Geldmenge
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Geldmenge

Unter der Geldmenge oder Geldmengenaggregat versteht man in der Ökonomie den gesamten Bestand an Geld, der in einer Volkswirtschaft zur Verfügung steht und sie entspricht immer der gleichen Summe aller laufenden Kredite. Die Summe aus Bargeld und Sichteinlagen wird auch reale Geldmenge genannt. Sie deckt sich mit der Geldmenge M1. Die Geldmenge kann durch Geldschöpfung erhöht und durch Geldvernichtung gesenkt werden.

In der Volkswirtschaftslehre und von den Zentralbanken werden verschiedene Geldmengenkonzepte betrachtet, die ein »M«, gefolgt von einer Zahl, bezeichnen. Für M1 und die folgenden Geldmengenaggregate M2 und M3 gilt stets, dass das Geldmengenaggregat mit einer höheren Zahl das mit einer niedrigeren einschließt. Eine niedrigere Zahl bedeutet zudem eine größere Nähe der betrachteten Geldmenge zu unmittelbaren realwirtschaftlichen Transaktionen. Die Abgrenzung der einzelnen Aggregate ist konventionell; international nicht einheitlich. Die sogenannte Geldbasis M0 nimmt eine Sonderstellung ein. Sie stellt die Summe von Bargeldumlauf und Zentralbankgeldbestand der Kreditinstitute dar.

Inhaltsverzeichnis

Geldmengendefinitionen

Für M1 bis M3 definiert die Europäische Zentralbank[1]:

Definitionen der Schweizer Nationalbank:

Die US-Zentralbank Fed definiert:

Die Deutsche Bundesbank definierte[2]:

Quantitätsgleichung

Die Geldmenge M ist über die Quantitätsformel von Irving Fisher direkt mit der Umlaufgeschwindigkeit V und der Summe aller verkauften Produkte X, multipliziert mit ihren Preisen P, verknüpft:

.

In der Praxis wird die Umlaufgeschwindigkeit jedoch nicht direkt gemessen, sondern über die vorangestellte Gleichung berechnet. Dabei wird die Summe aus allen verkauften Produkten und ihren Preisen mit dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) gleichgesetzt:

V = BIP / M.

Geldmenge, Wachstum und Inflation

Wesentlich ist die Geldmenge auch für die Bestimmung der Wachstumschancen und der Inflationsrisiken der Volkswirtschaft. Ist zu wenig Liquidität vorhanden („Geldlücke“) so leidet das Wirtschaftswachstum, ist zu viel Liquidität im Markt, so besteht die Gefahr von Inflation. M1 hat sich in der Vergangenheit als guter Konjunkturindikator erwiesen , während M3 als der geeignetere Inflationsindikator verstanden werden kann. [3]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Quelle: http://www.bundesbank.de/ezb/ezb_monatsbericht_2008.php
  2. Quelle: http://www.bundesbank.de
  3. Quelle: http://www.financialtimes.de/boersen_maerkte/aktien/marktberichte/:Das%20Kapital%20Nur%20Beobachtungen/361972.html
 Wiktionary: Geldmenge – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik