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Anhausen

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Anhausen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 50° 30′ N, 7° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Neuwied
Verbandsgemeinde: Rengsdorf
Höhe: 310 m ü. NN
Fläche: 9,54 km²
Einwohner: 1355 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 142 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56584
Vorwahl: 02639
Kfz-Kennzeichen: NR
Gemeindeschlüssel: 07 1 38 002
Adresse der Verbandsverwaltung: Westerwaldstraße 32 - 34
56579 Rengsdorf
Webpräsenz:
www.anhausen.de
Ortsbürgermeisterin: Margarete Pollmann (SPD)

Anhausen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Neuwied im Norden von Rheinland-Pfalz. Die Gemeinde gehört der Verbandsgemeinde Rengsdorf an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Rengsdorf hat.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Der Ort liegt am Rande des Westerwaldes auf der Anhöhe des Neuwieder Beckens im Naturpark Rhein-Westerwald.

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind Meinborn, Rüscheid und Thalhausen, die nächsten Städte sind Dierdorf und Neuwied.

Geschichte

Aufgrund von Funden fränkischer Gräber in der unmittelbaren Nähe von Anhausen (Gemarkung „Ochsenstück“) ist anzunehmen, dass bereits im 7. Jahrhundert hier eine Siedlung war.

Erstmals wurde die Gemeinde urkundlich in einem Schiedsspruch des Generalkapitels des Prämonstratenser-Ordens in Prémontré aus dem Jahre 1204 erwähnt. In dieser Urkunde wurden Rechte der Abtei Rommersdorf für „par. hanhusen“, also für den Pfarrbezirk Anhausen, zugesprochen. Das Vorhandensein eines Pfarrbezirks lässt darauf schließen, dass zu der Zeit bereits eine Kirche und eine Ansiedlung gab. Wenige Jahre zuvor hatte Bruno von Isenburg mit dem Bau der in den Nähe liegenden Burg Braunsberg begonnen. Da die Herren von Isenburg-Kobern das Patronatsrecht (1268) in Anhausen hatten, geht die Kirche vermutlich auf eine Schenkung der Herren von Isenburg zurück.

Der Name Anhausen entwickelte sich von „Hanhusen“ (auch „Hainhusen“ im Sinne von „Waldhausen“) im Jahre 1204 über „Aynhusen“ (1343) zu Anhausen (1529).

Unter Graf Johann IV. von Wied, Anhausen gehörte seit 1344 zur Grafschaft Wied, wurde Mitte des 16. Jahrhunderts die Reformation eingeführt. Die war auf den Einfluss des Kölner Erzbischofs Hermann V. von Wied zurückzuführen, der ein Onkel des Johann war. Die Gemeinde und der Pfarrer wurden nun evangelisch.

Infolge des unter Napoleon entstandenen Rheinbundes kam das Kirchspiel Anhausen zum 1806 um Herzogtum Nassau und wurde 1815 nach dem Wiener Kongress preußisch.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 16 Ratsmitgliedern sowie der ehrenamtlichen und vorsitzenden Ortsbürgermeisterin. Diese wurden bei den Kommunalwahlen am 13. Juni 2004 in einer Mehrheitswahl gewählt.

Wappen

Die Wappenbeschreibung lautet: In Gold und Silber gespalten durch eine eingebogene grüne Spitze, darin eine wohnturmartige silberne Burg mit Mittelwand und abfallenden, an der Außenkante durch je einen Strebepfeiler gestützten Seitenwänden, umlaufenden Zinnenkranz und unter dem obergeschossumlaufenden Rundbogenfries, acht offenen Segmentbogenfenstern, davon die drei oberen gespalten, sowie der Mittelwand vorgesetzten, halbhohen Torbau mit fünf Zinnen, offenem Rundbogentor und offenem Rundbogenfenster; vorn vier rote Schrägbalken; hinten zwei rote Balken.

Erläuterung: Die dargestellte Burg ist das stilisierte Abbild der Burg Braunsberg über dem Aubachtal und der Gemarkung Anhausen. Das die Burg umgebende Grün symbolisiert den Waldreichtum der Gemeinde. Die zwei roten Balken in Silber sind das Wappen der Herren von Niederisenburg, die im Kirchspiel Anhausen alte Rechte besaßen. Die vier roten Schrägbalken in Gold sind dem Wappen der Grafen zu Wied entnommen. Die Herrschaft Braunsberg, identisch mit dem späteren Kirchspiel Anhausen, gehörte 1344-1806 zur Grafschaft Wied.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die nächste Autobahnanschlussstelle ist Dierdorf an der Bundesautobahn 3. Der nächstgelegene ICE-Halt ist der Bahnhof Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main.