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Lufthansa

Deutsche Lufthansa AG

Gründung: 1926
IATA-Code: LH, LX, EN, EW, 4U
ICAO-Code: DLH, SWR, DLA, EWG, GWI
Rufzeichen: Lufthansa, Swiss, Dolomiti, Eurowings, Germanwings
Sitz: Köln
Drehkreuz: Frankfurt, München, Zürich
Heimatflughafen: Frankfurt am Main
Unternehmensform: Aktiengesellschaft
ISIN: DE0008232125
Leitung: Wolfgang Mayrhuber
Mitarbeiterzahl: 100.779[1] (Ende 2007)
Umsatz: 22.420 Mio. Euro[1] (2007)
Bilanzsumme: 22.320 Mio. Euro[1] (2007)
Fluggastaufkommen: 62,9 Millionen[1] (2007)
Allianz: Star Alliance
Vielfliegerprogramm: Miles & More, Boomerang Club
Flottenstärke: 440
Ziele: national und international

Die Deutsche Lufthansa AG mit Sitz in Köln ist einer der größten, weltweit agierenden Konzerne in der Zivilluftfahrtbranche. Der expandierende Konzern hat sich Mitte der 1990er Jahre aus der traditionsreichen Linienfluggesellschaft mit dem Markennamen „Lufthansa“ entwickelt. Die Deutsche Lufthansa AG als Obergesellschaft des heutigen Konzerns ist zugleich weiterhin Alleineigentümerin und Betreibergesellschaft der Linienfluggesellschaft, die zwar unter dem Markennamen „Lufthansa“ fortgeführt wird, jedoch heute nur noch als reine Passagierlinienfluggesellschaft mit Frankfurt am Main als Heimatflughafen betrieben wird. Die konzerninterne Bezeichnung der Fluggesellschaft lautet Lufthansa Passage Airlines. Das ausgegliederte Luftfrachtgeschäft wird heute von der Tochtergesellschaft Lufthansa Cargo AG betrieben. In Deutschland ist die Fluggesellschaft „Lufthansa“ die größte Fluggesellschaft. Sie ist Initiatorin und Gründungsmitglied der Star Alliance, der weltweit größten Luftfahrt-Allianz.

Während der Konzern einschließlich Lufthansa Passage Airlines gesellschaftsrechtlich unmittelbar von der Deutschen Lufthansa AG geleitet wird, werden die formalrechtlich eigenständigen Tochtergesellschaften des Konzerns indirekt über die dortigen Aufsichts- und Vorstandsgremien geführt. Hauptgeschäftsfeld des weitgefächerten Luftfahrtkonzerns Deutsche Lufthansa AG bleibt der Linienflugverkehr. Zu den zahlreichen Tochtergesellschaften und Subunternehmen des Konzerns gehört auch die Swiss International Air Lines AG.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Lufthansa

Die Geschichte der Deutschen Lufthansa AG gliedert sich in den Zeitraum vom Gründungsjahr 1926 (6. Januar 1926, Betriebsaufnahme 6. April 1926) bis zum Ende des Dritten Reiches 1945 beziehungsweise – im juristischen Sinne – bis zur Liquidation im Jahr 1951 sowie den Zeitraum seit Gründung der „Aktiengesellschaft für Luftverkehrsbedarf“ (LUFTAG) im Jahr 1953 beziehungsweise seit deren Umbenennung in Deutsche Lufthansa AG im Jahr 1954, nachdem die LUFTAG im selben Jahr die Markenrechte der Deutschen Lufthansa AG in Liquidation inklusive Kranich-Logo und Flagge für 30.000 Deutsche Mark erworben hatte.

Die heutige Deutsche Lufthansa AG ist keine Rechtsnachfolgerin der (alten) Deutschen Lufthansa AG. Gemeinhin gilt die Wiederaufnahme des Luftverkehrs am 1. April 1955 als Neubeginn der Fluggesellschaft „Lufthansa“. Die „neue“ Deutsche Lufthansa AG war bis 1962 zu fast 100 Prozent in staatlichem Besitz. 1966 wurde die Lufthansa-Aktie erstmals an der Börse gehandelt. Bis 1994 war „die Lufthansa“ der offizielle Flagcarrier der Bundesrepublik Deutschland. Dann reduzierte die öffentliche Hand ihren Anteil von über 50 Prozent auf nur noch 34 Prozent der Aktien. Seit 1997 ist die Deutsche Lufthansa AG vollständig privatisiert.

Die offizielle Bezeichnung Deutsche Lufthansa AG umfasst seitdem den gesamten Luftfahrt-Konzern, wobei die Passagierbeförderung im Linienflugbetrieb weiterhin das Kerngeschäft des Konzerns ist. Zu diesem Geschäftsfeld gehören über die Fluggesellschaft „Lufthansa“ hinaus noch weitere konzerneigene Fluggesellschaften.

In keiner Beziehung stand die Deutsche Lufthansa AG mit der am 1. Juli 1955 gegründeten Deutschen Lufthansa in der DDR.

Konzernübersicht

Unternehmenssitz und Hauptverwaltung des Luftfahrt-Konzerns Deutsche Lufthansa AG befinden sich in Köln. Der Konzernvorstand steuert mit den drei Ressorts Vorstandsvorsitz, Finanzen sowie Aviation Services & Human Resources die gesamte Unternehmensgruppe. Vorstandsvorsitzender der AG ist Wolfgang Mayrhuber, Vorsitzender des Aufsichtsrats ist sein Vorgänger Jürgen Weber.

Am 31. Dezember 2005 beschäftigte der Konzern 92.303 Mitarbeiter (2004: 90.673). Damit gehört die Deutsche Lufthansa AG zu den wenigen Unternehmen der Zivilluftfahrtbranche mit deutlichem Personalzuwachs. Im Unterschied zu vielen anderen (ehemaligen) Flagcarriern in Europa befindet sich die Deutsche Lufthansa AG heute mehrheitlich in Privatbesitz. Mit weltweit über 400 Konzern- und Beteiligungsgesellschaften ist die Aktiengesellschaft einer der größten Konzerne in der Zivilluftfahrtbranche. Die Konzernstruktur gliedert sich in die folgenden sechs Geschäftsfelder, wobei strategisches Kerngeschäft die Passagierbeförderung im Linienverkehr ist: Passagierbeförderung, Logistik, Technik, Catering, IT Services, Touristik & Finanzgeschäft.

Die Konzernpolitik umfasst derzeit insbesondere zwei kurz- bis mittelfristige Reformprogramme (Stand 20. September 2007): Unter der konzerninternen Bezeichnung „Upgrade“ werden konzernweit Potenziale zur Qualitätsoptimierung ermittelt. Um Synergiepotenziale im weitverzweigten Konzern effektiver zu nutzen, sollen insbesondere die Management-Bereiche Einkauf, Controlling und Immobilienmanagement der größeren Tochtergesellschaften (z. B. Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo) zentralisiert werden[2].

Die herausgehobene Stellung des Luftfahrt-Konzerns im internationalen Luftverkehr zeigt auch der Spitzenplatz bei der Zahl der von IATA-Fluggesellschaften beförderten Passagiere im Jahr 2003 sowie der erste Platz der Lufthansa Cargo bei der beförderten Luftfrachtmenge (2005). Die Zahl der konzernweit beförderten Fluggäste beläuft sich auf 53,4 Millionen (2006). Der Konzern Deutsche Lufthansa AG ist im DAX an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert und auf Grund der Führungsrolle in Nachhaltigkeitsaspekten im weltweit anerkannten Dow Jones Sustainability World Index aufgenommen worden.

Anlässlich der Registrierung der Teilnehmer an der Hauptversammlung der Deutschen Lufthansa AG im April 2007 war festgestellt worden, dass 45,75 Prozent der Aktionäre ausländische Anteilseigner seien. Da ihr Anteil gemäß der staatlichen Betriebsgenehmigung nicht mehr als 50 Prozent des Gesellschaftskapitals betragen darf und die internationalen, außereuropäischen Luftverkehrsrechte ebenfalls unter dieser Bedingung gewährt wurden, ist der Vorstand der AG gehalten, darauf zu achten, dass die 50 Prozent-Marke nicht überschritten wird. Bislang vertraut die Geschäftsführung darauf, dass sich der Anteil im Rahmen des marktüblichen Handels mit Lufthansa-Aktien von selbst innerhalb dieser Vorgabe hält[3].

Geschäftsfelder des Konzerns

Basisdaten
Auslastung pro Sitz 77,4 Prozent (2007)
Frachtaufkommen 1,911 Millionen Tonnen (2007)
Nutzladefaktor 73,2 Prozent (2007)
Konzerngewinne
  •    21 Millionen € (2001)
  •  717 Millionen € (2002)
  • -984 Millionen € (2003)
  •  404 Millionen € (2004)
  •  453 Millionen € (2005)
  •  803 Millionen € (2006)[4]
  •  1,7 Milliarden € (2007)[5]

Passagierbeförderung

Der Bereich Passagierbeförderung macht 64 Prozent des Konzern-Umsatzes aus (Stand: 2005). Zu diesem Umsatz tragen die rechts abgebildeten Linienfluggesellschaften und Allianzen bei.

Die heutige Passagierlinienfluggesellschaft unter dem Markennamen „Lufthansa“ (konzerninterne Bezeichnung: Lufthansa Passage Airlines) ist im Konzern Deutsche Lufthansa AG die größte Einzelgesellschaft. Seit 1. Juli 2007 [6] ist der Lufthansa-Konzern Alleineigentümer der Swiss International Air Lines. Zuvor gehörte die Swiss aus rechtlichen Gründen bis zur Neuaushandlung von bilateralen Luftverkehrsrechten (insbesondere Landerechten) zwischen der Schweiz und insgesamt mehr als 140 außereuropäischen Ländern nur zu 49 % dem Lufthansa-Konzern. Die restlichen 51 % verblieben auf Grund einer sogenannte Nationalitätsklausel (Mehrheitseigentümer der Airline mussten aus der Schweiz stammen) zwar bei der eigens zu diesem Zweck gegründeten Schweizer Stiftung Almea, jedoch hatte der Lufthansa-Konzern bereits damals aufgrund vertraglicher Regelungen bereits die operative Entscheidungsmacht inne. Almea und Lufthansa waren in diesem Verhältnis (51:49) Eigentümer der Firma AirTrust AG, die wiederum Alleineigentümerin der Swiss war. Somit galt die Swiss als Schweizer Firma und konnte so die vorhandenen Verkehrsrechte in den Ländern außerhalb der Europäischen Union beibehalten, die seit jeher weltweit zwischenstaatlich geregelt und nicht an andere Staaten veräußert werden. An der deutschen Regionalfluggesellschaft Eurowings Luftverkehrs AG ist der Lufthansa-Konzern mit 49 Prozent Kapitalanteil beteiligt. Aufgrund einer Stimmbindungsvereinbarung mit einem Treuhänder des Mehrheitsaktionärs Albrecht Knauf verfügt der Lufthansa-Konzern allerdings über die Kontrolle über weitere 1,0001 % Stimmrechtsanteile, so dass die Eurowings Luftverkehrs AG faktisch von der Deutschen Lufthansa AG geleitet wird. 50,91 % der Kapitalanteile an Eurowings unterliegen einer sog. Call-Option.

Aufgrund seiner Stimmenmehrheit bei der Eurowings Luftverkehrs AG leitet der Lufthansa-Konzern gleichzeitig die Billigfluggesellschaft Germanwings, eine einhundertprozentige Tochtergesellschaft der Eurowings Luftverkehrs AG. Eurowings ist zugleich Mitglied der vom Lufthansa-Konzern unter dem Markennamen Lufthansa Regional geleiteten Allianz von derzeit fünf Regionalfluggesellschaften. Die weiteren vier Mitglieder sind die beiden 100-prozentigen Tochtergesellschaften des Lufthansa-Konzerns, Lufthansa CityLine und Air Dolomiti, sowie die beiden Franchisenehmer von Lufthansa Regional, Augsburg Airways und Contact Air. An der luxemburgischen Fluggesellschaft Luxair ist der Lufthansa-Konzern mit 13 % beteiligt. Als weitere Einnahmequelle im Konzernbereich Passagierbeförderung kommen die aus der Mitgliedschaft von Lufthansa in der Star Alliance resultierenden Umsatzanteile hinzu, die in den jeweiligen Codeshare-Abkommen vertraglich festgelegt sind. Die aus der Mitgliedschaft von Swiss in der Star Alliance resultierenden Umsatzanteile fließen dem Lufthansa-Konzern indirekt über seine Beteiligung an Swiss zu.

Am 13. Dezember 2007 gab Lufthansa bekannt, einen Anteil von 19% an JetBlue Airways zu erwerben. Die zwei Unternehmen haben sich geeinigt, dass Lufthansa 42 Millionen neu emittierte Aktien übernimmt. Falls die amerikanische Kartellbehörde der Beteiligung zustimmt, soll der Kauf im 1. Quartal 2008 vollendet sein. Lufthansa sichert sich damit einen Sitz im Aufsichtsrat der JetBlue.[7] Mit diesem Zukauf macht die Lufthansa AG ihren Star-Alliance Kooperationspartnern direkte Konkurrenz, insbesondere an der Ostküste der USA.[8]

Die Fluggesellschaften unter der Marke „Lufthansa“

Im Unterschied zu den übrigen zum Lufthansa-Konzern gehörenden Fluggesellschaften agieren die als Deutsche Lufthansa AG firmierende Lufthansa sowie die beiden Tochtergesellschaften Lufthansa CityLine GmbH und Lufthansa Cargo AG unter der Corporate Identity des Markenzeichens „Lufthansa“. In der werbestrategischen Außendarstellung ihrer Verkehrsdienstleistungen knüpft ihre Corporate Identity an die bis Mitte der 1990er Jahre ausschließlich von der Fluggesellschaft Deutsche Lufthansa AG geprägte Marke „Lufthansa“ an. Die Fluggesellschaft Lufthansa ist unter den gewinnstärksten Fluggesellschaften der Welt derzeit an sechster Stelle gelistet (Stand: August 2007) [9] .

Streckennetz und Drehkreuze

Das Streckennetz der Passagierfluggesellschaft Lufthansa umfasst weltweite Ziele. Allerdings fliegt Lufthansa den gesamten australischen Kontinent und Neuseeland nicht mehr selbst an, sondern teilt sich diese Fernverbindungen „auf halber Strecke“ mit Star-Alliance-Partnern, wobei deren Drehkreuz zum Beispiel in Singapur oder in Bangkok liegt. In Singapur wird die Strecke mit Singapore Airlines und in Bangkok mit Thai Airways geteilt.

Der Lufthansa-Heimatflughafen Frankfurt am Main ist das größte Drehkreuz der Lufthansa. Das zweite Drehkreuz ist der Flughafen München. Seit der Übernahme der Swiss steht dem Konzern auch dessen Drehkreuz Zürich zur Verfügung. Da die Schweiz kein EU-Mitgliedstaat ist, hat Zürich für Lufthansa auch insoweit luftverkehrsstrategische Bedeutung. Wenn etwa EU-weit quotierte Emissionsrechte zur Reduzierung von Luftschadstoffen eingeführt werden, könnten daraus resultierende finanzielle Belastungen durch eine verstärkte Nutzung des Drehkreuzes Zürich abgemildert werden. Außerhalb der Drehkreuze werden auch von Düsseldorf aus Interkontinentalflüge angeboten. Mit Beginn des Sommerflugplans 2008 gibt es Direktverbindungen von Düsseldorf nach New York, Chicago und Toronto.

Längster Nonstop-Passagierflug (gemessen an der Flugzeit) ist derzeit die Verbindung von Buenos Aires nach Frankfurt (13:15 Stunden, Entfernung 13.251 km) vor der Verbindung von Hong Kong nach München (12:55 Stunden, 10.390 km), gefolgt von Singapur nach Frankfurt (12:51 Stunden, 11.840 km) sowie mit jeweils 12:35 Stunden Flugzeit die Strecken München-Los Angeles (11.077 km) und München-São Paulo (11.355 km). An der Strecke gemessen ist der längste Flug die Nonstop-Verbindung Frankfurt–Buenos Aires mit 13.251 km (Stand: Januar 2008 [10]).

Luftfahrzeug-Kennung

Bei der jeweiligen Luftfahrzeug-Kennung der in Deutschland in der Luftfahrzeugrolle eingetragenen Flugzeuge des Lufthansa-Konzerns (zum Beispiel D-AIKJ) besteht eine – verbindliche – Systematik nur bei den ersten beiden Buchstaben. Der Buchstabe vor dem Bindestrich ist das Staatszugehörigkeitszeichen (ein „D“ für die Bundesrepublik Deutschland), der erste Buchstabe nach dem Bindestrich gibt Auskunft darüber, in welchem Bereich das Höchstabfluggewicht liegt (zum Beispiel „A“ für Flugzeuge mit einer höchstzulässigen Startmasse von mehr als 20 Tonnen). Die Kennzeichen-Vergabe erfolgt in Deutschland durch das Luftfahrt-Bundesamt. Ähnlich wie bei der Vergabe von Kfz-Kennzeichen kann bei der Vergabe der letzten drei Buchstaben ggf. auf etwaige „Kundenwünsche“ der Lufthansa eingegangen werden, falls die gewünschte Buchstabenkombination noch nicht vergeben ist. Tatsächlich wird der Lufthansa seit geraumer Zeit folgender „Kundenwunsch“ vom Luftfahrt-Bundesamt erfüllt: Der zweite Buchstabe nach dem Bindestrich soll auf den jeweiligen Flugzeughersteller bzw. die Konzerngesellschaft schließen lassen können, d. h.

