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Saint-Malo

Saint-Malo / Sant-Maloù
Staat Frankreich
Region Bretagne
Département Ille-et-Vilaine
Arrondissement Saint-Malo (Unterpräfektur)
Kanton Hauptort von 2 Kantonen Saint-Malo-Nord & Saint-Malo-Sud
Geographische Lage 48° 39′ N, 2° 0′ WKoordinaten: 48° 39′ N, 2° 0′ W
Höhe 8 m
(0 m–51 m)
Fläche 36,58 km²
Einwohner
– mit Hauptwohnsitz
– Bevölkerungsdichte
(1999)
50.675 Einwohner
1385 Einw./km²
Postleitzahl 35400
INSEE-Code 35288
Website http://www.ville-saint-malo.fr/
Sonnenuntergang über Saint-Malo

Saint-Malo (bretonisch Sant-Maloù) ist eine Stadt in der Bretagne im Nordwesten Frankreichs im Département Ille-et-Vilaine. Berühmt wegen ihres historischen Stadtkerns und ihrer Festungsanlagen ist sie einer der meistbesuchten Touristenorte Frankreichs.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Sicht auf Saint-Malo bei Ebbe

Saint-Malo liegt an der Côte d'Émeraude (deutsch: Smaragd-Küste) im Norden der Bretagne, an der Mündung des Flusses Rance, gegenüber dem Badeort Dinard. Der historische Stadtkern intra muros (innerhalb der Stadtmauern) macht etwa 20 % der Gesamtfläche der Stadt aus und wird von drei Seiten vom Wasser umspült. In der Bucht von Saint-Malo kann man die größten Gezeitenunterschiede Europas bestaunen: bis zwölf Meter Differenz zwischen Ebbe und Flut. Drei der vorgelagerten Inseln Grand Bé, Petit Bé sowie das Fort National (Festungsbau durch Vauban 1689) sind daher bei Ebbe zu Fuß erreichbar. In der Flussmündung befindet sich das größte Gezeitenkraftwerk der Welt.

Geschichte

Blick von der Stadtfestung auf das Fort National

Ursprung der Stadt, die laut Tourismuswerbung auf eine "ruhmreiche Vergangenheit" zurückblickt, war die gallo-römische Siedlung Aleth, die auf einer Halbinsel, dem heutigen Stadtteil St. Servan vorgelagert war. Lange schützte die strategisch günstige Lage die Bewohner vor Eindringlingen. Im 6. Jahrhundert begann der walisische Mönch Maclow, dessen Name im Französischen zu Malo wurde, mit der Missionierung der Einwohner. Allmählich begann die Siedlung zu wachsen und sich auf das benachbarte Festland auszudehnen. Der Schutzheilige und damit Namensgeber des neuen Stadtteiles wurde der Heilige Servan. Im 12.Jh. verstärkte sich der Druck auf die Siedlung durch Überfälle der Normannen immer mehr. Die nördlich gelegene Insel, heute "Intra muros", schien den nötigen Schutz zu bieten. 1142 siedelte auch der Bischof auf die Insel und errichtete dort einen Dom. In den folgenden Jahren begann der Bau einer mächtigen Wehrmauer, die der Stadt, jetzt Saint-Malo genannt, lange Zeit Sicherheit und Unabhängigkeit bot. Seine Blütezeit erreichte Saint-Malo im 16. Jahrhundert. Durch Fischfang und Handel erlangte Saint-Malo Wohlstand. 1590 wurde gar eine eigene Republik ausgerufen. Diese war Grundlage für das Selbstbewusstsein der Bewohner, die sich "Malouinen" (frz. malouins) nannten. Gefürchtet war Saint-Malo bei holländischen und englischen Handelsschiffen, war die Stadt doch die Heimat wilder Korsaren, allen voran Robert Surcouf, der mit seinem schnellen und wendigen Schiff "Renard" (Fuchs) auf Beutezug ging. Er war dabei so erfolgreich, dass er sich mit 35 Jahren zur Ruhe setzen konnte. Im August 1944, nach der Landung der Alliierten in der Normandie, wurde Saint-Malo zu etwa 85 Prozent durch Bombardierungen zerstört, da der damalige Festungskommandant Oberst Andreas von Aulock sich weigerte zu kapitulieren. Im Gegensatz zu anderen stark zerstörten Städten bemühte sich Saint-Malo aber um einen möglichst originalgetreuen Wiederaufbau, der auch sehr gut gelang. Man stützte sich dazu auf alte Pläne und Abbildungen der Stadt. 1967 wurden die benachbarten Orte Saint-Servan und Paramé eingemeindet.

Saint-Malo heute

Heute hat Saint-Malo ca. 52.700 Einwohner und ist neben einem Touristenort (siehe auch Rothéneuf) auch ein wichtiges Industriezentrum. Die Industriebetriebe befinden sich aber alle „extra muros“, d. h. außerhalb der (Stadt-)Mauern. Im Wappen der Stadt befindet sich ein Hermelin, das mit dem Armenmantel über das Stadttor geht, sowie der Wahlspruch der Stadt „semper fidelis“ (sich selbst immer treu bleiben). Da die Einwohner von Saint-Malo sehr stolz auf ihre Stadt sind, lautet ihr Leitspruch: „Ni Français, ni Breton, Malouin suis “ (weder Franzose, noch Bretone, Einwohner von Saint-Malo bin ich).

Saint-Malo

Söhne und Töchter der Stadt

 Commons: Saint-Malo – Bilder, Videos und Audiodateien