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Pat Robertson

Marion Gordon „Pat“ Robertson (* 22. März 1930) ist ein einflussreicher konservativer Fernsehprediger in den Vereinigten Staaten und Gründer der fundamentalistischen Christian Coalition sowie der Regent University, dessen Präsident Robertson ist.[1]

Inhaltsverzeichnis

Aktivitäten

Religiöse Aktivitäten

Er ist Moderator der US-amerikanischen Fernsehsendung The 700 Club, die von vielen religiösen Kanälen ausgestrahlt wird. Seine Ansichten sind sehr umstritten, besonders seine Forderungen nach Aufhebung der Grenze zwischen Kirche und Staat (siehe auch Säkularismus), aber auch seine Ablehnung von Homosexualität und Feminismus. Er ist ordinierter Geistlicher der Southern Baptists, aber (im Widerspruch dazu) auch Anhänger der Pfingstbewegung.

Politische Aktivitäten

Robertson ist ebenfalls Gründer und Präsident des American Center for Law and Justice, einer Anwaltskanzlei und Lobby-Gruppe, die die Rechte religiöser US-Amerikaner verteidigt und die Ansicht vertritt, die Trennung von Staat und Kirche könne durch die individuelle Entscheidung des Einzelnen zum Glauben wieder aufgehoben werden. Sie setzt sich in Gerichtsverhandlungen immer wieder gegen ein Recht auf Abtreibung und für das traditionelle Familien-Bild ein.

1988 bewarb sich Robertson in der republikanischen Partei um die Kandidatur für das Amt des US-amerikanischen Präsidenten, die schließlich George H. W. Bush erlangte.

Robertson gilt als aktiver Zionist, der sich in der Öffentlichkeit für die Interessen Israels einsetzt. Für seine Aktivitäten wurde ihm von der Zionist Organization of America die Friends of the State of Israel- Auszeichnung verliehen.

Geschäftliche Aktivitäten

Das im Jahre 1960 von ihm gegründete Christian Broadcasting Network sendet heute in 180 Ländern und 71 Sprachen.

Im Jahr 1999 wurden Pläne für ein Joint Venture zwsichen Robertson und der Bank of Scotland entworfen, welche eine Expansion der Bank auf den amerikanischen Markt vorbereiten sollte. Die Bank musste sich allerdings von Robertson distanzieren, nachdem dieser Schottland öffentlich als „dunkles Land“ bezeichnete, „welches von Schwulen überrannt ist“ und zu Gebeten gegen die drohende Macht der Homosexuellen aufrief.[2]

Über seine 1998 gegründete Firma Freedom Gold Ltd. stand Robertson in engem Geschäftskontakt mit Charles Taylor, der ebenfalls 10% Anteile an der Freedom Gold hielt. Robertson sicherte sich Abbaurechte für Rohstoffe in Liberia, mittels derer Taylor seinen Krieg in Liberia und Sierra Leone finanzieren konnte.[3]

Ansichten

1991 verfasste er ein verschwörungstheoretisches Buch mit dem Titel The New World Order (Die Neue Weltordnung). Hierin vertritt er u. a. die These, dass die europäische, angeblich demokratiefeindliche Hochfinanz mit Hilfe der Weltbank und einer geplanten Weltwährung vorhabe, sich den Reichtum des US-amerikanischen Volkes anzueignen. Zu diesem Zweck hätten sie sowohl 1865 den Mord an Abraham Lincoln inszeniert, da dieser angeblich vorgehabt habe, den US-Dollar zu einer zinsfreien Währung umzugestalten, als auch 1912 Woodrow Wilson ins Weiße Haus gebracht, damit dieser dann die Einführung der Einkommensteuer und eines Zentralbankrats durchsetzte. Außerdem würden die USA bedroht von einer antichristlichen und obendrein sozialistischen Koalition aus Illuminaten, Freimaurern sowie New Age-Anhängern. Diese strebe

„eine Weltregierung, eine Weltarmee, eine Weltwirtschaft unter einer britischen Finanzoligarchie und einen Weltdiktator, dem ein Rat von zwölf Getreuen zur Seite steht, an.“

