Heim

Dynamo Dresden

Dynamo Dresden
Voller Name SG Dynamo Dresden e. V.
Spitzname(n) Dynamo, SGD
Gegründet 12. April 1953
Vereinsfarben Schwarz-Gelb
Stadion Rudolf-Harbig-Stadion
Plätze 23.767
Präsident GER Hauke Haensel
Trainer NED Ruud Kaiser
Homepage www.dynamo-dresden.de
Liga 3. Liga
2007/08 8. Platz (Regionalliga Nord)
Heim
Auswärts

Die Sportgemeinschaft Dynamo Dresden ist ein Fußballverein aus der sächsischen Landeshauptstadt Dresden. Sie wurde am 12. April 1953 gegründet, als Sportgemeinschaft Dynamo Dresden in die SV Dynamo eingegliedert und 1990 als Folge der politischen Wende in der DDR in 1. FC Dynamo Dresden umbenannt. Am 1. Juli 2007 wurde nach einem entsprechenden Beschluss auf einer Mitgliederversammlung vom September 2006 die Rückumbenennung in SG Dynamo Dresden vollzogen.

Der Verein war einer der erfolgreichsten und populärsten Fußballklubs des DDR-Fußballs. Er wurde von 1953 bis 1990 achtmal Meister der DDR-Oberliga sowie siebenmal FDGB-Pokalsieger (teils unter dem Namen SG Deutsche Volkspolizei Dresden). Nach der Wiedervereinigung Deutschlands spielte die Mannschaft von 1991 bis 1995 in der Deutschen Fußball-Bundesliga. Anschließend wurde sie wegen einer Lizenz-Verweigerung in die Regionalliga zurückgestuft. Im Jahr 2004 gelang der Aufstieg in die 2. Bundesliga, in der Saison 2005/06 erfolgte der erneute Abstieg in die Regionalliga.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1950er und 1960er Jahre

Mitte 1950 wurde der Nachfolgeverein des Dresdner SC, die SG Dresden-Friedrichstadt, aus politischen Gründen aufgelöst. Die Mannschaft, die in der ersten Saison der DDR-Oberliga 1949/50 am 16. April Vizemeister geworden war, verließ daraufhin fast komplett die DDR.

Um diesen Verlust auszugleichen, wurde der seit Oktober 1948 bestehende und in der Stadtliga Dresden spielende Polizeisportverein Sportvereinigung Volkspolizei Dresden, die Mannschaft, die noch am 16. April 1950 im Vorspiel gegen Volkspolizei Plauen antrat, mit Spielern aus der ganzen DDR verstärkt und zur Saison 1950/51 in die Fußball-Oberliga delegiert. Dabei wurden im Sommer 1950 über 40 Spieler der bestehenden VP-Gemeinschaften in Forst zusammengezogen, um aus ihnen den Kader für die künftige Schwerpunktgemeinschaft in Dresden zusammenzustellen. Es wurden vor allem Leistungsträger der SG Volkspolizei Potsdam, unter anderem Herbert Schoen, Johannes Matzen und Günter Schröter, in die Dresdner Mannschaft integriert. Mit dem vierten Tabellenplatz 1951 bzw. dem zweiten Platz 1952 konnte sich die Mannschaft auf Anhieb als Spitzenmannschaft etablieren.

Im April 1953 wurde die Mannschaft in SG Dynamo Dresden umbenannt. Damit wurde sie der wenige Wochen zuvor gegründeten SV Dynamo, der Sportorganisation der inneren Sicherheitsorgane der DDR (MfS, Volkspolizei, Zoll) eingegliedert. Im gleichen Jahr gewann Dynamo seine erste DDR-Fußballmeisterschaft durch ein 3:2 n.V. gegen Wismut Aue, nachdem sie im Jahr zuvor schon Pokalsieger geworden waren.

Im November 1954 wurde die Mannschaft von Dynamo Dresden komplett nach Berlin delegiert, um dort unter dem Namen SC Dynamo Berlin eine konkurrenzfähige Mannschaft aufzustellen. Die Dresdner SG Dynamo wurde neu in die sogenannte I. Liga, die zweithöchste Spielklasse der DDR, eingestuft. In den folgenden Jahren ging es dramatisch bergab. Die Saison 1957 spielte der Verein nur noch in der vierten Liga (Bezirksliga). Damit war die Talsohle allerdings durchschritten. Den Sachsen gelang der Aufstieg in die neu geschaffene II. DDR-Liga, in der vor Aktivist Zwickau der erneute Aufstieg in die I. DDR-Liga realisiert wurde. Bereits 1962 stieg die SG erneut in die Oberliga auf. Zwei weiteren Abstiegen 1963 und 1968 in die Zweitklassigkeit folgte jeweils der direkte Wiederaufstieg. Danach konnte sich Dynamo Dresden in der Oberliga etablieren und blieb dort bis zu deren Auflösung 1991.