Kennungen der Lufthansa Passagierbeförderung (inkl. Condor und Condor-Berlin) Kennungen der Cargo Ehemalige Kennungen
  • D-AI = Airbus
    • D-AIA = A300B4-600
    • D-AIC = A320-200 (Condor-Berlin)
    • D-AIL/D-AIB (ab 2009) = A319-100
    • D-AIP/D-AIQ/D-AIN (ab 2009) = A320-200
    • D-AIR = A321-100
    • D-AIS = A321-200
    • D-AIK = A330-300
    • D-AIF/D-AIG = A340-300
    • D-AIH = A340-600
    • D-AIM (ab 2009) = A380-800
  • D-AB = Boeing
    • D-ABE/D-ABX/D-ABWH = B737-300
    • D-ABI/D-ABJ = B737-500
    • D-ABO = B757-300 (Condor)
    • D-ABU = B767-300 (Condor)
    • D-ABV = B747-400
    • D-ABT = B747-400M
    • D-ABY (ab 2010) = B747-8
  • D-AL = McDonnell Douglas
    • D-ALC = MD-11
  • D-AI = Airbus
    • D-AIA = A300B2
    • D-AIB = A300B4-2C, später A340-200
    • D-AIC = A310-200
    • D-AID = A310-300
  • D-AB = Boeing
    • D-ABO/D-ABU = B707 und B720
    • D-ABI = B727-100
    • D-AB_E = B737-200QC
    • D-AB_I = B727-200 (und die letzte -100)
    • D-ABE = B737-100
    • D-ABF/D-ABH/D-ABM = 737-200B
    • D-ABY = B747-100/200
    • D-ABN = B757-200 (Condor)
  • D-AC = Convair
  • D-AD = Douglas
    • D-ADU = DC-8
    • D-AD_O = DC-10
  • D-AF = Fokker
    • D-AFK = Fokker 50
  • D-AL = Lockheed
  • D-AN = Vickers
Regional
  • D-AC = Bombardier Canadair Jets
    • D-ACJ/D-ACL = CRJ100 (inzwischen zu CRJ200 konvertiert)
    • D-ACH = CRJ200
    • D-ACP = CRJ700
    • D-ACK = CRJ900
  • D-AV = BAe/Avro
    • D-AVR = ARJ 85

In den wenigen historischen Fällen, in denen ein Luftfahrzeug zu leicht war, um ein A als zweiten Buchstaben zu bekommen, wurde A an dritter Stelle gewählt:

F27 waren D-BARI und D-BARO, DC-3 waren D-CADE, D-CADI und D-CADO.

Darüber hinaus kaufte LH eine 747-430 (c/n 1292) von Boeing, um sie sogleich an Royal Flight Oman weiterzuverkaufen. Während der kurzen Zeit, in der sie in LH-Diensten war (sprich während der Auslieferungsflüge), war sie als D-ARFO registriert.

Flugzeug-Taufnamen

Alle Flugzeuge der Passagierfluggesellschaft Lufthansa sind nach deutschen Städten oder Bundesländern benannt. Eine Ausnahme bildet der Airbus A340-300 mit der Kennung D-AIFC, der nach den beiden, auf der Standard-Flugroute von Mitteleuropa nach Nordamerika liegenden, kanadischen Städten „Gander/Halifax“ benannt wurde. Dieser Doppelname soll daran erinnern, dass am 11. September 2001, dem Tag des Terrorangriffs gegen die USA, Flugzeuge, die aus Gründen des Treibstoffvorrats nach Schließung des US-amerikanischen und kanadischen Luftraums nicht mehr nach Europa umkehren konnten, in Gander (39 Flugzeuge) oder Halifax landen mussten, und speziell in Gander, das die größere Anzahl Maschinen aufnehmen musste, angesichts der schwierigen Umstände äußerst gastfreundlich behandelt wurden.

Unfälle

Der momentane Indexpunkt im JACDEC-Safety-Ranking beträgt für die Passagierfluggesellschaft Lufthansa 0,05 (2006), womit Lufthansa in der Unfallstatistik international an 18. Stelle, unter den bedeutendsten deutschen Fluggesellschaften an 10. Stelle steht. Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, dass das JACDEC-Safety-Ranking Flugleistung und Unfallzahlen seit 1973 beinhaltet. Zu diesem Zeitpunkt waren die meisten der heutigen deutschen Fluggesellschaften noch nicht gegründet. Der Index berücksichtigt neben der Flugleistung (Revenue Passenger Kilometers) auch die unfallfreien Jahre seit dem letzten Flugzeugverlust. Die Lufthansa gilt nach wie vor als eine der sichersten Fluggesellschaften der Welt.

Seit 1955, dem Jahr der Aufnahme des Flugbetriebs der neuen Deutschen Lufthansa AG, weist die Unfallbilanz des Unternehmens sieben Totalverluste mit Todesopfern und einen ohne auf; dabei kamen 152 Menschen ums Leben:

Flugzeug Unfallhergang Datum
Lockheed L-1049G Super Constellation (D-ALAK) Die aus Hamburg kommende Lufthansa-Maschine stürzt kurz vor der Landung in Rio de Janeiro ab. 36 der 39 Flugzeuginsassen sterben.[11] 11.1.1959
Boeing 720-030B (D-ABOK) Die Boeing stürzte auf einem Trainingsflug bei Ebersheim aus ungeklärter Ursache ab. Alle drei Insassen kamen ums Leben. 4.12.1961
Boeing 720-030B (D-ABOP) Einen weiteren Totalverlust bei einem Trainingsflug hatte die Lufthansa zweieinhalb Jahre später zu beklagen, als die D-ABOP bei dem Versuch der Besatzung, eine Rolle zu fliegen, bei Ansbach abstürzte, wobei alle drei Besatzungsmitglieder starben. 15.7.1964
Convair CV 440 (D-ACAT) Die aus Frankfurt kommende Maschine Flug LH 005 stürzt in Bremen beim Durchstarten nach einem misslungenen Landeanflug ab. Alle 46 Insassen kamen ums Leben.[12] 28.1.1966
Boeing 707-330B (D-ABOT) Aus Bangkok kommend schlug die "Düsseldorf" bei nebligem Wetter vor Erreichen der Landebahn in Delhi auf und brannte, nachdem sich alle 109 Passagiere und Crewmitglieder in Sicherheit gebracht hatten, aus. 20.12.1973
Boeing 747-130 (D-ABYB) Kurz nach dem Start in Nairobi (Flug LH 540) stürzt die "Hessen" ab. Mit 59 Toten von 157 Insassen handelt es sich um das schwerste Unglück in der Geschichte der Lufthansa. Gleichzeitig war es der zweite Totalverlust einer Boeing 747, der erste mit Todesopfern.[13] 20.11.1974
Boeing 707-330C (D-ABUY) Die Lufthansa-Frachtmaschine stürzt in Pétropolis bei Rio de Janeiro kurz nach dem Start ab (Frachtflug LH 527 nach Dakar). Die dreiköpfige Besatzung kommt ums Leben.[14] 26.7.1979
Airbus A320-200 (D-AIPN) Die aus Frankfurt in Warschau eintreffende "Kulmbach" (Flug LH 2904) kollidiert nach der Landung mit 70 Personen an Bord mit einem Erdwall am Ende der Landebahn. Durch den Aufprall sterben der (wegen des Prüfungsflugs auf dem Kopilotensitz befindliche) Ausbildungskapitän sowie ein Passagier. 14.9.1993

