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Die Christengemeinschaft

Die Christengemeinschaft ist eine christliche Kirche, die sich als von der Anthroposophie inspirierte, aber unabhängige Kultusgemeinschaft versteht. Sie wurde im September 1922 in Dornach (Schweiz) von einer Gruppe von Theologen (meist evangelischer Herkunft) unter der Leitung von Friedrich Rittelmeyer und mit Hilfe von Rudolf Steiner gegründet.

Inhaltsverzeichnis

Verbreitung

Die Christengemeinschaft ist eine Religionsgemeinschaft, die in 32 Ländern vertreten ist und weltweit etwa 35.000 Mitglieder hat.

In Deutschland gibt es etwa 140 Gemeinden, in der Schweiz 12, in Österreich 6. Es existieren heute Gemeinden in allen fünf Erdteilen. In Deutschland hatte die Christengemeinschaft im Jahr 2002 ca. 10.000 Mitglieder sowie 50.000 Freunde. [1] Nach anderer Quelle sind es 20.000 Mitglieder. [2] Zu bedenken ist, dass für die Christengemeinschaft die getauften Kinder nicht als Mitglieder zählen, sondern nur Erwachsene, die in jedem Fall selbständig beitreten müssen. [3]

Seit 1933 besteht in Stuttgart ein Priesterseminar, seit 2001 eines in Hamburg, seit 2003 auch in Chicago.

Lehre

Eine offizielle, verbindliche Lehre gibt es nicht: Es gibt weder eine „Lehrgewalt“, noch haben die Träger der Lenkerämter eine „Weisungsbefugnis“ gegenüber den (mit der gleichen „Weihevollmacht“ versehenen) Pfarrern, sondern jeder Priester besitzt Lehrfreiheit – also keine Verpflichtung auf ein bestimmtes Glaubensbekenntnis – und gilt als voller Repräsentant der Christengemeinschaft, „soweit er nicht dem von ihm ausgeübten Kultus widerspricht“. [4]

Die Christengemeinschaft stützt sich in ihrem Verständnis des Christentums einerseits auf die gesamte christliche Überlieferung, andererseits wesentlich auf die Anthroposophie: sie ist die einzige christliche Kirchengemeinschaft, die offen anthroposophisches Gedankengut in ihre Auseinandersetzung mit religiösen Fragen einbezieht. Sie sieht sich selbst „in der Entwicklung des Christentums an der Stelle, wo ein drittes großes christliches Zeitalter aufgeht“. [5]

Ihre liturgischen Texte mit dem neugefassten Credo stammen im Wortlaut von Rudolf Steiner und werden als unantastbar betrachtet.

Unterschiede zur christlichen Tradition

Christologie

Christus wird als der Sohnesgott – in der Dreifaltigkeit: Vater, Sohn und Heiliger Geist – bezeichnet. Dieser hat sich für drei Jahre in Jesus von Nazareth inkarniert und hat in ihm den irdischen Tod erlebt. Nach seinem Tod am Kreuz und dessen Überwindung wurde Er zum Ich der neu werdenden Erde, deren Aura sich veränderte und die dadurch auch einen Weg der Vergeistigung betrat. Die Wiederkunft Christi geschieht stufenweise, als ätherischer, astraler und kosmischer Christus, der so als „Herr der Himmelskräfte auf Erden“ (Zitat aus dem Glaubensbekenntnis) wirkt.

Menschenbild

Der Mensch ist in seinem Kern, dem „Ich“, ein geistiges Wesen, in diesem Sinn ein „Ebenbild Gottes“. Dieses Ich entwickelt sich aus einem gottgeschaffenen Keim in fortgesetzten Reinkarnationen allmählich zu einer schöpferischen Individualität („Gleichnis Gottes“).

Schöpfungslehre und Eschatologie

Anstelle der Schöpfung einer „fertigen“ Welt postuliert die Anthroposophie einen evolutionären, immerwährenden Weltprozess. In einem früheren Weltenzustand waren Geist und Physis noch nicht getrennt (und die Physis weniger fest als heute). Der Kosmos macht eine stufenweise Entwicklung durch, hin zu einer Welt des Geistes, so verstanden als „Auferstehung des Fleisches“ hin zu einer (Wieder-)Einswerdung mit Gott.

