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Wallanlage

Die Wallanlage diente einst der Befestigung von Städten. Der Begriff steht in Unterscheidung zum Wall als Feldbefestigung.
Später wurde der Ausdruck auch für die an die Stelle der Befestigung getretenen Grünflächen üblich, und ist heute noch als Name für Stadtviertel, Straßennamen oder Parks zu finden.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bautechnik des frühen Festungsbaus

Wallanlagen bestanden im allgemeinen als ein Bollwerk in einer Aneinanderreihung von Mauern oder Palisaden, Schanzen und Gräben, wie es seit der Bronzezeit weltweit verbreitet ist.

Spätere Entwicklungen wiederholen dieses System mehrfach, und überdecken und -schneiden kritische Punkte der Befestigung, wie Tore und Brücken mit Wehrtürmen und Vorbauten (Bastionen, Rondelle).

Anders als eine Steinmauer fällt ein Erdwall auch beim Beschuss durch Kanonenkugeln nicht in sich zusammen, sondern wird nur vergleichsweise leicht beschädigt. Deshalb errichtete man in den Niederlanden seit dem späten 16. Jahrhundert wieder zunehmend Forts, deren Hauptbefestigung ein Erdwall war, oder schüttete zusätzlich zu vorhandenen Befestigungsanlagen Erdwälle auf. Ein gutes Beispiel für eine Spätbarocke Erdwallfestung ist das Kastellet in Kopenhagen.

Rückbau zum urbanen Bau- und Grünland

Der dreissigjährige Krieg bildet in Mitteleuropa den Höhepunkt der Schanztechnik, am ausgedehntesten sind die Anlagen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Spätestens nach den napoleonischen Kriegen an der Wende des 18. zum 19. Jahrhunderts erweist sie sich aber schon als veraltet, und es beginnt in der langen Friedenszeit nach dem Wiener Kongress der Rückbau der verfallenden Wallanlagen.

Zuerst werden sie, zusammen mit dem Vorfeld, einfach als Grünflächen genutzt, weil die Fortifikationsgesetze aus militärischen Gründen die Freihaltung dieser Zonen von Baumbewuchs, aber Beflanzung mit Strauchwerk vorgeschrieben hatten. Daraus entwickeln sich im Kontext der romantisch-biedermeierlichen Vorliebe auch für Ruinen und dem Konzept des wenig konstruierten englischen Gartens der Stadtpark.

Später aber reduzierten Eisenbahnbauten und gründerzeitliche Bebauung ihre Bedeutung erheblich. Die ringförmigen Zonen waren idealer Baugrund für die verkehrstechnische Erschliessung der Innenstädte, die übrigbleibenden Zonen hochgeschätztes Büro- und Wohngebiet, die Wallanlagen werden meist komplett geschleift. Übriggeblieben sind dann nur die Ringstraßenzüge (französische Bezeichnung: Boulevard) und vereinzelte Stadtparks, die den alten Verlauf der Wallanlagen heute markieren.

Beispiele

Siehe auch

Literatur