Entführungen
Entführungsfall Datum
Boeing 747-230B D-ABYD in Aden, auf dem Weg von Delhi nach Athen 22.2.1972
Boeing 737-130 auf dem Weg von Köln nach München 10.7.1972
Boeing 727 auf dem Weg von Lissabon nach Frankfurt 11.10.1972
Boeing 727-30 D-ABIG auf dem Weg von Beirut nach Ankara;
entführt nach Zagreb über Nicosia
29.10.1972
Boeing 737-130 D-ABEY in Rom nach Kuwait 17.12.1973
Boeing 727 in München auf dem Weg von Frankfurt nach Istanbul 28.6.1977
Lufthansa-Boeing 737 „Landshut“ (D-ABCE)
Stürmung der Maschine in Mogadischu durch GSG 9
13.–17.10.1977
Boeing 727 auf dem Flug von Frankfurt nach Köln 12.9.1979
Boeing 727-230 in Wien auf dem Weg von Frankfurt nach Damaskus 27.2.1985
Boeing 727-230 in Istanbul auf dem Weg von München nach Athen 27.3.1985
Boeing 737 in London auf dem Weg von Hamburg nach London 29.3.1985
Der Lufthansa-Airbus A310 (D-AIDM) „Chemnitz“ wird während
des LH-Fluges Frankfurt–KairoAddis Abeba nach Hannover und
New York entführt, wo der Entführer aufgibt [15].
11.2.1993
Canadair Regional Jet in Düsseldorf auf dem Weg von Prag nach Düsseldorf. 28.12.1999

Eine weitere Schattenseite in der Chronik der Deutschen Lufthansa AG stellen die 13 Flugzeugentführungen bis 1999 dar, als die (heute in Privateigentum befindliche) staatliche Fluggesellschaft Lufthansa als Flagcarrier zu den besonders gefährdeten Zielobjekten globaler terroristischer Bedrohung gehörte. Allerdings gehören Fluggesellschaften nach wie vor, ungeachtet von zwischenzeitlichen Privatisierungen, zu den bevorzugten Zielen von Terroristen, so dass auch der Lufthansa-Konzern von den erheblich verstärkten Maßnahmen zum Schutz des Luftverkehrs profitiert. Das (insbesondere bei US-amerikanischen Fluggesellschaften übliche) Mitfliegen von sogenannten Sky-Marshals als Präventivmaßnahme nach dem 11. September 2001 wurde von der Deutschen Lufthansa AG bislang für Lufthansaflüge weder offiziell bestätigt, noch dementiert, findet aber dennoch statt.

Flugnummernsystem

Alle drei Fluggesellschaften unter der Marke Lufthansa, also einschließlich der Lufthansa Cargo AG, führen ihre Flüge unter dem IATA Code LH durch. Die der Ticketnummer bei Passagierflügen unter der Marke Lufthansa vorangestellte Präfix-Nummer lautet 220. Der ICAO-Code für die Deutsche Lufthansa AG lautet DLH. LH-Flüge, die im Codesharing mit anderen Fluggesellschaften, insbesondere im Rahmen der „Star Alliance“, durchgeführt werden, tragen vierstellige Flugnummern, d. h. eine Ziffer mehr. Wer also zum Beispiel einen One-Stop-Flug „mit Lufthansa“ von Frankfurt (IATA-Flughafencode: FRA) nach Sydney (SYD) gebucht hat (zum Beispiel LH9714/LH9758), wird – auf beiden Flugabschnitten – (zum Beispiel FRA–Bangkok (BKK), BKK–SYD) ausschließlich von Bordpersonal der Thai Airways International („Thai“) „im Namen von Thai Airways International und Lufthansa“ an Bord von Flugzeugen der Thai begrüßt und betreut werden.

Die Flugnummern werden nach einem festen Schema verteilt. So haben Frühflüge stets eine kleinere Nummer als Flüge auf der gleichen Strecke später am Tage.[16] Innerdeutsche Flüge von Frankfurt aus – bei internationalen Flügen von ganz Deutschland aus – haben immer eine gerade Endziffer, innerdeutsche Flüge nach Frankfurt bzw. sämtliche internationale Flüge nach Deutschland grundsätzlich eine ungerade. Innerdeutsche Verbindungen haben eine Flugnummer zwischen 001 (Frühflug Hamburg–Frankfurt) und 399 bzw. zwischen 800 und 1399. Die Bereiche 2630–2679 und 3000–4999 sind für innereuropäische Verbindungen reserviert.[17] Die Nummern LH6786 bis LH6838 sind derzeit Zugverbindungen zugeordnet, die in Kooperation zwischen der Deutschen Lufthansa AG und der Deutschen Bahn mit ICE-Zügen zwischen dem Flughafen Frankfurt und Köln bzw. Stuttgart durchgeführt werden. Der Nummernkreis 400-499 gilt für Flüge von und nach Nordamerika (Kanada, USA, Mexiko). 700-799 sind Flüge von und nach Asien; 600-699 Mittlerer Osten (mit Ausnahmen), 500-599 Afrika und Südamerika.

Flotten

Übersicht

Unter dem Markenzeichen Lufthansa betreibt der Konzern Deutsche Lufthansa AG die Flotten der Lufthansa, der Lufthansa CityLine sowie der Lufthansa Cargo mit derzeit insgesamt 345 Flugzeugen (Stand: Mai 2008). Hinzu kommen die im Abschnitt Passagierbeförderung erwähnten Flotten mit insgesamt 93 Flugzeugen, die sich ebenfalls im (Mit-)Eigentum des Lufthansa-Konzerns befinden. 126 Flugzeuge der Kernflotte sind ab Sommer 2008 am Flughafen München Franz Josef Strauß stationiert, davon sind 24 Typen Langstreckenflugzeuge der Reihe Airbus A330/A340[18].


