" Spielfilmen, vorgeführt.

In Düsseldorf befand sich bis 2001 im UFA-Palast am Hauptbahnhof ein IMAX-Kino. Auch die IMAX-Kinos in Dettelbach/Franken, Bochum (eröffnet im Dezember 1997, seit März 2003 geschlossen, die weitere Nutzung ist noch ungeklärt) und Frankfurt am Main (seit Mitte 2007 wieder als 3D-Kino mit digitaler Projektion in 2K in Betrieb unter dem Namen Cinemagnum) mussten aus Gründen der Insolvenz schließen. Als Grund für die häufigen Schließungen wird, neben den hohen Investitionen, die geringe Publikumsresonanz aufgrund einer geringen, nicht abendfüllenden, und zu wenig durch aktuelle Filme ergänzten Filmauswahl genannt.

Frankreich

Im „Disney Village“ im Disneyland Resort Paris befindet sich ein Gaumont-IMAX-Kino; außerdem gibt es im Nordosten von Paris seit 1985 das IMAX-Kino La Géode im Parc de la Villette (wo allerdings nicht nur 3D-Filme gezeigt werden).

Eine Besonderheit ist in Frankreich das Futuroscope, ein Freizeitpark, welcher sich mit der Zukunft beschäftigt. Er befindet sich in Chasseneuil-du-Poitou in der Nähe von Poitiers. In den vielen verschiedenen Kinos werden alte und neue Filme gezeigt. Unter diesen Kinos sind auch mehrere IMAX-Kinos, die die verschiedenen oben bezeichneten IMAX-Technologien verwenden. Obwohl die Filme in französischer Sprache gezeigt werden, ist über Kopfhörer auch der Filmton in deutsch und englisch zu empfangen.

Großbritannien

In Großbritannien gibt es IMAX-Kinos in Belfast, Birmingham, Bournemouth, Bradford, Bristol (2007 geschlossen), Glasgow und Manchester. In London gibt es gleich zwei IMAX-Kinos. Eins befindet sich unweit des Bahnhofs Waterloo, das andere im Science Museum.

Schweiz

In Luzern gibt es ein IMAX-Kino im Verkehrshaus der Schweiz (Museum).

Spanien

In Valencia gibt es seit 1998 das L'HEMISFERIC (El Hemisférico). Es ist ein IMAX-Kino und ein Planetarium in einem Saal. Es wurde von dem bekannten Architekten Santiago Calatrava entworfen und bildet ein Teil der ebenfalls von ihm im ehemaligen Turia-Flusstal erschaffenen "Ciudad de las Artes y las Ciencias".

Österreich

Das erste IMAX-Kino Österreichs wurde zunächst in Pasching neben dem Einkaufszentrum PlusCity eröffnet. Dieser Standort war von Anfang an nur als Provisorium gedacht, das Kino sollte später nach Linz übersiedeln. Da sich Betreiber und Stadt Linz nicht über den Standort (unter anderem war die Donaulände im Gespräch) und die architektonische Gestaltung einigen konnten, wurde das Kino schließlich nach Wien neben das Technische Museum verlegt. Es war einige Jahre in einem provisorischen Gebäude an der Ostseite des Museums untergebracht, später wurde es an der Westseite neu gebaut und im Jahre 2002 wiedereröffnet.

Am 16. November 2005 musste das einzige IMAX-Kino Österreichs wegen Insolvenz des Betreibers LFC geschlossen werden. Verhandlungen über eine Weiterführung des Kinobetriebs durch die IMAX Corp. selbst sind gescheitert, obwohl die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) als Inhaber des IMAX-Gebäudes auch angeboten hatte, vorerst auf die Miete zu verzichten und diese erst später über eine Gewinnbeteiligung wieder einzubringen. Die IMAX Corp. wollte jedoch keinerlei Betreiberrisiken übernehmen, weshalb die BIG die Verhandlungen abbrechen musste.

Die Gründe für die Insolvenz sind vielfältig, vor allem sind sie aber auf Besuchermangel zurückzuführen. Anfangs ein Besuchermagnet und auf Monate hinaus ausgebucht, waren die Besucherzahlen in den vergangenen Jahren immer mehr rückläufig. Oft kritisiert wurde die Standortwahl neben dem Technischen Museum. Als mögliche Ursache für den Misserfolg gilt etwa eine mangelhafte Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln; auch befinden sich in der näheren Umgebung weder erwähnenswerte Gastronomie noch andere Freizeiteinrichtungen. Weiter wurde auch auf Marketing (bis auf Plakatierung) nahezu zur Gänze verzichtet und die Filmauswahl war vergleichsweise bescheiden und nicht besonders abwechslungsreich. Mit ein Grund war wohl auch die mangelnde Kooperationsbereitschaft des Technischen Museums, da man den Nutzen einer Synergie nicht erkannt hatte.

Was mit dem nun leerstehenden Gebäude passiert, ist unklar – aufgrund der Architektur lässt es sich für nicht viel mehr als einen Kinobetrieb im IMAX-Stil nutzen. Im September 2007 beschloss die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) das gesamte Gebäude samt Parkgrundstück und Tiefgarage zu verkaufen [1], welches im November 2007 für eine Summe von 4,65 Millionen € an die finanz4you Projekt Invest Ges.m.b.H. ging [2].

Das einzige Großleinwandkino in Österreich ist somit das Maxoom bei Hartberg.

Einzelnachweise

  1. Bericht in orf.at vom 21. September 2007
  2. Presseinformation des BIG über den Verkauf (PDF)

Technik

IMAX-Theater

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