Gottesdienst und Praxis

Der Kultus wird in der jeweiligen Landessprache vollzogen.

Sakramente

Die Christengemeinschaft sieht sich als Kultusgemeinschaft. Ihre zentrale Feier ist die Menschenweihehandlung, die rein formal gesehen in ihrer Liturgie mit den Hauptteilen „Evangeliumlesung – Opferung – Wandlung – Kommunion“ Ähnlichkeiten zur katholischen Eucharistie aufweist. An der Menschenweihehandlung (mit der Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi und der Kommunion) kann jeder interessierte Erwachsene ohne weitere Voraussetzung teilnehmen.

Nach Auffassung der Christengemeinschaft werden in den Sakramenten den Gläubigen die verwandelnden Christus-Kräfte verliehen. Die Übung im Gemeindeleben miteinander erstreckt sich unter anderem darauf, dies auch bewusst nachzuvollziehen. Es werden prinzipiell keine Erkenntnis- und Erfahrungsgrenzen vorausgesetzt.

Man spricht in der Christengemeinschaft vom „Kreis der Sakramente“: Um das Zentralsakrament, die „Menschenweihehandlung“ mit/ohne Predigt, die vom Erwachsenen sonntäglich, aber auch bis zu täglich besucht werden kann, scharen sich die sechs anderen Sakramente, die bis auf eines, die „Beichte“ oder „Schicksalsberatung“, von der Idee her nur einmalig in der Biographie vollzogen werden.

Die Taufe der Christengemeinschaft mit den Substanzen Wasser, Salz und Asche ist ein Sakrament, das auf die Dreifaltigkeit Bezug nimmt und in ihrem Namen vollzogen wird. Sie benennt den Namen „des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (trinitarische Taufformel) ausdrücklich, allerdings nicht im überkommenen Wortlaut (Ich taufe Dich im Namen ...) der einen Grundkonsens der meisten christlichen Kirchen darstellt. Daher wird die Taufe der Christengemeinschaft von den meisten anderen christlichen Kirchen nicht anerkannt. Im Unterschied zur traditionellen christlichen Auffassung hat die Taufe nichts mit Sündenvergebung zu tun, da man die Auseinandersetzung mit Sünde und Erlösung dem Leben der Erwachsenen zuordnet. Sie orientiert den Menschen auf die Beziehung zur „Gemeinde des Christus Jesus“, die überkonfessionell verstanden wird. Es wird nicht aktiv missioniert.

Die weiteren Sakramente der Christengemeinschaft sind:

Darüber hinaus gibt es an kultischen Handlungen:

Die Sakramente werden vom Priester jeweils in festgeschriebener Weise und in liturgischen Gewändern mit jahreszeitlich zum Teil unterschiedlichen Wortlauten und Farben durchgeführt. Die Frauenordination besteht seit der Gründung.

Organisation

Rechtliche und wirtschaftliche Organisation

Die Gesamtbewegung der Christengemeinschaft ist in wirtschaftlicher und rechtlicher Hinsicht als Stiftung holländischen Rechts unter dem Namen Stichting de Christengemeenschap (international) eingetragen – zumeist mit dem englischen Namen Foundation genannt –, die als Trägerin der Gesamtbewegung fungiert. Innerhalb der Foundation existieren 18 Regionen als selbständige Einheiten. Das Hauptforum der Foundation ist das Council. Dieses trifft sich alle zwei Jahre und wählt ein Executive Committee aus den Mitgliedern des Council, das zwischen den Sitzungen des Council über die wirtschaftlichen Entscheidungen berät. Die praktische Umsetzung und tägliche Entscheidung führt die hauptamtliche Geschäftsführung in Berlin aus.

In Deutschland sind die Gemeinden regional zu Körperschaften des öffentlichen Rechts zusammengeschlossen. Die Christengemeinschaft hat damit die gleichen Rechte und Pflichten wie die anderen als Körperschaften des öffentlichen Rechts anerkannten Religionsgemeinschaften. Auf das Recht der Einziehung von Kirchensteuern durch den Staat verzichtet die Christengemeinschaft jedoch ausdrücklich. Sie wird finanziell durch freiwillige Beiträge und Spenden ihrer Mitglieder und Freunde getragen. Das Gehalt der Priester richtet sich nach der wirtschaftlichen Situation der Gemeinde und erfolgt auf einer sozial geprägten Grundlage.

