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Nova Scotia

Nova Scotia
Nouvelle-Écosse, Alba Nuadh
Neuschottland
Wappen Flagge

(Details)

(Details)
Wahlspruch: Munit Haec et Altera Vincit
„Eine verteidigt und die andere erobert“
Lage
Basisdaten
Amtssprache Englisch
Hauptstadt Halifax
Größte Stadt Halifax Regional Municipality
Fläche 55.284 km² (12.)
Einwohner (2006) 913.462 (7.)
Bevölkerungsdichte 17,3 Ew./km²
BIP in CAD (2006) Gesamt: 31,966 Mia. (7.)
Pro Kopf: 34.210 (11.)
Zeitzone UTC -4
ISO 3166-2 CA-NS
Postalische Abkürzung NS
Website www.gov.ns.ca
Politik
Beitritt Konföderation 1. Juli 1867
Vizegouverneur Mayann Francis
Premierminister Rodney MacDonald
Sitze im Unterhaus 11
Sitze im Senat 10

Nova Scotia (Lateinisch für Neuschottland, franz. Nouvelle-Écosse schot.-gäl. Alba Nuadh) ist eine an der Atlantikküste gelegene Provinz von Kanada, die zum größten Teil aus der gleichnamigen Halbinsel besteht. Die Hauptstadt ist Halifax.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der Großteil der Provinz besteht aus einer Halbinsel, die vom Atlantischen Ozean umgeben ist. Unzählige Buchten und Fischerorte säumen deren Küste. Ein weiterer Teil der Provinz besteht aus der Kap-Breton-Insel, nordöstlich des Festlandes.

Nova Scotia ist die zweitkleinste Provinz Kanadas nach Fläche. Kein Punkt in Neuschottland ist mehr als 56 km vom Meer entfernt. Bei einer Größe von 55.284 km² sind 96,5% Landmasse und 3,5% Wasser (1.946 km²). Der ausgesprochen maritime Charakter der Provinz kommt auch dadurch zum Ausdruck, dass sich ihre vier extremsten Punkte alle auf Inseln befinden: Im Süden ist es das Cape Sable auf der gleichnamigen Küsteninsel. Im Westen ist es die ebenfalls in Küstennähe befindliche Brier-Insel. Den nördlichsten Punkt der Insel bildet die in der Cabotstraße gelegene Sankt-Paul-Insel. Und im Osten ist es die ca. 175 km vor der Küste Neuschottlands gelegene Sable-Insel.

Städte und Ballungszentren

Wichtige Städte sind Halifax, Dartmouth, Bedford, Yarmouth, Amherst, Truro, New Glasgow und Sydney. Weitere Städte sind u.a. Lunenburg, Kentville, Bridgewater.

(Stand: Volkszählung 2006)

Nationalparks

Die zwei Nationalparks der Provinz sind der Kejimkujik-Nationalpark im Süden Neuschottlands und der Cape-Breton-Highlands-Nationalpark im Norden.

Klima

Temperaturwerte von Halifax

Das Klima Nova Scotias wird stark von der Lage am Atlantischen Ozean und dem Golfstrom beeinflusst. So sind die Winter mild, mit Durchschnittstemperaturen von 0 °C bis -10 °C, was Neuschottland oft Winter ohne Schnee beschert. Ausnahme bildet der nördliche Teil um die Kap-Breton-Insel, wo die Durchschnittstemperatur einige Grad kälter liegt, mit bis zu 200 cm Niederschlag in den Wintermonaten.

Im Frühjahr und im Herbst liegen die Temperaturen etwa bei angenehmen 15-18 Grad. Im Herbst verwandelt der sogenannte Indian Summer die Landschaft in einen einzigartigen Farbrausch. Der Zeitpunkt hängt von den jeweiligen Wetterbedingungen ab und kann leicht variieren. Meistens beginnt diese beliebte Jahreszeit in der 2./3. September-Woche und dauert bis ca. Ende Oktober.

Geschichte

Indigene Völker

Die ersten Bewohner Neuschottlands waren die Mi'kmaq, ein Volk, das die Atlantikregion Nordamerikas beherrschte. Vor der Ankunft der Europäer waren die Mi'kmaq Jäger und Fischer. Sie bauten außer Tabak keine Feldfrüchte an. Während des Herbstes verteilten sie sich in kleine Gruppen, um Elche und Karibus zu jagen.

Hauptartikel: Mi'kmaq

Europäische Besiedelung

Die dauerhafte europäische Besiedlung begann, nachdem John Cabot im 16. Jahrhundert große Fischvorkommen vor der Küste entdeckte. 1605 wurde Port Royal, das heutige Annapolis Royal gegründet. Immer mehr Franzosen wanderten in die neugegründete Provinz Akadien ein.

1620 designierte Jakob I., König von England im Plymouth Council for New England die ganze Küste Akadiens bis zur Chesapeake Bay als Neu England. Am 29. September 1621 erhielt Sir William Alexander Landgarantien für die erste britische Siedlung in Neuschottland. 1622 verließen die ersten Siedler Schottland. Obwohl die Herrschaft über Neuschottland immer wieder in englische Hände überging gab es bis 1749, der Gründung von Halifax, keine nennenswerte größere britische Siedlung in Neuschottland.

Britische Kolonie

1713 wurde England im Frieden von Utrecht das Gebiet von Neuschottland zugesprochen. Frankreich behielt seine Besitzungen nur auf Île St Jean (Prince Edward Island) und die Île Royale (Kap-Breton-Insel), wo sie die Festung Louisbourg gründeten, um den Seezugang nach Québec zu kontrollieren. Die britische Regierung war jedoch beunruhigt, da die Mehrheit der Siedler Neuschottlands aus katholischen Akadiern bestand, die keine Treue auf die britische Krone schworen. Dieser Konflikt eskalierte 1755, als über 12.000 Akadier gewaltsam aus Neuschottland vertrieben wurden.

