Urbar (bei Koblenz)
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Urbar (bei Koblenz)

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 50° 23′ N, 7° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mayen-Koblenz
Verbandsgemeinde: Vallendar
Höhe: 100 m ü. NN
Fläche: 3,46 km²
Einwohner: 3114 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 900 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56182
Vorwahl: 0261
Kfz-Kennzeichen: MYK
Gemeindeschlüssel: 07 1 37 224
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausplatz 13
56179 Vallendar
Webpräsenz:
www.urbar.de
Ortsbürgermeister: Karl Josef Kohl
Lage der Gemeinde Urbar im Landkreis Mayen-Koblenz

Urbar ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz und Mitglied der Verbandsgemeinde Vallendar. Es liegt am rechten Rheinufer nördlich von Koblenz.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und Ort

Urbar war schon vor etwa 13.000 Jahren Siedlungsgebiet und somit eines der ersten der Region. Mit der Errichtung des Limes gehörte das Gebiet um Urbar zum römischen Reich.

1167 wurde Urbar mit der Bezeichnung "overvare", was "Überfahrt" bedeutet, erstmals schriftlich erwähnt. Dies weist auf eine Fähre über den Rhein nach Neuendorf hin. Landesherr war bis 1803 der Kurfürst und Erzbischof von Trier. Diese Landesherrschaft (rotes Kreuz auf weißem Grund) und die Rheinfähre sind im Ortswappen abgebildet. 1204 wird durch die Nennung der Kapelle Besselich das gleichnamige Kloster bekannt. Die Blütezeit des Franziskanerinnenklosters war im 15. und 16. Jahrhundert und konnte sich trotz der Reformation, Kriegswirren und zahlreichen Hungersnöten halten. Die Lage Urbars im Vorfeld der Festung Ehrenbreitstein führte immer wieder zu Zerstörungen und Plünderungen. Seit dem Mittelalter bestand bis in die 1950er Jahre südlich des Ortes eine Tongrube, aus der zahlreiche Tonfliesen in Bauwerken des Koblenzer Raumes stammen. 1803 gelangte Urbar an das Fürstentum Nassau-Weilburg (seit 1806 Herzogtum Nassau); nach dem Wiener Kongress 1815 wurde Urbar ein Teil der Rheinprovinz Preußens und der Bürgermeisterei Ehrenbreitstein. Als diese 1937 aufgelöst wurde, gelangte der Ort an das Amt Vallendar-Land, seit 1970 Verbandsgemeinde Vallendar. Die Katholiken des Ortes gehörten bis 1944 zur Pfarrei St. Pankratius in Koblenz-Niederberg und bilden seitdem eine eigene Pfarrgemeinde. Die Evangelischen sind Mitglieder der Evangelischen Kirchengemeinde Koblenz-Pfaffendorf.

Die Zerstörung der katholischen Dorfkirche 1945 griff in das Dorfbild entscheidend ein. Es wurde eine Notkirche in der Kirchstraße errichtet, die 1967 zum Bürgerhaus umgebaut und 2005 abgerissen wurde. 1966 entstand nach Plänen des Architekten Martin Ufer (Koblenz-Ehrenbreitstein) die neue kath. Pfarrkirche St. Peter und Paul mit ihrem charakteristischen Zeltdach und Fenstern des bedeutenden Glasmalers Paul Weigmann (Leverkusen) an der Straße In den Büngerten. Seit Ende des Krieges wächst die Bevölkerungszahl ständig. 1994 wurde eine Zahl von 2858 Einwohnern erreicht. Die Tendenz ist wegen mehrere Neubaugebiete stark steigend.

Einwohnerentwicklung

Stand / Datum Einwohner
31. Dezember 2004 3169
30. Juni 2005 3195

Politik

Bürgermeister

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren Anton Kammertöns, Werner Stangier und Dr. Dieter Börsch (alle SPD) Bürgermeister des Ortes. Karl Josef Kohl (Freie Liste) ist seit 1999 Bürgermeister von Urbar. Bei den Kommunalwahlen am 13. Juni 2004 wurde er mit 82,98 % der Stimmen ohne Gegenkandidaten wiedergewählt.

Gemeinderat

Partei 1999 2004
in % Sitze in % Sitze
Freie Liste - Bürger für Urbar 27,0 5 37,3 (+10,3) 7
CDU 40,0 8 35,2 (-4,8) 7
SPD 33,0 7 27,5 (-5,5) 6

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Urbar liegt an der B 42 und besitzt durch die nahe gelegene A 48 auch einen guten Anschluss zum Fernstraßennetz.

Mit Hilfe der Buslinien 358, die direkt durch Urbar führt, und den Linien 8 und 318/319, die an der B 42 verkehren, ist die Stadt Koblenz innerhalb von 15 Minuten erreichbar. Urbar gehört als Gemeinde des Landkreises Mayen-Koblenz zum Verkehrsverbund Rhein-Mosel.

Bildung

Durch die nahe gelegenen Hochschulstädte Koblenz und Vallendar existiert ein vielfältiges Angebot an weiteren Möglichkeiten zur Aus- und Weiterbildung.