Lufthansa
(Passage Airlines)
Aktiv[19][20][21] Bestellungen[22][23][24] Anmerkung Kapazität [1]
Airbus A300-600/600R 14 0 280
Airbus A319-100 20 11 132
Airbus A320-200 36 14 156
Airbus A321-100/200 31 30 190
Airbus A330-300X 14 3 Auslieferung ab Jan. 2008 221
Airbus A340-300/300X 28 0 247
Airbus A340-600/600X 20 4 Erste Auslieferung Ende 2003 306
Airbus A380-800 0 15 Auslieferung ab Sommer 2009 550
Boeing 737-300 33 0 127
Boeing 737-500 30 0 111
Boeing 747-400 30 0 344
Boeing 747-8 0 20 Bestellung 6. Dezember 2006; Auslieferung ab 2010
Summe Lufthansa
(Passage Airlines)
253 98
Summe Lufthansa CityLine 73 45
Summe Lufthansa Cargo 19 0
Zwischensumme 345 143
Summe der übrigen Fluggesellschaften des Konzerns 95 0
GESAMT (Konzern) 440 (-)

Am 21. September 2006 gab Deutsche Lufthansa AG die 30 Aufträge plus 30 Optionen für Airbus-Flugzeuge aus der A320-Serie bekannt[25]:

Am 6. Dezember 2006 ließ der Lufthansa-Konzern die Bestellung von 20 Boeing 747-8 und noch weiteren sieben Airbus A340-642 verlauten. Erstere werden ab 2010 in die Flotte der Lufthansa integriert. Bei der A340-Bestellung handelt es sich um die zweite Nachbestellung dieses Flugzeugtyps. Sie werden sukzessive an die Lufthansa ausgeliefert.[26] Über den eventuellen Kauf neuer Langstreckenflugzeuge der neuesten Generation, sprich Airbus A350 oder Boeing 787 wird noch entschieden.

Laut einer Pressemitteilung vom 17. April 2007 werden für die Lufthansa Regionalflotte 30 Maschinen der Embraer 190 Familie und 15 Bombardier CRJ900 bestellt. Die Auslieferungen sollen Ende 2008 beginnen.[27]

Flottenpolitik

Die Flotte der Lufthansa hat aktuell ein Durchschnittsalter von 12,8 Jahren. Die regelmäßige Verjüngung durch Verkauf älterer und Zukauf werksneuer Flugzeuge der jüngsten technischen Generation hat in erster Linie wirtschaftliche Gründe, da die Flugsicherheit aufgrund der intensiven Wartung der Flotten auch bei älteren Flugzeugmustern nicht beeinträchtigt ist. Als einflussreicher Großkunde und Erstbesteller (Launch Customer) hat die Deutsche Lufthansa AG die Entwicklung der Boeing-Flugzeuge B737(-100 und -300), der B747-400, der künftigen B747-8I sowie der Airbus-Typen A310, A340 und A380 entscheidend mitbeeinflusst. Insbesondere beim Verbrauch des kostenintensiven Kerosins können durch den Einsatz modernster Flugzeuge erhebliche Einsparungen im Bereich der variablen Kosten erreicht werden. Der durchschnittliche Verbrauch der Lufthansa-Flotte wurde von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) für das Jahr 2004 noch mit 4,29 Liter je 100 Passagierkilometer angegeben. Ein durchschnittlicher Verbrauch von drei Litern gehört zu den erklärten Unternehmenszielen des Lufthansa-Konzerns.

Kundenbetreuung und Service

Der Lufthansa-Konzern (Bereich Passage) betreibt unter dem Namen Miles & More seit 1993 ein Vielfliegerprogramm. Diesem Bonussystem haben sich die europäischen Luftfahrtunternehmen Adria Airways, Air One, Austrian Airlines Group, Croatia Airlines, Jat Airways, LOT, Luxair, und Swiss International Air Lines angeschlossen. Der Lufthansa-Service gliedert sich in ein Dreiklassensystem (Economy Class, Business Class und First Class). Ausschließlich für Mitglieder des HON Circle (höchste Stufe des Vielfliegerprogramms Miles & More) und Passagiere der First Class werden an bestimmten Flughäfen (u. a. Frankfurt und München) exklusive Lounge-Angebote vorgehalten, zum Beispiel Restaurants, Bars und Badelandschaften. Im First-Class-Terminal in Frankfurt und in der First-Class-Lounge in München werden die Passagiere in Limousinen direkt zu den Flugzeugen gebracht [28]. Für 2008 – nunmehr vor der verspäteten Auslieferung des Airbus A380 an Lufthansa im Jahr 2009 – ist eine komplett neu konzipierte First Class geplant, die sich deutlich von der 2003 neu gestalteten Business Class abheben soll.[29] In der Economy Class werden Filme und ähnliche elektronische Bordunterhaltung lediglich auf zentralen Monitoren gezeigt, die nicht von jedem Sitzplatz aus einwandfrei gesehen werden können. Ende 2007 wurden bei der Lufthansa individuelle, beispielsweise im Sitz des Vordermannes eingebaute, Bildschirme (sogenannte PTVs) in einer neu gestalteten Economy Class der Langstreckenflotte eingeführt.

Logistik

In diesem Geschäftsfeld hat sich die aus der Fluggesellschaft Deutsche Lufthansa AG in Form einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft ausgegliederte Lufthansa Cargo AG, Mitglied des Cargo Networks WOW, mittlerweile zu einer der weltweit führenden Frachtfluggesellschaften im Linienverkehr entwickelt. Sie nutzt und vermarktet auch die Luftfrachtkapazitäten der Passagierflugzeuge sämtlicher Fluggesellschaften im Konzernbereich Passagierbeförderung. Nurfrachtflüge führt Lufthansa Cargo unter LH-Flugnummern durch. Rund die Hälfte des Umsatzes der Lufthansa Cargo AG wird im asiatisch-pazifischen Raum getätigt. Im Oktober 2004 wurde in einem Jointventure zwischen Shenzhen Airlines (51 %), Lufthansa Cargo AG (25 %) und der DEG-Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (24 %) die chinesische Frachtflugliniengesellschaft Jade Cargo International gegründet. Der Flugbetrieb wurde im August 2006 aufgenommen. Mit dieser Beteiligung hat sich Lufthansa Cargo indirekten Zugang zum innerasiatischen Luftfrachtmarkt verschafft. Des Weiteren ist die Lufthansa Cargo AG an dem 2004 errichteten „International Cargo Center Shenzhen (ICCS)“ beteiligt[30].