1970er Jahre

In Dresden übernahm im Juni 1969 Walter Fritzsch den Trainerposten bei Dynamo. Der berühmte Dresdner Kreisel kam in Schwung. Damit sollte die bis heute glanzvollste Ära der Vereinsgeschichte ihren Anfang nehmen, in deren Verlauf Dynamo Dresden neben dem 1. FC Magdeburg zur dominierenden Mannschaft im DDR-Vereinsfußball aufstieg. Dabei gelang Dynamo zwischen den Spielzeiten 1969/70 und 1979/80 zu Saisonende elfmal in Folge der Sprung auf das Podium, was zur Teilnahme am Europapokalwettbewerb berechtigte.

1971 erreichte Dynamo nach 1953 souverän seine zweite Meisterschaft, wenige Wochen später gewannen sie ebenfalls zum zweiten Mal das Pokalfinale und erreichten somit das erste „Double“ der Oberliga-Geschichte. Weitere Meistertitel folgten 1973 (Wahl zur DDR-Mannschaft des Jahres), sowie in den drei aufeinander folgenden Spielzeiten 1976, 1977 und 1978. 1977 konnten die Elbestädter neben der Meisterschaft wiederum den Pokalwettbewerb gewinnen. Darüber hinaus stand man 1975 im Pokalfinale, verlor dort allerdings gegen die BSG Sachsenring Zwickau im Elfmeterschießen, wobei der legendäre Torhüter der Zwickauer Mannschaft, Jürgen Croy, das entscheidende Tor selbst schoss.

Im Europapokal erreichte Dresden in den siebziger Jahren insgesamt viermal das Viertelfinale und konnte dabei Mannschaften wie den FC Porto, Juventus Turin und Benfica Lissabon aus dem Wettbewerb werfen. Gegen den FC Bayern München fand im Herbst 1973 das wohl berühmteste Duell in der EC-Historie von Dynamo Dresden statt. In zwei hochklassigen Spielen, welche überhaupt das erste Aufeinandertreffen zweier Mannschaften aus der DDR und der BRD im Europapokalwettbewerb markierten, konnte sich letztlich das westdeutsche Starensemble äußerst knapp mit 4:3 und 3:3 durchsetzen. [1]

1980er Jahre

Nach der Saison 1978 wurde der Erfolgstrainer Fritzsch verabschiedet und Gerhard Prautzsch übernahm das Zepter. In der Oberliga begann die zehnjährige Dominanz des Konkurrenten BFC Dynamo aus Berlin. Dynamo konnte sich mit den Pokalsiegen 1982, 1984 und 1985 – jeweils mit Finalsiegen über den BFC – schadlos halten.

1980/81 wurden die drei Stammspieler Peter Kotte, Matthias Müller und Gerd Weber vom Verein fristlos entlassen. Der Grund hierfür war die Absicht Webers sich in die Bundesrepublik abzusetzen - angeblich bestand schon Kontakt zum 1. FC Köln. Weber sollte im April 1981 ein Testspiel der DDR-Auswahl im italienischen Udine zur Flucht nutzen, während seine Freundin über Ungarn ausgeschleust würde. Seine beiden Mannschaftskameraden Kotte und Müller wußten von diesen Fluchtplänen, was schließlich allen Dreien zum Verhängnis wurde. Während Kotte und Müller vom DDR-Fußballverband DFV lebenslang für die Oberliga und die zweitklassige DDR-Liga gesperrt und wegen „Mitwisserschaft“ nur noch in unterklassigen Vereinen spielen durften, wurde Weber als „Rädelsführer“ aus dem Sportverband der DDR ausgeschlossen und beim Sportstudium exmatrikuliert. Am 4. Mai 1981 wurde er vom Bezirksgericht Dresden unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu zwei Jahren und drei Monaten Freiheitsentzug verurteilt, von denen er 12 Monate verbüßte. Damit gingen Dynamo und der DDR-Nationalelf wichtige Leistungsträger verloren.

Im Europapokal schien das Viertelfinale für Dynamo Dresden eine unüberwindliche Barriere darzustellen. Erst in der 18. EC-Saison 1988/89 gelang es dem Verein schließlich, auch diese Hürde zu nehmen. Zuvor stand Dynamo bereits sechsmal kurz davor, in ein EC-Halbfinale einzuziehen, scheiterte jedoch jedesmal - teils unter dramatischen Umständen: 1984 verlor Dynamo nach einem 3:0-Hinspielsieg gegen Rapid Wien im Rückspiel 0:5 und schied aus. Ein Jahr später führte Dynamo nach einem 2:0-Heimerfolg zur Halbzeit des Rückspiels gegen Gastgeber Bayer Uerdingen schon 3:1, kassierte aber in der zweiten Halbzeit, nachdem Stammtorhüter Bernd Jakubowski nach einem Foul von Wolfgang Funkel verletzungsbedingt in der Kabine blieb und vom Neuling Jens Ramme ersetzt wurde, noch sechs Gegentore und schied mit einem 3:7 erneut aus. Nach diesem denkwürdigen UEFA-Cup-Spiel blieb der Dynamo-Spieler Frank Lippmann im Westen. Zudem waren unter den Dynamofans auch geflüchtete DDR-Bürger, die medienwirksam im TV gezeigt wurden. Das DDR-Fernsehen zeigte deshalb mehrfach Standbilder, um diesen politisch unangenehmen Vorfall zu vertuschen.

Unter dem Trainer Eduard Geyer kehrte schließlich 1989 der ganz große Glanz in das Dynamo-Stadion zurück: Nachdem die Elbestädter nach elf Jahren wieder den Meistertitel erringen konnten, erreichte der Verein im UEFA-Pokal erstmalig die Runde der letzten Vier, wo Dynamo dem VfB Stuttgart knapp unterlag. Zuvor hatte Dynamo u. a. AS Rom, den damaligen Club von Rudi Völler, mit zwei 2:0-Siegen vorgeführt.

1990 verteidigte Dynamo Dresden unter dem neuen Trainer Reinhard Häfner und seinem Assistenten Hartmut Schade – beide aus dem eigenen Spielerkader – seinen Meistertitel. Mit dem Gewinn des FDGB-Pokals wurde darüber hinaus sogar das dritte Mal in der Vereinsgeschichte das „Double“ errungen. Gleichzeitig bedeuteten die insgesamt 8. Meisterschaft und der 7. Pokalsieg für Dynamo Dresden die letzten DDR-Titel in einer inzwischen radikal veränderten politischen Landschaft.

1990er Jahre

Nach der Saison 1990 verkaufte der Verein, der sich am 1. Juni 1990 in 1. FC Dynamo Dresden umbenannt hatte, seine besten Spieler, darunter Matthias Sammer und Ulf Kirsten. Der Radeberger HiFi-Händler Wolf-Rüdiger Ziegenbalg wurde zum Präsidenten gewählt. Die letzte DDR-Oberliga-Saison beendete Dynamo auf dem zweiten Rang und schaffte damit die Qualifikation für die 1. Bundesliga. Das letzte Europacupspiel in Dresden geriet zum Fiasko: Das Viertelfinalduell gegen Roter Stern Belgrad wurde nach schweren Krawallen abgebrochen und Dynamo für zwei EC-Qualifikationen gesperrt.

Die ersten beiden Bundesligajahre verbrachte Dynamo Dresden zumeist im Tabellenkeller, konnte den Abstieg aber verhindern. Im Januar 1993 wurde der hessische Bauunternehmer Rolf-Jürgen Otto zum neuen Präsidenten gewählt. Wegen „Erschleichen der Lizenz“ wurde Dynamo für seine dritte Bundesliga-Spielzeit mit einem Abzug von vier Punkten bestraft. Unter dem Trainer Siegfried Held konnte der Verein in einer mitreißenden Saison dem scheinbar sicheren Abstieg dennoch entgehen. Die Saison 1994/95 war schließlich die vorerst letzte Bundesligasaison für Dynamo Dresden, wobei 1995 Horst Hrubesch das Traineramt übernahm. Nachdem der DFB dem Club aufgrund seiner desolaten finanziellen Situation die Lizenz für die 1. und 2. Bundesliga endgültig verweigert hatte, landete Dynamo auch sportlich auf dem letzten Platz und musste in die Regionalliga Nordost zwangsabsteigen.

2000er Jahre

Von diesem Tiefschlag, dessen primäre Ursachen sicherlich in der finanziellen Misswirtschaft nach der Wende zu suchen sind, konnte sich Dynamo Dresden bis heute nicht vollständig erholen. Nach fünf Jahren in der Regionalliga stieg Dynamo nach deren Neuausrichtung 2000 sogar in die vierte Liga ab. 2002 gelang dem Verein, der in den unteren Ligen sämtliche Publikumsrekorde gebrochen hatte, schließlich der Wiederaufstieg in die neue Regionalliga Nord. Grundlage für die „Wiederauferstehung“ der Mannschaft war insbesondere die Verpflichtung des Trainers Christoph Franke. Im Jahr 2004 gelang dem Verein nach neun Jahren Abstinenz die Rückkehr in den Profifußball. Mit drei Punkten und dreizehn Toren Vorsprung vor dem Verfolger Wuppertaler SV auf dem 2. Tabellenplatz liegend, war der Aufstieg in die 2. Bundesliga am vorletzten Spieltag vor 36.000 Zuschauern nahezu perfekt. Am letzten Spieltag (5. Juni 2004) verlor Dresden zwar noch 0:1 vor 12.000 mitgereisten Fans gegen den KFC Uerdingen 05, aber der Aufstieg war geschafft.

Das erste Jahr in der 2. Bundesliga (Saison 2004/05) wurde erwartungsgemäß vom Kampf gegen den Abstieg geprägt. Nach einem euphorischen Beginn (3:1-Sieg im ersten Heimspiel gegen den späteren Erstligaaufsteiger MSV Duisburg) standen zum Ende der ersten Halbserie lediglich 18 Punkte zu Buche. Das war eindeutig zu wenig und der Abstieg drohte. Besonders die Auswärtsschwäche war ein gravierendes Problem. Mit dem 20. Spieltag wendete sich die Saison jedoch zum Positiven. Dynamo blieb sieben Spiele in Folge ungeschlagen (16 Punkte). Bereits am 32. Spieltag konnte nach einem 1:0-Sieg im Sachsen-Derby gegen den FC Erzgebirge Aue der Klassenerhalt gefeiert werden. Mit einem Sieg gegen Rot-Weiß Erfurt (2:1) verbuchte Dynamo Dresden am 34. Spieltag den 8. Platz hinter dem FC Erzgebirge Aue. Maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung hatten auch zur Rückrunde verpflichtete Spieler, wie Ansgar Brinkmann.

Die Saison 2005/06 verlief für Dynamo dramatisch. Während man am 4. Spieltag noch einen Sieg unter dem Jubel von ca. 20.000 mitgereisten Dynamo-Fans in der neuen Allianz Arena gegen den TSV 1860 München feiern konnte und damit auf Platz drei der Tabelle aufrückte, folgten 12 erfolglose Spiele und der erneute Sturz auf die Abstiegsränge. Am 15. Dezember 2005 wurde Trainer Christoph Franke, der zuvor den Verein innerhalb von vier Jahren von der 4. in die 2. Liga führte, von seinen Aufgaben entbunden. Frankes Nachfolger als Cheftrainer wurde Peter Pacult. Mit zahlreichen Neuzugängen startete Dynamo in die Rückrunde, um das Ziel Klassenerhalt doch noch zu erreichen. Da in der zweiten Saisonhälfte 28 Punkte geholt wurden, konnte der Verein bis zum letzten Spieltag auf den Erhalt der Klasse hoffen. Letztendlich stieg Dynamo dennoch am 14. Mai 2006 mit 41 Punkten nach einem 3:1-Sieg bei Hansa Rostock aufgrund der ausgebliebenen Schützenhilfe des VfL Bochum in die Regionalliga ab. Es fehlte genau ein Punkt zum Klassenerhalt.