In Österreich ist die Christengemeinschaft eine staatlich eingetragene religiöse Bekenntnisgemeinschaft.

In der Schweiz ist sie als Verein organisiert.

Alle rechtlichen und wirtschaftlichen Fragen werden von verantwortlichen Gemeindemitgliedern und Priestern gemeinsam behandelt. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit der Gemeinden und Regionen wird von sogenannten Koordinatoren betreut. Der Kultus ist in die besondere Verantwortung der Priester gegeben.

Geistliche Organisation

Die Christengemeinschaft ist in ihrer Priesterschaft hierarchisch aufgebaut. Die Hierarchie betrifft allerdings nicht eine durch Weihegrade gestufte „geistliche Autorität“ – es gibt nur eine Priesterweihe, alle Priester haben grundsätzlich die gleiche Weihevollmacht und Lehrfreiheit –, sondern ist eine interne Ordnung, welche die Entsendung der Gemeindepfarrer und die ordnungsgemäße Ausübung des Kultus zur Aufgabe hat. Die einzelnen Gemeinden werden in verschiedenen Regionen zusammengefasst, denen jeweils ein Lenker zugeordnet ist. An ihrer Spitze stehen zwei Oberlenker und der Erzoberlenker, die für das Ganze der Christengemeinschaft verantwortlich sind. Sie bilden zusammen mit vier Lenkern das eigentliche Leitungsgremium: den sogenannten Siebenerkreis mit Sitz in Berlin.

Die Gründungs-Leitung von 1922

Rittelmeyer übernahm am 24. Februar 1925 das neugeschaffene Amt des Erzoberlenkers.

Die Erzoberlenker

Gemeindemitgliedschaft

Mitglied in der Christengemeinschaft wird man nicht durch Geburt, Taufe oder Konfirmation, sondern durch eigenen Entschluss als Erwachsener. Die Aufnahme erfolgt durch das Gespräch mit einem Priester der örtlichen Gemeinde. Es wird seitens der Christengemeinschaft nahegelegt, jedoch nicht vorausgesetzt, die Mitgliedschaft in anderen Kirchen aufzugeben.

Geschichte

Die Stiftung des Kultus geschah mit entscheidender Hilfe Rudolf Steiners (1861–1925), welcher in Stuttgart und Dornach in den Jahren 1921 bis 1924 in mehreren Kursen und Vorträgen Anregungen für ein „erneuertes christlich-religiöses Wirken“ gab. Nach einer dreiwöchigen gemeinsamen Vorbereitung in Breitbrunn am Ammersee reisten die 45 Gründer nach Dornach, wo vom 6. bis zum 22. September 1922 die Gründungsschritte vollzogen wurden. Gründungstag im strengen Sinn ist der 16. September, als Friedrich Rittelmeyer (1872–1938) die erste Menschenweihehandlung zelebrierte und die ersten zwölf Priester weihte. Die Christengemeinschaft verbreitete sich schnell in zahlreichen deutschen Städten, bald auch in Prag, in der Schweiz, in Oesterreich, Norwegen, Holland, Schweden und England. 1933 wurde in Stuttgart das erste Priesterseminar gegründet, 1936 in Dresden und Den Haag die ersten eigenen Kirchen. Nach dem Verbot der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland durch die Gestapo im November 1935 drohte dasselbe auch der Christengemeinschaft, konnte aber abgewendet werden. [6] Erst am 9. Juni 1941 – einen Monat nach dem Flug von Rudolf Heß nach England – wurde die Christengemeinschaft in Deutschland endgültig verboten; viele deutsche Priester mussten untertauchen, wurden zur Wehrmacht eingezogen oder kamen in Haft, teils auch ins Konzentrationslager.