Technik (einschließlich Pilotenschulung)

Im Bereich Technik betreut der Lufthansa-Konzern über die konzerneigenen Fluggesellschaften hinaus weltweit sowohl konzernnahe als auch fremde Fluggesellschaften. Die Lufthansa Technik AG ist heute eines der größten Flugzeugwartungsunternehmen der Welt. Im Joint Venture mit dem Hersteller von Regional- und Geschäftsreiseflugzeugen Bombardier betreibt die Lufthansa Technik AG die Wartungsfirma Lufthansa Bombardier Aviation Services GmbH. Vorwiegend den asiatischen Markt bedient der Lufthansa-Konzern mit AMECO Beijing, einem gemeinsam mit Air China betriebenen Joint-Venture-Unternehmen zur Wartung von Verkehrsflugzeugen der Herstellerfirma Boeing. Für die Flugzeugwartung notwendiges Material nebst Wartungseinrichtungen bietet die Lufthansa Technik Logistik GmbH an. Über die Flugzeugwartung hinaus bietet der Lufthansa-Konzern mit Lufthansa Flight Training die Ausbildung und Schulung von Cockpit- und Kabinencrews an. Für die Ausbildung und Schulung der hochqualifizierten Mechaniker und des Wartungspersonals wurde die Lufthansa Technical Training GmbH gegründet, die durch ihre langjährige Erfahrung im Maintenance- Bereich auch von anderen Fluggesellschaften herangezogen wird.

Catering

Im Bereich Catering bereitet die LSG Lufthansa Service Holding AG, Markenname LSG Sky Chefs, als weltgrößter Caterer von Fluggesellschaften ein Drittel der Bordmahlzeiten aller Fluggesellschaften weltweit zu. Über den reinen Catering-Betrieb hinaus beliefert die Lufthansa WorldShop GmbH als Retailer mit den Bereichen Distanzhandel, Stationärhandel und Bordverkauf etliche Fluggesellschaften und Privatkunden mit Bordartikeln, Reiseutensilien und Merchandising-Produkten.

IT-Services

Die Tochter Lufthansa Systems AG ist mit rund 3.320 Mitarbeitern an mehreren Standorten in Deutschland und Niederlassungen in 17 Ländern einer der führenden IT-Dienstleister für die Airline- und Aviation-Industrie weltweit. Sie ist außerdem einer der führenden Anbieter von Flugverkehr-Informationstechnologie, luftverkehrsspezifischer Software für Bord-, Flug- und Wartungsmanagement.

Darüber hinaus hält der Lufthansa-Konzern Anteile an dem Flugreservierungssystem Amadeus (CRS).

Touristik-, Service- und Finanzgeschäft

Gegenwärtig ist der Konzern Deutsche Lufthansa AG mit 24,9 % an der Charterfluggesellschaft Condor Flugdienst GmbH beteiligt (Hauptanteilseigner ist mit 75,1 % der Touristik-Konzern Thomas Cook AG).

Das Franchise-Unternehmen Lufthansa City Center Reisebüropartner GmbH ist eine Kette inhabergeführter mittelständischer Reisebüros. Es ist keine Tochterfirma der Lufthansa, sondern hat seit 1994 einen Markennutzungsvertrag dieser.

Die Lufthansa Consulting GmbH mit Sitz in Köln ist weltweit aktiv im luftfahrtaffinen Beratungsgeschäft. Zum Kundenkreis zählen in erster Linie Fluggesellschaften (Kombinations- und Frachtfluggesellschaften), Flughäfen und Logistikunternehmen. Seit ihrer Ausgliederung aus der Deutschen Lufthansa AG und Gründung als eigenständige GmbH im Jahr 1988 hat sie über 1.500 luftfahrtspezifische Projekte durchgeführt (Stand: 2007), vor allem in den Bereichen Airline Strategy, Airline Restructuring, Air Cargo Logistics, Airports und Airline Operations. Mehr als 90 % der Umsätze werden mit externen Kunden erzielt. Eine Zweigstelle der Gesellschaft befindet sich in Frankfurt am Main, darüber hinaus ist das Unternehmen in Dubai, Miami, Moskau und Singapur mit eigenem Personal vertreten. Lufthansa ist (über ihre Tochtergesellschaft Lufthansa Commercial Holding) mit gut 90 % der Anteile Mehrheitsgesellschafter. Die restlichen Anteile hält das Management (Partner).

Die konzerneigene Delvag ist eine auf die Versicherung von Luftfracht spezialisierte Versicherungsgesellschaft. Die ebenfalls konzerneigene Lufthansa AirPlus Servicekarten GmbH ist auf das Geschäftsreisemanagement von Firmenkunden spezialisiert.

Am Terminal 2 des Flughafens München (Bauzeit circa 1999–2003) hält die Deutsche Lufthansa AG eine 40-Prozent-Beteiligung. Über Tochter- und Partnergesellschaften hat sich die Deutsche Lufthansa AG das ausschließliche Nutzungsrecht für dieses Terminal gesichert (Kapazität: bis zu 25 Millionen Passagiere). Erstmalig im europäischen Luftverkehrsmarkt fand Bau und Betrieb eines Terminals durch die Deutsche Lufthansa AG und den dortigen Flughafenbetreiber statt. Zwischenzeitlich ist die Deutsche Lufthansa AG auch maßgeblich an der Fraport AG, der Betreiberin des Flughafens Frankfurt, beteiligt. Seit Januar 2005 betreibt die Deutsche Lufthansa AG dort zusammen mit der Fraport AG den Terminal 1 sowie das Lufthansa First Class Terminal mit exclusiven Lounges, das ausschließlich für Erste-Klasse-Passagiere und Mitglieder des „HON Circle“ (höchste Stufe des Vielfliegerprogramms „Miles & More“) bestimmt ist.

Auch an nicht direkt mit dem Luftverkehr zusammenhängenden Unternehmen hält der Lufthansa-Konzern Anteile. Insgesamt ist der Konzern an mehr als 400 nationalen und internationalen Gesellschaften beteiligt. Eine detaillierte Übersicht findet sich auf der Lufthansa Financials-Site im Internet (siehe Weblinks).

Kritik

Verbraucherschutz

Verbraucherschutzorganisationen werfen der Deutschen Lufthansa AG vor, in der EU geltende Passagierrechte, insbesondere bei Verspätungen und Annullierungen von Flügen, zu missachten[31]. Das Unternehmen ist, wie einige andere große Airlines auch, bislang nicht bereit, mit der vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) geförderten „Schlichtungsstelle Mobilität“ zusammenzuarbeiten[32].