In der Regionalliga-Saison 2006/2007 war der sofortige Wiederaufstieg das erklärte Ziel, und man holte den Erwartungen entsprechend 13 Punkte aus den ersten 6 Spielen. Nach dem 6. Spieltag der Saison, einem 0:2-Auswärtssieg beim FC Rot-Weiß Erfurt und dem damit verbundenen Sprung an die Tabellenspitze, verließ Trainer Peter Pacult auf eigenen Wunsch und gegen Zahlung einer fünfstelligen Ablöse überraschend Dynamo Dresden und wechselte zu Rapid Wien. Pacult selbst bat die Fans um Verständnis: „Ich gehe mit einer großen Träne im Auge.“ sagte er. „Jeder, der mich jetzt verurteilt, muss die Umstände kennen“, hörte man von dem Trainer, der zu Beginn des Jahres noch mit „Einen Verein wie Dynamo verlässt man nicht so einfach nach einem halben Jahr“ zitiert wurde.[2] Der neue Trainer hieß Norbert Meier und erhielt einen Vertrag bis 2008. Am 12. Januar 2007 trat Präsident Jochen Rudi aus persönlichen Gründen zurück und wurde am 26. Januar 2007 von Hauke Haensel in seinem Amt beerbt. Hauptgeschäftsführer Volkmar Köster wurde sechs Monate später entlassen, der Aufsichtsrat begründete seine Entscheidung mit Differenzen über Inhalt und Wege zur Schaffung struktureller Voraussetzungen für die Bundesligatauglichkeit des Vereines. Sein Nachfolger wurde Bernd Maas, der zuletzt bei Alemannia Aachen als Geschäftsführer tätig war.

Vor allem eine eklatante Auswärtsschwäche (nur 13 Punkte wurden auf fremden Plätzen eingespielt) und der Verlust wichtiger „Big Points“ in letzter Minute (z.B. auswärts gegen die Amateure von Hertha BSC Berlin am 13. Spieltag und Bayer 04 Leverkusens Amateure am vorentscheidenden 35.) sorgten dafür, dass Dynamo ein Spiel vor Ende der Rückrunde keine Chance mehr auf einen Aufstiegsplatz besaß. Man hatte am vorletzten Spieltag „nur“ ein Unentschieden beim FC St. Pauli geholt, aber einen Sieg benötigt, um die rechnerische Chance auf den Aufstieg am letzten Spieltag aufrechtzuerhalten. Dynamo verlor dann das letzte Spiel der Saison zu Hause gegen die Amateure des HSV mit 2:4 und belegte am Ende einen enttäuschenden siebten Tabellenplatz. Eine Woche nach Saisonende konnte man noch den Sachsenpokal gewinnen, im Finalspiel wurde der FC Erzgebirge Aue II auswärts mit 2:0 besiegt.

Erfreulicher verlief hingegen für Fans und Verein die Entscheidung in der seit Jahren offenen Stadionfrage. Am 4. Mai 2007 wurde der Vertrag für Neubau des Rudolf-Harbig-Stadions unterschrieben. Baubeginn war im November 2007, die vertraglich vereinbarte Bauzeit beträgt zwei Jahre. Die Kosten für die neue Spielstätte werden auf 45 Millionen Euro geschätzt, sie wird Platz für 32.400 Zuschauer bieten. Das Stadion gleicht in dieser Zeit faktisch einer Baustelle, das Spielfeld wurde mit Genehmigung des DFB um 4 Meter verkleinert.

Die Mannschaft wurde für die Saison 2007/08 so verstärkt, dass sie die Qualifikation für die neue 3. Liga sicher erreichen sollte, um den Aufstieg in die 2. Bundesliga wollte Dynamo zumindest mitspielen. Durch Sponsoren wurden zusätzliche Mittel aufgebracht, um ehemalige Publikumslieblinge und Leistungsträger wie Maik Wagefeld und Marek Penksa zurück an die Elbe zu holen. Trotz der umfangreichen Investitionen misslang der Saisonstart, die SGD gewann nur drei der ersten acht Spiele. Nach einer 1:2 Niederlage bei Kickers Emden am 9. Spieltag und dem Abrutschen auf den 11. Tabellenplatz, der die Nichtqualifikation für die eingleisige dritte Liga bedeuten würde, zog der Verein am 24. September 2007 die Konsequenzen, indem er Cheftrainer Norbert Meier entließ. Als Nachfolger wurde einen Tag später Eduard Geyer präsentiert, der Dynamo bereits Ende der 80er Jahre erfolgreich trainiert hatte.[3] Dynamo verbesserte sich bis zum Ende der Hinrunde auf Platz 4 und blieb 5 Spiele ungeschlagen. In den Wettbewerb um die Aufstiegsplätze zur zweiten Liga konnte man jedoch nie entscheidend eingreifen, die Mannschaft spielte zu unkonstant, und es gelang nicht in einer starken Liga die "Ausrutscher" der Mitfavoriten um den Aufstieg zu nutzen. Der weitere Saisonverlauf blieb vom Kampf um den 10. Platz geprägt, die sichere Qualifikation für die 3. Liga gelang erst im letzten Heimspiel, trotz einer 0:2 Niederlage gegen die Amateure von Werder Bremen. Dynamo beendete die Saison auf dem 8. Tabellenplatz - trotz erreichter Qualifikation wurde Cheftrainer Eduard Geyer am 2. Juni 2008 entlassen.[4]