Nach dem Krieg kamen allerdings auch ehemalige Nationalsozialisten zur Christengemeinschaft: So Friedrich Benesch, der 1947 zum Priester geweiht wurde und von 1957 an über Jahrzehnte als Seminarleiter der Christengemeinschaft in Stuttgart tätig war. Er wirkte in Siebenbürgen als Mitglied der Deutschen Volkspartei Rumäniens (DVR) und Kreisleiter; seine „braune“ Vergangenheit hat er zeitlebens verschwiegen, sie wurde erst 2004 publik. So auch Werner Georg Haverbeck, einst Leiter der Reichsmittelstelle für Volkstumsarbeit der NSDAP, 1950 zum Priester geweiht, ab 1959 beurlaubt und 1983 wieder in den Priesterkreis aufgenommen, aber gleichzeitig pensioniert. Er konnte 1978 und 1983 noch zwei Bücher im Urachhaus Verlag publizieren, hat sich jedoch bis zu seinem Tod 1999 nie von seiner völkischen Vergangenheit distanziert und lieferte mit seinem 1989 erschienenen Buch Rudolf Steiner – Anwalt für Deutschland seinen Beitrag zur noch heute geführten Debatte über die politische Einschätzung Steiners.

Nach Kriegsende wurden neue Gemeinden gegründet (allmählich auch ausserhalb Europas), neue Kirchen sowie (1953) ein neues Seminargebäude in Stuttgart – das erste war im Krieg zerstört worden – gebaut. 1990 wurde der Wiederbeginn in Prag möglich. Heute existieren auf allen Kontinenten aktive Gruppen oder Gemeinden.

Ökumene

Die Christengemeinschaft ist nicht Mitglied im Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK), da es dazu eines einstimmigen Beschlusses des ÖRK bedarf. Gleiches gilt für die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), der sie ebenfalls nicht angehört und die ihr auch einen Beobachter- oder Gaststatus verweigert. Lediglich an der Arbeitsgemeinschaft der Kirchen und Religionsgesellschaften in Berlin (AKR), war sie eine Zeitlang beteiligt. Allerdings ist letztere, im strengen Sinne, auch kein ökumenischer Zusammenschluss, sondern ein interkonfessioneller Verbund.

Die Taufe der Christengemeinschaft wird – ebenso wie ihre anderen Sakramente – von Mitgliedern des Ökumenischen Rates der Kirchen und der katholischen Kirche nicht anerkannt; vom Rat der EKD wurde sie 1949 und, nach erneuten Gesprächen, 1969 abgelehnt. Begründet wird dies von evangelischer Seite damit, dass eine ausdrückliche trinitarische Taufformel („… im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“) fehle; diese wird bei der Christengemeinschaft nur bei einer Nottaufe angewendet.

Die Christengemeinschaft erkennt hingegen die Taufen der genannten Kirchen an und bejaht die verfassungsmäßige Basis des ÖRK: „Die Christengemeinschaft versteht sich als Teil der einen Kirche Jesu Christi und erkennt in diesem Sinn die Evangelische Kirche an. Sie bejaht die Basisformel des Ökumenischen Rates der Kirchen.“ [7].

Kritische Stimmen

Bewertung durch die Großkirchen

Sowohl von evangelischer wie von katholischer Seite wird der Christengemeinschaft vorgehalten, sie gründe nicht in der biblisch-christlichen Tradition, sondern im gnostisch-esoterischen Weltbild der Anthroposophie und stehe so den antiken Mysterienreligionen näher als dem Christentum.

Es wird anerkannt, dass die Christengemeinschaft ernste Fragen an die Kirche zu richten hat, etwa in Bezug auf die Moralisierung und gesetzliche Verengung der evangelischen Frömmigkeit, die Verkümmerung des sakramentalen Gottesdienstes, oder den Verlust der kosmischen Bezüge in Schriftverständnis und Verkündigung.