Mehr als die Hälfte der Vorfahren der heutigen Bewohner Neuschottlands kamen in der Zeitperiode nach der Vertreibung der Akadier. Zwischen 1759 und 1768 folgten ca. 8.000 Farmer aus den Neuenglandstaaten dem Ruf von Charles Lawrence, dem damaligen Gouverneur Neuschottlands und siedelten großteils im Annapolis Valley. Nach dem Ende des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges kamen weitere 16.000 Loyalisten nach Neuschottland. Eine große Anzahl gälisch sprechender Hochlandschotten immigrierte nach Cape Breton, das 1763 ein Teil Neuschottlands wurde. Um die 1.000 Schotten aus Ulster siedelten in Zentral-Neuschottland.

Neuschottland war die erste Kolonie des britischen Empires, welche 1848 eine gewisse Selbstverwaltung aufgrund der Bemühungen von Joseph Howe erhielt. Am 1. Juli 1867 führte Charles Tupper Neuschottland, zusammen mit New Brunswick und der Provinz Kanada in die Kanadische Konföderation.

Neuzeit

Erst 1923 wurde der Straßenverkehr von Links- auf Rechtsverkehr umgestellt.

Politik

Neuschottland ist eine Parlamentarische Demokratie. Das symbolische Staatsoberhaupt Neuschottlands ist die Königin von Kanada, Elisabeth II., sie wird durch einen Lieutenant-Governor vertreten. Die Regierung, das Nova Scotia House of Assembly, besteht aus 52 Sitzen. Angeführt wird die Regierung durch den Premier Rodney MacDonald, welcher am 22. Februar 2006 sein Amt antrat. Regierungssitz ist Halifax.

Siehe auch: Liste der Premierminister von Nova Scotia, Liste der Vizegouverneure von Nova Scotia

Politische Gliederung

Neuschottland besteht aus insgesamt 18 Bezirken (counties).

  • Guysborough
  • Halifax
  • Hants
  • Inverness
  • Kings
  • Lunenburg
  • Pictou
  • Queens
  • Richmond
  • Shelburne
  • Victoria
  • Yarmouth

Bevölkerung

Mehr als 80 Prozent der Bewohner Neuschottlands haben Vorfahren, die von den britischen Inseln stammen. Der Rest bildet sich aus 18 Prozent französischer Herkunft und den nächst größeren Bevölkerungsgruppen mit deutschen und niederländischen Vorfahren. Zahlreiche Bewohner Neuschottlands sind polnischer, italienischer, jüdischer und libanesischer Herkunft. Nach dem Krieg von 1812 ließen sich etliche Tausend Schwarze in der Umgebung von Halifax nieder; heute leben 15.000 ihrer Nachfahren in Neuschottland. In jüngerer Zeit sind auch Chinesen, Indochinesen, Afrikaner, Asiaten und Osteuropäer als Einwanderer nach Neuschottland gekommen. Fast 22 000 Provinzbewohner stammen von den indigenen Völkern ab, die meisten gehören zu den Mi'Kmaq-Indianern.

Sprachen

Die Provinz Neuschottland ist offiziell anglophon, mit ca. 40.000 frankophonen Akadiern, welche im Digby County, Yarmouth County, um Antigonish, im Guysborough County, auf der Isle Madame und benachbarten Dörfern im Richmond County, Cheticamp, St. Joseph du Moine und im Inverness County leben. Zusätzlich leben noch etwa 22.000 algonkinsprachige Mi'kmaq in der Provinz. Im Norden der Provinz - auf der Kap-Breton-Insel - hatte bis Mitte des 20. Jahrhunderts die schottisch-gälische Sprache der schottischen Einwanderer eine starke Stellung.

Religion

Etwa 85,8 Prozent der Bevölkerung Neuschottlands gehört einem christlichen Glauben an (ca. 36,5 % katholisch, ca. 46,3 % evangelisch, ca. 0,3 % orthodox, ca. 2,7 % anderen christlichen Glaubens). Etwa 0,2 % sind Juden und ca. 0,2 % Buddhisten. Muslime stellen ca. 0,4 % der Bevölkerung. Etwa 11,6 Prozent gehören keinem Glauben an.[1]

Bildung

Die Provinz beherbergt eine Reihe von kleineren Universitäten und Colleges. Zu den Größeren zählen die Dalhousie University und die Saint Mary's University in Halifax, die Acadia University in Wolfville, die St. Francis Xavier University in Antigonish und die einzige frankophone Université Sainte-Anne.

Wirtschaft

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug im Jahr 2005 preisbereinigt 17,89 Mrd. Euro[2], was nur 2,2 % des gesamten kanadischen BIP entspricht. Neuschottlands BIP pro Kopf mit 19.074 Euro liegt ebenfalls unter dem Kanadas.

Ausgedehnte Holzwirtschaft, Acker- und Obstbau (im Annapolis Valley), Bergbau (Cape Breton). In den Küstenregionen Neuschottlands stellt neben dem Fischfang der Tourismus für viele Einwohner den Haupterwerb dar.

Siehe auch: Weinbau in Kanada.

Siehe auch

 Commons: Category:Nova Scotia – Bilder, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Neuschottland – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik

Quellen

  1. Website Canadian Statistics: Religion Nova Scotia
  2. „Real gross domestic product, expenditure-based, by province and territory“, Statistics Canada 2005 [1]