Auf Grund der Einschränkungen durch die Baumaßnahmen für das neue Stadion sollten in der Bauzeit immerhin noch 12.000 Zuschauer die Heimspiele des Traditionsklubs besuchen können. Tatsächlich schrumpfte die Kapazität jedoch während der Bauphase auf knapp 9.000 Besucher, was Dynamo erneut in finanzielle Schwierigkeiten brachte. Die Situation wurde auch wegen der Investitionen in den Kader und Mindereinnahmen bei Sponsoren noch verschärft. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung gab die Geschäftsführung im März 2008 bekannt, dass eine von Wirtschaftsprüfern bestätigte Finanzierungslücke in Höhe von 1,2 Mio Euro bis zum Ende der Saison bestehe.[5] Die Stadt Dresden stellte daraufhin unter Auflagen ein Darlehen zur kurzfristigen Liquiditätsverbesserung in Aussicht[6], wofür Dynamo eine Satzungsänderung vornehmen musste, die unter anderem ein Mitspracherecht der Stadt und die Einführung eines Kombitickets vorsah. Diese Änderungen wurden am 24. Mai 2008 auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung mit einer 2/3-Mehrheit bestätigt. Dynamo blieb damit fürs erste der Weg in die Insolvenz erspart, dieses Vorgehen wurde allerdings von Diskussionen um die städtische Unterstützung durch öffentliche Steuergelder begleitet, und eine genaue Prüfung durch den DFB gefordert.

Am 11. Juni 2008 wurde der neue Cheftrainer, der Niederländer Ruud Kaiser, auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Er erhält einen Zwei-Jahres-Vertrag mit Option auf Verlängerung.