Der Rat der EKD stellte nach einem weiteren Gespräch 1950 mit der Christengemeinschaft fest, dass in ihr „neben christlichem Gedankengut entscheidend eine neue Offenbarungsquelle sichtbar wird, die aus der synkretistischen Weltanschauung R. Steiners stammt“, und empfahl 1951 den Landeskirchen die Aufhebung der Doppelmitgliedschaft und eine beiderseitige Abgrenzung mit geistlichen und seelsorgerlichen Mitteln. Diese Scheidung sei sachgemäß, da die Christengemeinschaft in Kategorien denke, die im Grundsatz gnostisch, nicht biblisch seien. An die Stelle des Schöpfungsglaubens setze sie den Emanationsgedanken. Die Geschichte begreife sie als gesetzmäßigen Ablauf immanenter Entwicklungen, nicht als den dramatischen Dialog zwischen Schöpfer und Schöpfung, nicht vom Ringen zwischen Gottes Anspruch und menschlichem Ungehorsam, sondern vom Gegensatz zwischen Geist und Stoff beherrscht. Die Personalität Gottes verschwimme ins Unpersönlich-Neutrale. Darum bekämen Begriffe wie Sünde, Gnade, Buße, Gebet einen andern Sinn. Das Christusverständnis sei von der anthroposophischen Mysterienlehre überwuchert. Das Leben und Wirken Christi werde als ein Initiationsprozeß verstanden, das Geschichtlich-Konkrete ins Symbolische aufgelöst. Der Kreuzestod erscheine als Vollzug des Ursakraments; dabei würden die entscheidenden Schriftaussagen von menschlicher Schuld, Sühneleiden Christi und Gottes Erlösungstat eliminiert.

Von Kritikern innerhalb der anthroposophischen Bewegung

Die Christengemeinschaft ist auch innerhalb der anthroposophischen Bewegung nicht unumstritten. Schon kurz nach ihrer Gründung gab es heftige Auseinandersetzungen und Missverständnisse zwischen Anthroposophen und Priestern der Christengemeinschaft. Einzelne Pfarrer rekrutierten ihre Gemeinde-Mitglieder fast ausschließlich aus Mitgliedern und Sympathisanten der Anthroposophischen Gesellschaft. Rudolf Steiner musste ein „klärendes Wort“ sprechen bezüglich der angemessenen Unterscheidung zwischen den beiden Bewegungen. [8]

Eine aktuelle anthroposophische Kritikergruppe ist das Forum Freier Christen, welches der Christengemeinschaft – unter Berufung auf Rudolf Steiner („Zur Anthroposophischen Gesellschaft steht die Christengemeinde in keinem anderen Verhältnis als der Katholizismus oder die Quäker.“ [9]) – einen von diesem Forum Freier Christen unterstellten „kultischen Alleinvertretungsanspruch für die anthroposophische Bewegung“ abspricht. Die Mitwirkenden dieses Kreises halten das von der Christengemeinschaft gepflegte Zwei-Stände-System (Kleriker/Laien) und ein Berufspriestertum für einen kultushistorisch alten Weg und sprechen sich für das brüderlich gelebte Priestertum eines jeden Menschen aus. Innerhalb dieses Kreises werden, ebenfalls unter Verwendung von Texten Rudolf Steiners, eigenständige kultische Formen gepflegt. [10]

Literatur

Seitens der Christengemeinschaft

Aus der kaum mehr zu überblickenden Literatur – eine Bibliographie existiert nicht – werden nur neuere Titel angeführt, die sich im engeren Sinn mit der Geschichte oder der Zielsetzung der Christengemeinschaft befassen. Als „erste hinführende Orientierung“ ist die Schrift von Johannes Lenz gemeint [11]; als eigentliches Standardwerk (mit ausführlichen Hinweisen zur gesamten „hauseigenen“ Literatur) kann die Darstellung von Hans-Werner Schroeder betrachtet werden.

Aus tradiert christlicher Sicht

Quellen

  1. http://www.remid.de/remid_info_zahlen.htm
  2. http://www.religio.de/anthropo.html
  3. Nach Schroeder, Die Christengemeinschaft, Stuttgart 1990, 136 und 190f
  4. Schroeder, aaO, 74
  5. Schroeder, aaO, 120
  6. Siehe Uwe Werner: Anthroposophen in der Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945), Oldenbourg, München 1999, 142f
  7. Materialdienst der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen. Stuttgart 1993, 267 u. a.
  8. Siehe dazu den Vortrag von Steiner vom 30.12.1922
  9. In der Besprechung mit den Lehrern des Freien christlichen Religionsunterrichtes, in der Freien Waldorfschule Stuttgart, am 9.12.1922, nach stenografischen Aufzeichnungen Karl Schuberts
  10. Siehe die Website des Forums Freier Christen
  11. Lenz, aaO, 3