Heim

Federmesser

Das Federmesser hat eine kleine, sehr scharfe und meist in einem Heft befestigte Klinge.

Die Seiten der Klinge laufen in der Schneide unter einem Winkel von 13 bis 19° zusammen. In der Vergangenheit wurden damit die Kiele großer Vogelfedern zum Schreiben und Zeichnen hergerichtet. Heutzutage werden solche Messer beispielsweise zum Modellieren und Schneiden unterschiedlichster Werkstoffe, in der Radierkunst sowie in der Kalligraphie zum Spitzen von Schreibfedern benutzt.

In der Archäologie bezeichnet der Begriff Federmesser (auch Rückenmesser, Rückenspitze oder Azilienspitze) einen Werkzeugtyp des späten Jungpaläolithikums aus Feuerstein. Diese Artefakte bestehen aus einer vom Kernstein abgeschlagenen Klinge, deren eine Längskante (Messerrücken) durch eine gebogene Randretuschierung (Abschläge) abgestumpft wurde. Als Messerschneide dient die gegenüber liegende Längskante oder die Spitze. Artefakte, deren Form an Federmesser erinnert, wurden in dieser Epoche der Steinzeit vermutlich als Pfeilspitzen verwendet.

Das steinzeitliche Federmesser ist eine Leitform des Aziliens. Die relative Datierung mit Hilfe archäologicher Leitformen ist der historischen Geologie entlehnt, wo es der Altersbestimmung über Leitfossilien entspricht. Archäologische Leitformen sind Artefakte, die weit verbreitet waren, und deren Gestaltung im Laufe der Zeit gewissen Veränderungen unterworfen war. Die verschiedenen Perioden lassen sich zum Beispiel an der Art der Bearbeitung (Retuschen) erkennen.

Literatur