Erfolge

Alle Meisterschaftsplatzierungen

Dynamo Dresden im Europapokal

Saison Wettbewerb Runde Land Club Ergebnis Hin Ergebnis Rück
1967/68 Messepokal 1. Runde Scotland Glasgow Rangers 1:1 (H) 1:2 (A)
1970/71 Messepokal 1. Runde SFR Yugoslavia FK Partizan Belgrad 0:0 (A) 6:0 (H)
2. Runde England Leeds United 0:1 (A) 2:1 (H)
1971/72 Europapokal der Landesmeister 1. Runde the Netherlands Ajax Amsterdam 0:2 (A) 0:0 (H)
1972/73 UEFA-Pokal 1. Runde Austria VÖEST Linz 2:0 (H) 2:2 (A)
2. Runde Poland Ruch Chorzów 1:0 (A) 3:0 (H)
Achtelfinale Portugal FC Porto 2:1 (A) 1:0 (H)
Viertelfinale England FC Liverpool 0:2 (A) 0:1 (H)
1973/74 Europapokal der Landesmeister 1. Runde Italy Juventus Turin 2:0 (H) 2:3 (A)
Achtelfinale Germany Bayern München 3:4 (A) 3:3 (H)
1974/75 UEFA-Pokal 1. Runde Denmark SK Freja Randers 1:1 (A) 0:0 (H)
2. Runde the Soviet Union FK Dynamo Moskau 1:0 (H) 0:1, 4:4 n.E. (A)
Achtelfinale Germany Hamburger SV 1:4 (A) 2:2 (H)
1975/76 UEFA-Pokal 1. Runde ASA Târgu Mureş 2:2 (A) 4:1 (H)
2. Runde Hungary Budapest Honvéd FC 2:2 (A) 1:0 (H)
Achtelfinale the Soviet Union Torpedo Moskau 3:0 (H) 1:3 (A)
Viertelfinale England FC Liverpool 0:0 (H) 1:2 (A)
1976/77 Europapokal der Landesmeister 1. Runde Portugal Benfica Lissabon 2:0 (H) 0:0 (A)
Achtelfinale Hungary Ferencvaros Budapest 0:1 (A) 4:0 (H)
Viertelfinale Switzerland FC Zürich 1:2 (A) 3:2 (H)
1977/78 Europapokal der Landesmeister 1. Runde Sweden Halmstads BK 2:0 (H) 1:2 (A)
Achtelfinale England FC Liverpool 1:5 (A) 2:1 (H)
1978/79 Europapokal der Landesmeister 1. Runde SFR Yugoslavia FK Partizan Belgrad 0:2 (A) 2:0, 7:4 n.E. (H)
Achtelfinale Ireland Bohemians Dublin 0:0 (A) 6:0 (H)
Viertelfinale Austria FK Austria Wien 1:3 (A) 1:0 (H)
1979/80 UEFA-Pokal 1. Runde Atlético Madrid 2:1 (A) 3:0 (H)
2. Runde Germany VfB Stuttgart 1:1 (H) 0:0 (A)
1980/81 UEFA-Pokal 1. Runde SFR Yugoslavia FK Napredak Kruševac 1:0 (H) 1:0 (A)
2. Runde the Netherlands FC Twente Enschede 1:1 (A) 0:0 (H)
Achtelfinale Belgium (civil) Standard Lüttich 1:1 (A) 1:4 (H)
1981/82 UEFA-Pokal 1. Runde the Soviet Union Zenit Leningrad 2:1 (A) 4:1 (H)
2. Runde the Netherlands Feyenoord Rotterdam 1:2 (A) 1:1 (H)
1982/83 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde Denmark BK 1893 Kopenhagen 3:2 (H) 1:2 (A)
1984/85 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde Sweden Malmö FF 0:2 (A) 4:1 (H)
Achtelfinale France FC Metz 3:1 (H) 0:0 (A)
Viertelfinale Austria SK Rapid Wien 3:0 (H) 0:5 (A)
1985/86 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde Belgium (civil) Cercle Brügge 2:3 (A) 2:1 (H)
Achtelfinale Finland HJK Helsinki 0:1 (A) 7:2 (H)
Viertelfinale Germany Bayer 05 Uerdingen 2:0 (H) 3:7 (A)
1987/88 UEFA-Pokal 1. Runde the Soviet Union Spartak Moskau 0:3 (A) 1:0 (H)
1988/89 UEFA-Pokal 1. Runde Scotland FC Aberdeen 0:0 (A) 2:0 (H)
2. Runde Belgium (civil) KSV Waregem 4:1 (H) 1:2 (A)
Achtelfinale Italy AS Rom 2:0 (H) 2:0 (A)
Viertelfinale AS Victoria Bukarest 1:1 (A) 4:0 (H)
Halbfinale Germany VfB Stuttgart 0:1 (A) 1:1 (H)
1989/90 Europapokal der Landesmeister 1. Runde Greece AEK Athen 1:0 (H) 3:5 (A)
1990/91 Europapokal der Landesmeister 1. Runde Luxembourg Union Luxemburg 3:1 (A) 3:0 (H)
Achtelfinale Sweden Malmö FF 1:1 (H) 1:1, 6:5 n.E. (A)
Viertelfinale SFR Yugoslavia FK Roter Stern Belgrad 0:3 (A) 1:2 (H)*

