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Hinterpommern

Hinterpommern ist der zwischen der Oder und Pomerellen gelegene östliche Teil Pommerns. Die Region gehörte bis 1945 als Teil der preußischen Provinz Pommern zu Deutschland und heute größtenteils als Woiwodschaft Westpommern mit der Hauptstadt Stettin zu Polen. Die östlichen Teile gehören zur Woiwodschaft Pommern.

Die dünn besiedelte Landschaft ist geprägt von eiszeitlich geformten Moränen, Seen und dichten Nadelwäldern. Der südwestliche Teil beinhaltet mit dem Pyritzer Weizacker ein ausgesprochen fruchtbares Landwirtschaftsgebiet. Im Hinterland der Ostseeküste verlaufen die Verkehrsströme von Stettin nach Danzig.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

(→ Hauptartikel: Geschichte Pommerns)

Hinterpommern war Teil des Siedlungsgebietes der Pomoranen und seit 962 polnische Provinz. Nach Kriegszügen zur Unterwerfung und Christianisierung war ganz Pommern in der Hand des polnischen Herzogs Bolesław III. Schiefmund. Die Herrschaft entglitt seinen Nachfolgern jedoch wieder. Die ursprünglich slawischen Greifen (seit Wartislaw I.) waren Herzöge von Pommern bis 1637. Sie luden zur Kolonisierung ihrer Ländereien deutsche Siedler ein, so dass im 13. Jahrhundert zunächst die westlich der Oder gelegenen Landesteile, später aber auch die östlichen zu einem Teil des deutschen Siedlungsgebietes wurden. Die verbliebene slawische Bevölkerung wurde dabei im Laufe der Zeit größtenteils eingedeutscht.

Viele hinterpommersche Adelsfamilien, die dort bis zu ihrer Vertreibung 1945 ansässig waren, haben slawische Wurzeln, z. B. die von Zitzewitz oder die von Borcke. Lediglich im östlichen Hinterpommern hielt sich mit den Kaschuben bis in die Neuzeit eine slawische Bevölkerungsgruppe. Ihre Assimilation seit dem 18. Jahrhundert ist je nach der Kirche, die sich um sie „bemühte“, entweder in Richtung Deutsche (evangelisch) oder Polen (katholisch) erfolgt.

Von 1295 bis 1464 gehörte das südwestliche Hinterpommern (alles was südwestlich des Flusses Ihna liegt) zum Herzogtum Pommern-Stettin. Die anderen Gebiete gehörten in dieser Zeit zum Herzogtum Pommern-Wolgast, von dem sich seit Ende des 14. Jahrhunderts ein gesondertes Herzogtum Pommern-Wolgast-Stolp abteilte. Die Gebiete beiderseits des Unterlaufes der Persante mit den Städten Kolberg und Köslin bildeten seit dem Ende des 13. Jahrhunderts im Wesentlichen das Stift Cammin, also das weltliche Herrschaftsgebiet des Bischofs von Cammin.

Nach einer zeitweiligen Vereinigung der verschiedenen Landesteile unter Herzog Bogislaw X., reg. 1474-1523, teilten bereits seine Nachfolger das Land 1532 vorläufig und 1541 endgültig in ein Herzogtum Wolgast und ein Herzogtum Stettin, die erst unter dem letzten Herzog, Bogislaw XIV., ab 1625 wieder vereint werden konnten. Dabei umfasste das Stettiner Teilherzogtum diesmal in erster Linie die östlich der Oder gelegenen Gebiete, die seit 1466 noch um die Länder Bütow und Lauenburg im Osten erweitert worden waren. Letztere lagen aber außerhalb der Grenzen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und waren zunächst Pfandbesitz, seit Anfang des 16. Jahrhunderts ein Lehen der polnischen Krone. Das Stift Cammin wurde nach der Reformation ab 1556 eine Sekundogenitur der pommerschen Herzöge. 1648 kam Hinterpommern an die Mark Brandenburg, dem späteren Königreich Preußen und verblieb dort bis 1945 als Teil der Provinz Pommern. Aufgrund der Beschlüsse der Alliierten im Potsdamer Abkommen wurde Hinterpommern 1945 unter polnische Verwaltung gestellt und die deutsche Bevölkerung vertrieben bzw. später zwangsausgesiedelt. Im Rahmen der Aktion Weichsel wurden in Hinterpommern nach 1945 hauptsächlich Polen aus Zentralpolen und Gebieten östlich der Curzon-Linie angesiedelt, aber auch Ukrainer aus Galizien.

Die Zugehörigkeit Hinterpommerns zu Polen wurde von der DDR im Görlitzer Abkommen vom 6. Juli 1950, von der Bundesrepublik Deutschland unter Vorbehalt im Warschauer Vertrag vom 7. Dezember 1970 und vom vereinten Deutschland 1990 im Zwei-plus-Vier-Vertrag sowie im Deutsch-Polnischen Grenzvertrag endgültig anerkannt.

Sprache

Bis 1945 wurde in Hinterpommern überwiegend Deutsch gesprochen, ínsbesondere in den ländlichen Gebieten auch pommersches Niederdeutsch. Östlich von Stolp war auch die Kaschubische Sprache vertreten und seit dem 17. Jahrhundert infolge der Rekatholisierung in der Gegend um Leba und Lauenburg die Polnische Sprache.

Aufgrund der Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg ist die Bevölkerung Hinterpommerns nunmehr ganz überwiegend polnischsprachig.

Begrifflichkeit

Der Begriff Hinterpommern in seiner heutigen Bedeutung ist erst in der Neuzeit entstanden. Im Mittelalter verstand unter Pommern im engeren Sinne das Gebiet des Herzogtums Pommern-Wolgast zwischen Oder und Gollenberg (bei Köslin). Nur die östlich davon gelegenen Gebiete bezeichnete man manchmal als Hinterpommern, weil sie eben hinter Pommern lagen. Erst im 16. Jahrhundert bürgerte sich im Sprachgebrauch die Bezeichnung Hinterpommern auch für Gebiete östlich der Oder ein. Dies übertrug sich dann nach 1648 auf die von Kurbrandenburg übernommenen Gebiete, ohne dass je eine scharfe Abgrenzung nach Westen vorgenommen wurde. Deshalb ist es Auslegungssache, ob die eigentlich (historischer Stadtkern) westlich der Oder gelegene Stadt Stettin nun zu Vor- oder zu Hinterpommern zu rechnen ist.

Größere Städte


Bis 1945 gehörten zu Vorpommern

Siehe auch

Literatur