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Admiralspalast

Der Admiralspalast ist ein traditionsreicher Veranstaltungsort in der Friedrichstraße 101/102 in Berlin-Mitte. Er zählt zu den wenigen erhaltenen großen Vergnügungsstätten Berlins aus der Jahrhundertwende. Am 11. August 2006 wurde das Theater in dem denkmalgeschützten Gebäude nach umfangreichen Sanierungs- und Umbauarbeiten wiedereröffnet.

Geschichte

Über einer Solequelle wurde 1873 das Admiralsgartenbad von den Architekten Walter Kyllmann und Adolf Heyden gebaut.

1910 wurde das Gebäude abgerissen und nach Plänen der Architekten Heinrich Schweitzer und Alexander Diepenbrock ein Eispalast errichtet. Im Jahr darauf wurde das Haus unter dem Namen Admiralspalast eröffnet und zu einer der großen Vergnügungsstätten Berlins. Außer einer Eisarena und dem Bädertrakt im Seitengebäude beherbergte das Haus im Vorderhaus zur Friedrichstraße Kegelbahnen, ein großes Café und ein Lichtspieltheater. Die reich ausgestatteten Räumlichkeiten der Bäder hatten Tag und Nacht geöffnet. In der Eisarena wurden „Eisballette“ aufgeführt, die eigens von dem Leiter des Hausorchesters Julius Einödshofer komponiert wurden.

Rund 10 Jahre später wurde das Konzept des Hauses geändert. Nach Umbauten wurde der Admiralspalast unter der Leitung von Hermann Haller zum Revuetheater. Eröffnet wurde mit der Revue „Drunter und drüber“, für die Walter Kollo die Musik komponierte. Bis zur Übernahme durch den Rotter-Konzern 1931 wurden viele Revuen dort aufgeführt.

Im Nationalsozialismus erfolgte der Umbau durch Paul Otto August Baumgarten (u.a. Einbau einer Führerloge). In dieser Zeit verlagerte sich der Schwerpunkt des Repertoires auf Operetten. Johannes Heesters spielte hier den Danilo in Die lustige Witwe. 1939 wurde der Admiralspalast dann mit dem Metropol-Theater, das sich in der Behrenstraße befand, vereinigt. 1944 wurden die Theater geschlossen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg zog zwischenzeitlich das Ensemble der Deutschen Staatsoper in das vom Krieg weitgehend verschonte Gebäude ein. 1946 schlossen sich im Admiralspalast SPD und KPD in der sowjetischen Besatzungszone zur SED zusammen. Nachdem die Oper 1955 in ihr angestammtes und wiederaufgebautes Haus Unter den Linden zurückziehen konnte, wurde der Admiralspalast zum Metropol-Theater. Bis zur Schließung 1997 wurden in dem großen Saal mit 1.400 Plätzen Operetten und Musicals mit einem festen Hausensemble aufgeführt.

Außerdem befindet sich seit dem 2. Oktober 1953 das politische Kabarett Die Distel im Vorderhaus des Admiralspalastes.

Nach einer längeren Zeit des Leerstandes übernahm der Kultur-Unternehmer Falk Walter 2005 den Gebäudekomplex, der daraufhin aufwändig saniert wurde. Der Admiralspalast sollte wieder im alten Glanz entstehen mit Theater, Luxusbad, Café, Restaurant und Club. Für die Sanierung des Bades waren noch originale Marmorfliesen, Mosaiken und Glasmalereien vorhanden, die in einem Lichtenberger Depot eingelagert worden waren.

Die offizielle Wiedereröffnung fand am 11. August 2006 mit einer von der Kritik zwiespältig aufgenommenen Aufführung der Dreigroschenoper unter der Regie von Klaus Maria Brandauer in dem noch unfertigen Gebäude statt. Bei der Nachpremierenfeier trat u.a. der nun 103-jährige Johannes Heesters auf und stimmte samt Big Band mehrere seiner großen Erfolge an.

Neben dem großen Saal wird seit 2006 auch das bis zum Mai 2007 im Ausbau befindliche Studio im fünften Stock bespielt. Hier sei vor allem das Theater Strahl erwähnt, das mit seinen Theaterproduktionen für Jugendliche dieser Spielstätte ein verschärftes Profil gibt.

Koordinaten: 52° 31' 15" N, 13° 23' 19" O