Umwelt- und Lärmschutz

Umweltschutzorganisationen werfen dem Lufthansa-Konzern vor, sich nicht genug für die Umwelt einzusetzen. So wird kritisiert, dass die Deutsche Lufthansa AG sich gegen einen Emissionsrechtehandel ausspricht, zumindest solange dieser ausschließlich für europäische Airlines gelten soll. Der Lufthansa-Konzern befürchtet Wettbewerbsnachteile gegenüber Airlines mit Sitz außerhalb der EU. Aber auch grundsätzlich bezweifelt der Konzern die Effektivität eines weltweiten Emissionsrechtehandels.[33]Demgegenüber verweist der Lufthansa-Konzern auf seine eigene Umweltpolitik. So setzt sich der Konzern für einen einheitlichen europäischen Luftraum ein, der die CO2-Emissionen bei innereuropäischen Flügen um 8–12 % senken würde. Außerdem würden die angestrebten – direkten – Flugrouten nach China Umweltemissionen verringern. Des Weiteren verweist der Konzern auf die Umweltfreundlichkeit der für seine Flotten genutzten modernen, d. h. treibstoffsparenden Flugzeugtechnik. [34]

Bürgerinitiativen kritisieren, dass der Lufthansa-Konzern gegen ein Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen plädiere, das vom Flughafenbetreiber Fraport als Zugeständnis an die am Flughafen-Standort betroffene Bevölkerung zugleich mit dem Ausbau beantragt wurde. Die Deutsche Lufthansa AG sieht bei einem Nachtflugverbot vor allem die Wettbewerbsfähigkeit der Lufthansa Cargo AG sowie 7.300 konzerneigene Arbeitsplätze bedroht. [35]

Barrierefreiheit

Organisationen für Menschen mit Behinderungen werfen dem Lufthansa-Konzern vor, auf die Rechte von PRM's (Persons with Reduced Mobility) nicht genügend einzugehen. So stellt die Deutsche Lufthansa AG auf nationalen und europäischen Flügen keine geeigneten Hilfsmittel zur Verfügung, um mobilitätseingeschränkten Passagieren den Gang zur Toilette zu ermöglichen. Weder können die Toiletten durch PRM's erreicht werden, da es auf europäischen Flügen keine Bordrollstühle gibt, noch können sie genutzt werden, da sie zu schmal sind, um mit einem Bordrollstuhl in die Toilette hineinzufahren. [36]

Der Lufthansa-Konzern betont, dass sie besser auf Menschen mit Behinderungen eingestellt seien als ihre Mitkonkurrenten. Eine barrierefreie Ausgestaltung der Flugzeuge ist aus ökonomischen Gründen nicht durchführbar, so der Sprecher der Lufthansa Jan Bärwalde. [37]

Verweise

Interne Verweise

Literatur

Weblinks

 Commons: Lufthansa – Bilder, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Portal:Deutsche Lufthansa – Nachrichten
 Wiktionary: Lufthansa – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik

Einzelnachweise

  1. a b c d Offizielle Kennzahlen von konzern.lufthansa.com
  2. pressrelations.de | Pressemitteilungen
  3. NETZEITUNG UNTERNEHMEN: Lufthansa fast nicht mehr deutsch
  4. „Lufthansa erzielt 2006 Rekordwerte bei Gewinn und Umsatz“,lufthansa.com, 9. März 2007
  5. „Lufthansa erzielt 2007 Rekordergebnis",lufthansa.com, 12. März 2008
  6. Handelsblatt.com 21.7.07: „Lufthansa schließt Swiss-Übernahme ab“
  7. Frankfurter Allgemeine: Lufthansa erwirbt 19% an JetBlue Airways 13. Dezember 2007
  8. Überraschung in Amerika sueddeutsche.de 14.12.2007
  9. www.aerosecure.de: Top10: Die zehn größten Airlines der Welt nach Gewinn (Stand: August 2007)
  10. Lufthansa Flugplan
  11. Unfall Rio de Janeiro, flugzeug-absturz.de, 11. Januar 1959
  12. Unfall Bremen, flugzeug-absturz.de, 28. Januar 1966
  13. Unfall Nairobi, flugzeug-absturz.de, 20. November 1974
  14. Flugunfall 26 JUL 1979 einer Boeing 707-330C D-ABUY - Pétropolis, RJ
  15. aviation-safety.net
  16. Lufthansa Magazin 02/07, Seite 12
  17. Lufthansa Magazin 02/07, Seite 12
  18. aero.de: „Lufthansa stationiert 500. Langstreckenpiloten in München“ (2. April 2008)
  19. ch-aviation.ch: Flotte der Lufthansa 11. Mai 2008
  20. ch-aviation.ch: Flotte der Lufthansa CityLine 11. Mai 2008
  21. ch-aviation.ch: Flotte der Lufthansa Cargo 11. Mai 2008
  22. Airbus: Bestellungen von Lufthansa 30. April 2008
  23. Boeing: Bestellungen von Lufthansa 13. Mai 2008
  24. aerotransport.org: Bestellungen von Lufthansa CityLine 21. Mai 2008
  25. Lufthansa vergibt Milliardenauftrag an Airbus tagesschau.de, 21. September 2006
  26. Lufthansa ordert 747-8, Lufthansa Konzern, 6. Dezember 2006
  27. Neue Flugzeuge für Lufthansa-Regionalflotte – Pressemitteilung
  28. http://www.lufthansa.com/online/portal/lh/de/info_and_services/at_the_airport?l=de&nodeid=1756248 First Class am Flughafen], Lufthansa.com, 19. Dezember 2006
  29. Lufthansa startet neue First Class in 2008, finanznachrichten.de, 19. Dezember 2006
  30. „Die Tiger-Fracht – Lufthansa-Cargo in Asien“, Aero.de, 29.04.2007
  31. Verbraucherzentrale Brandenburg, ARD-Bericht
  32. Bilanz der Schlichtungsstelle
  33. EMISSIONSHANDEL IM LUFTVERKEHR
  34. FAZ 15. April 2007
  35. Lufthansa-Chef: Nachtflugverbot gefährdet 7300 Jobs
  36. Kein Bordrollstuhl bei der Lufthansa 10.1.2008
  37. Wenn Fliegen zur Qual wird, Deutsche Welle World, 31.5.2008

Koordinaten: 50° 56′ 15″ N, 6° 58′ 11″ O

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