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Langedijk

Gemeinde Langedijk

(Flagge von Langedijk)

(Wappen von Langedijk)
Provinz Nordholland
Bürgermeister Hans Cornelisse (CDA )
Sitz der Gemeinde Zuid-Scharwoude
Fläche
 – Land
 – Wasser
26,99 km²
26,16 km²
0,83 km²
Einwohner

 – Bevölkerungsdichte
25.957
(1. Januar 2007)

994 Einwohner/km²
Koordinaten 52° 41′ N, 4° 49′ O7Koordinaten: 52° 41′ N, 4° 49′ O
Bedeutender Verkehrsweg N242, N245
Vorwahl 0226, 072
Postleitzahlen 1720-1724, 1830-1834
Website www.gemeentelangedijk.nl

Langedijkanhören ?/i) (Westfriesisch: Lengedoik) ist eine Gemeinde in den Niederlanden, Provinz Nordholland. Sie hat eine gesamtfläche von 27,0 km². Davon ist etwa 0,8 km² Wasser. Ihre Einwohnerzahl betrug Anfang 2007 etwa 25.957.

Inhaltsverzeichnis

Orte

Die Gemeinde besteht aus mehreren Dörfern, die z.T. durch weiträumige, wasserreiche Neubauviertel aneinandergewachsen sind. Die Dörfer sind: Broek op Langedijk, Oudkarspel, Noord - und Zuid- Scharwoude, St. Pancras und die nördliche Hälfte von Koedijk . Der südliche Teil von Koedijk gehört zur Stadt Alkmaar. Die Gemeindeverwaltung hat ihren Sitz in Zuid-Scharwoude.

Lage und Wirtschaft

Die Gemeinde liegt direkt nördlich von Alkmaar am Nordhollandsch Kanaal (Kanal Alkmaar-Den Helder). Sie liegt in einer ursprünglich sehr sumpfigen, wasserreichen Gegend. Immer noch gibt es hier viele Gräben und große Teiche, die nicht nur zur Verschönerung der Neubauviertel dienen, sondern eine Wasserbergung darstellen. Die sehr fruchtbaren Böden (Klei, Lehm) machten es ab etwa 1600 möglich, auf größeren Flächen Gemüse anzubauen. "Langedijk" steht seitdem für: Kohl. Alle Arten von Kohlgewächsen werden hier angebaut. Gedüngt wurden sie zunächst mit Rinderdung, später mit Kunstdünger.

Die Ernten werden vor Ort versteigert. Das unter Denkmalschutz stehende, über 120 Jahre alte Auktionsgebäude, in das man die Waren mit Booten vorführen konnte und nach dem Verkauf wieder über das Wasser weiterbeförderte, ist jetzt ein Museum der "veiling bij afslag" (Museum Broeker Veiling). Diese Auktion nach holländischer Art wirkt folgendermaßen: Zu Anfang wird mit Hilfe eines Zeigers, der jenem einer großen Uhr ähnelt, auf einer runden mit Ziffern versehenen Platte ein (zu hoher) Preis angezeigt. Dann wird der Zeiger der "veilingklok" (wörtlich: Auktionsuhr) langsam bewegt, und zeigt einen immer niedrigeren Preis an. Wer als Erster "mijn!" (= "mein!") ruft, ist der Käufer, zu dem Preis, den der Zeiger in diesem Moment anzeigt. Später wurde eine elektronisch bediente Anzeigetafel eingeführt, und die Käufer konnten durch einen Knopfdruck (die Sitze haben dann ein Fernsteuerungsgerät) bieten. Dieses System ist in den ganzen Niederlanden immer noch in Gebrauch, auch bei Auktionen von Blumen, Eiern, Zierpflanzen und anderen Produkten der niederländischen Land- und Gartenwirtschaft. Im Museum "Broeker Veiling" kann der Tourist selbst in der hiervor beschriebenen Weise versuchen, eine (sehr kleine) Partie Blumen oder Gemüse zu erstehen.

Die Metall- und Nahrungsmittelindustrie, der Handel und der Dienstleistungssektor sind andere Wirtschaftszweige, die für Langedijk wichtig sind. Die Nähe zur mittelgroßen Stadt Alkmaar macht es zu einem beliebten Wohnsitz für Pendler.

Geschichte

Schon zur Zeit Christi war ein Sandrücken auf dem Gebiet dieser Gemeinde besiedelt. Im 10. Jahrhundert geriet es in Besitz der Abtei von Egmond, deren Mönche einen 7,5 km langen Deich aufwerfen ließen, um den vielen Überschwemmungen in diesem Sumpf Einhalt zu gebieten. Die einzelnen Dörfer entstanden im 12. und 13. Jahrhundert rund um Kapellen. Im Jahr 1573 hatte das Gebiet stark durch die Belagerung von Alkmaar zu leiden. Auch 1799 war die Gegend Schauplatz von Kriegshandlungen zwischen französischen und mit den Holländern und Engländern verbundenen russischen Truppen.

Die Bewohner baggerten bereits seit dem Mittelalter den Schlamm aus und erhöhten so ihren Boden, wodurch eine Landschaft von vielen durch Wasser getrennten Parzellen (Land der 1000 Inseln) entstand. Erst im 20. Jahrhundert, als die Landstraßen immer notwendiger wurden, änderte sich diese Lage stark.Aber einige Teile der "Insellandschaft" sind aber noch immer erhalten.