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Briseis

Briseis (Altgriechisch Βρισηίς), eine Figur aus Homers Ilias und die Tochter des Briseus und Gattin des Königs Mynes, war die Lieblingssklavin von Achilleus.

Sie wurde von ihm in Lyrnessos, der Stadt des Mynes, erbeutet. Bei der Eroberung von Lyrnessos wurden Mynes und die drei Brüder der Briseis getötet, sie selbst wurde dem Achilleus als Sklavin und Konkubine zugesprochen. Nach ihren eigenen Worten durfte sie darauf hoffen, dass Achilleus sie heiratet. Der Heerführer Agamemnon nahm Achilleus die Briseis weg, als er seine eigene Sklavin, Chryseis, wegen eines Orakels und zur Abwendung weiterer Pfeile des Apollo ihrem Vater zurückgeben musste.

Daraufhin zog Achilleus sich aus dem Kampf um Troja zurück. Da dies eine entscheidende Schwächung der Griechen bedeutete, gab Agamemnon Briseis zurück, zusammen mit sieben weiteren Frauen und einem Eid, nicht mit ihr geschlafen zu haben. Die Liebe der Briseis zu Achilleus ist der Inhalt eines der Briefe aus den Heroides, einer Sammlung von Liebesbriefen berühmter mythologischer Frauen, die von dem römischen Dichter Ovid verfasst wurde.

Als Heinrich Schliemann im Sommer 1879 ein Kindermädchen für seine (griechischen) Kinder suchte und sich nach Empfehlung von Rudolf Virchow für die Berliner Anwaltstochter Marie Mellien entschied, machte er zur Bedingung, dass Marie sich für die Dauer der Anstellung einen griechischen Vornamen zulegte. Aus den von Schliemann dafür angebotenen Namen wählte sie "Briseis".

Nach ihr ist der am 4. November 1907 von Joel Hastings Metcalf in Taunton entdeckte Asteroid (655) Briseis benannt. In Wolfgang Petersens Verfilmung des Troja-Mythos wird Briseis von Rose Byrne dargestellt.

 Commons: Briseis – Bilder, Videos und Audiodateien