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Eustachius Kugler

Frater Eustachius Kugler (* 15. Januar 1867 in Neuhaus bei Nittenau; † 10. Juni 1946 in Regensburg; eigentlich Josef Kugler) war ein Mitglied des Ordens der Barmherzigen Brüder vom hl. Johannes von Gott und Erbauer des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Regensburg. Sein Engagement galt in besonderer Weise den Kranken und Behinderten.

Kugler, Sohn eines Landwirts und Hufschmieds, erlitt während einer Lehre zum Bauschlosser in München einen Arbeitsunfall. Er fiel von einem Gerüst und zog sich eine Beinverletzung zu, an deren Folgen er sein ganzes Leben litt.

1884 kam er zurück in die Oberpfalz, womit Reichenbach für ihn bedeutsam wird, denn er zog zu seiner Schwester, die mit dem Schmid Reichenberger verheiratet war. Bei seinem Schwager konnte er wieder in seinem Beruf arbeiten. Zu dieser Zeit war die Reichenbacher Kirche für unregelmäßige Gottesdienste genutzt, und irgendwie bürgerte es sich ein, dass der hinkende Josef Kugler am Sonntagnachmittag den Rosenkranz vorbetete. Die Leute im Dorf nannten ihn daraufhin - halb hänselnd, halb bewundernd - den "Klostersepp".

Nachdem die Barmherzigen Brüder 1890/91 das Kloster erworben hatten und als Pflegeanstalt für Arme, Epileptiker und Geisteskranke nutzen wollten, gab es viel Arbeit für den Schmid Reichenberger und seinen Gesellen. Dabei lernte dieser die Brüder und das Ordensleben kennen, was dazu führte, dass er am 11. Januar 1893 in Reichenbach ins Kloster eintrat. Aus Josef Kugler wurde Frater Eustachius.

Mit dem Eintritt ins Noviziat nahm den er den Namen Frater Eustachius an.

Doch einfach war sein Weg ins den Orden nicht. Der Konvent in Wörishofen lehnte die Zulassung Kuglers zum Noviziat auf Grund seiner Fußverletzung ab. Erst als der Provinzial die Wahl wiederholen ließ, konnte er 1898 in Reichenbach sein Profess ablegen.

Von 1905 bis 1925 wurde Frater Eustachius die Leitung der Einrichtungen für behinderte Menschen in Straubing und Gremsdorf sowie des Krankenhauses St. Wolfgang in Neuburg an der Donau übertragen. 1925 wurde Eustachius Kugler zum Provinzial der Bayerischen Ordensprovinz gewählt und trug somit die Verantwortung für Krankenhäuser, Pflegeheime, eine Erziehungsanstalt sowie ein Priesterhospiz.

Als seine größte Leistung kann jedoch der Bau des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Regensburg bezeichnet werden, da die Finanzierung des Großprojektes umstritten und die Durchsetzung des Bauvorhabens dementsprechend schwierig war. Bedenkenträgern antwortete Kugler: „Ich habe die Sache mit meinem Herrgott ausgemacht. Es wird nichts fehlen!“. Während des zweiten Weltkrieges war das Regensburger Krankenhaus sehr gefährdet, weil es in unmittelbarer Nähe zu den Messerschmittwerken lag. Trotz der Bombardierung dieses Betriebes am 17. August 1943 blieb das Krankenhaus vor den Bomben verschont.

Eustachius Kugler starb am 10. Juni 1946 im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Regensburg. Das Krankenhaus ist heute als Fachklinik bis weit über die Grenzen Regensburgs hinaus bekannt. Nach Kugler sind in vielen bayerischen Orten Straßen, sowie eine Kapelle in Neuhaus und eine Behindertenwerkstatt in Straubing benannt.

Der Apostolische Prozess für die Seligsprechung ist eingeleitet. Am 19. Dezember 2005 wurde Frater Eustachius durch den Papst Johannes Paul II. der heroische Tugendgrad zuerkannt. Er trägt seitdem den Titel ehrwürdiger Diener Gottes.

Personendaten
Kugler, Eustachius
Josef Kugler
Mönch der Barmherzigen Brüder und Erbauer eines Krankenhauses in Regensburg
15. Januar 1867
Neuhaus bei Nittenau
10. Juni 1946
Regensburg