Kader/Funktionsteam 2007/2008

Name Rückennummer Nationalität Alter Körpergröße bei Dynamo seit letzter Verein
Torhüter
Oliver Herber 1 Germany 26 1,90 2003 SV Babelsberg 03
Marcus Hesse 20 Germany 23 1,86 2007 Alemannia Aachen
Christian Person 22 Germany 27 1,95 2008 FC Carl Zeiss Jena
Daniel Zacher 23 Germany 18 1,95 2007 eigene Jugend
Abwehrspieler
Martin Stocklasa 2 Liechtenstein 28 1,90 2006 FC Vaduz
Volker Oppitz 3 Germany 29 1,89 2000 eigene Jugend
Tomáš Votava 4 the Czech Republic 33 1,92 2007 SpVgg Greuther Fürth
Thomas Hübener 5 Germany 25 1,80 2007 Bayer Leverkusen II
Daniel Ernemann 6 Germany 31 1,92 2006 Austria Lustenau
Ronny Nikol 27 Germany 33 1,80 2007 Rot-Weiß Essen
Ronald Wolf 25 Germany 20 1,82 2007 eigene Jugend
Sebastian Pelzer 29 Germany 27 1,78 2006 1. FC Saarbrücken
Mittelfeldspieler
Igor Bendovskyi 8 Ukraine 26 1,78 2007 Bayer Leverkusen II
Ivo Ulich 10 the Czech Republic 33 1,74 2006 Borussia Mönchengladbach
Christian Hauser 13 Germany 31 1,74 2004 FC Bayern München II
Michael Kügler 14 Germany 26 1,74 2006 VfL Osnabrück
Sascha Pfeffer 15 Germany 20 1,76 2007 FV Dresden Nord
Jens Truckenbrod 19 Germany 27 1,79 2007 FC Schaffhausen
Maik Kegel 39 Germany 17 1,83 2007 eigene Jugend
Maik Wagefeld 26 Germany 26 1,85 2007 FC Hansa Rostock
Stefan Süß 31 Germany 21 1,80 2006 eigene Jugend
Cataldo Cozza 32 Germany Italy 22 1,71 2007 SC Paderborn
Marek Penksa 99 Slovakia 34 1,71 2007 Wisła Krakau
Stürmer
Sebastian Helbig 7 Germany 30 1,83 2008 FC Carl Zeiss Jena
Thomas Bröker 9 Germany 23 1,86 2007 SC Paderborn
Pavel David 11 the Czech Republic 28 1,74 2006 Rot-Weiß Erfurt
Lars Jungnickel 17 Germany 26 1,79 2007 Energie Cottbus
Patrick Würll 18 Germany 29 1,84 2006 Holstein Kiel
Pavel Dobrý 33 the Czech Republic 31 1,87 2007 Holstein Kiel
Funktionsteam
  • NED Trainer: Ruud Kaiser
  • Germany Co-Trainer: Jan Seifert
  • Germany Co-Trainer: Matthias Maucksch
  • Germany Torwarttrainer: Gunnar Grundmann
  • Germany Manager: Siegmar Menz
  • Germany Teammanager: Peter Tauber
  • Germany Hauptgeschäftsführer: Bernd Maas
  • Germany Geschäftsführer Sport: Ralf Minge
  • Germany Mannschaftsärzte: Dr. André Juschten und Dr. Tino Lorenz
  • Germany Physiotherapeuten: Thomas Jurisch und Sebastian Kube
  • Germany Zeugwart: Ralf Fröbel

Personalien

in Klammern: Vereinsjahre bei Dynamo

Bekannte Spieler

Nationalspieler der Bundesrepublik Deutschland

Nationalspieler anderer Nationen

Trainer

fett gedruckt: mindestens zwei Jahre lang Trainer von Dynamo Dresden

  • Fritz Sack (07/1950 - 09/1951)
  • Rolf Kukowitsch (09/1951 - 04/1952)
  • Paul Döring (04/1952 - 07/1953)
  • Janos Gyarmati (07/1953 - 04/1954)
  • Helmut Petzold (04/1954 - 11/1955)
  • Heinz Werner (01/1956 - 06/1956)
  • Rolf Kukowitsch (07/1956 - 12/1956)
  • Helmut Petzold (01/1957 - 05/1966)
  • Manfred Fuchs (06/1966 - 03/1968)
  • Kurt Kresse (03/1968 - 06/1969)
  • Walter Fritzsch (06/1969 - 06/1978)
  • Gerhard Prautzsch (06/1978 - 06/1983)
  • Klaus Sammer (07/1983 - 06/1986)
  • Eduard Geyer (07/1986 - 04/1990)
  • Reinhard Häfner (04/1990 - 06/1991)
  • Helmut Schulte (06/1991 - 05/1992)
  • Klaus Sammer (06/1992 - 04/1993)
  • Ralf Minge (04/1993 - 06/1993)

Literatur

 Commons: Dynamo Dresden – Bilder, Videos und Audiodateien

Referenzen

  1. SpiegelOnline-einestages, Klassenkampf auf grünem Rasen, 6. Januar 2008
  2. mdr.de, Peter Pacult verlässt Dynamo Dresden, 5. September 2006
  3. dynamo-dresden.de, Norbert Meier entlassen, Geyer neuer Trainer, 25. September 2007
  4. dynamo-dresden.de, Geyer entlassen, 2. Juni 2008
  5. dynamo-dresden.de, Geschäftsführung informiert über angespannte Finanzsituation, 7. März 2008
  6. MDR, Stadt greift Dynamo unter die Arme, 8. März 2008 (abgerufen am 8. März 2008)