Robertson vertritt u. a. die Ansicht, dass Gebete physische Wirkung (etwa gegen Naturkatastrophen) entfalten können. Er greift Linke, Homosexuelle und Feministinnen scharf an: Feminismus bezeichnete er als sozialistische, anti-familiäre Bewegung, die Frauen dazu veranlasse, ihre Männer zu verlassen, ihre Kinder zu töten, Hexerei zu praktizieren, den Kapitalismus zu zerstören und lesbisch zu werden. Damit vertritt er ähnliche Ansichten wie Jerry Falwell . Die Terroranschläge am 11. September 2001 in den USA bezeichnete er kurz darauf als Folge von Abtreibung, Homosexualität und Gottlosigkeit in der Bevölkerung, relativierte diese Aussage später allerdings nach Protesten. Dennoch bezeichnete er den Hurrikan Katrina auch als Strafe Gottes.

Er soll über Gelder zwischen 200 Millionen und einer Milliarde Dollar verfügen. Im August 2005 brachte Robertson in seiner Talkshow „The 700 Club“ seinen Wunsch nach der Ermordung des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez ins Gespräch, was zu diplomatischen Konflikten und starken Protesten führte.

Als Gottesstrafe für die Räumung des Gaza-Streifens sah er im Januar 2006 den Schlaganfall des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon an, da dieser „Gottes Land“ zerteilt hätte („he divided God's Land“).

Pat Robertson unterstützte die beiden evangelikalen Diktatoren in Guatemala und Liberia, Efrain Ríos Montt und Charles Taylor. Als letzter von den Vereinigten Staaten gestürzt wurde, kritisierte Pat Robertson Präsident Bush stark und behauptete, dass der Islam in Liberia die Macht an sich reißen würde.

Zitate

There is no such thing as separation of church and state in the Constitution. It is a lie of the Left and we are not going to take it anymore. (Es gibt keine Trennung von Staat und Kirche in der Verfassung. Das ist eine Lüge der Linken, die wir nicht mehr hinnehmen werden.)

Wir haben ausufernden Säkularismus und Okkultes im Fernsehen gestattet. Wir haben erlaubt, dass 35-40 Millionen Babys in unserer Gesellschaft geschlachtet wurden. Wir haben ein (oberstes) Gericht, das Gott mit dem Finger ins Auge sticht und sagt, „Wir werden dich mit Gesetzen aus der Schule vertreiben, wir werden deine Gebote von den Treppenaufgängen der Gerichtshöfe entfernen, wir werden kleinen Kindern nicht erlauben, die Gebote Gottes zu lesen, wir werden ihnen nicht erlauben, die Bibel zu lesen -- Kein Gebet in der Schule“. Und dann fragen wir „Warum geschieht das?“. Nun, der Grund, warum es geschieht, ist, dass Gott der Allmächtige seinen Schutz von uns nimmt. (Die kontroverse Äußerung Robertsons in Reaktion auf die Anschläge vom 11. September 2001)

You know, I don't know about this doctrine of assassination, but if he thinks we're trying to assassinate him, I think that we really ought to go ahead and do it. It's a whole lot cheaper than starting a war ... and I don't think any oil shipments will stop. (Ich weiß nicht, was ich von dieser Attentatstheorie halten soll, aber wenn er glaubt, dass wir versuchen ihn zu ermorden, dann sollten wir es wahrscheinlich wirklich tun. Es ist sehr viel billiger, als einen Krieg beginnen ... und Ich glaube nicht, dass deswegen die Öllieferungen gestoppt werden würden.) – Kommentar zu dem venezolanischen Präsident Hugo Chavez in Robertsons eigener TV-Show „The 700 Club“ am Montag, dem 22. August 2005.[4]

Der Mann tat, was Schwule nun mal tun. – Zum Skandal um Mark Foleys schlüpfrige E-Mails.[5]

Siehe auch

 Wikiquote: Pat Robertson – Zitate

Quellen

  1. Regent University:Pat Robertson
  2. BBC News, Bank drops evangelist
  3. Washington Post, Pat Robertson's Gold
  4. TV host urges US to kill Chavez BBC News, 23 August 2005
  5. Stimmenfang mit Schwulenhatz Der Spiegel, 10. Oktober 2006
Personendaten
Robertson, Pat
Robertson, Marion Gordon
Fernsehprediger in den USA und Gründer der Christian Coalition
22. März 1930