Isenburg (Westerwald)
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Isenburg (Westerwald)

Dieser Artikel erläutert die Ortsgemeinde Isenburg im Landkreis Neuwied; zu anderen Bedeutungen siehe Isenburg.
Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 50° 29′ N, 7° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Neuwied
Verbandsgemeinde: Dierdorf
Höhe: 160 m ü. NN
Fläche: 4,17 km²
Einwohner: 668 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 160 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56271
Vorwahl: 02601
Kfz-Kennzeichen: NR
Gemeindeschlüssel: 07 1 38 031
Gemeindegliederung: Ortsteil Siedlung
Adresse der Verbandsverwaltung: Poststraße 5
56269 Dierdorf
Ortsbürgermeisterin: Dorothée Sudhoff-Mohr (parteilos)

Isenburg ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Neuwied in Rheinland-Pfalz. Die Gemeinde gehört der Verbandsgemeinde Dierdorf an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Dierdorf hat. Wahrzeichen der Gemeinde ist die in der Ortsmitte gelegene Ruine der Burg Isenburg. Isenburg ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Der Ort mit der gleichnamigen Burgruine

Geografische Lage

Isenburg liegt auf halber Wegstrecke zwischen Bendorf (Rhein) und Dierdorf (Westerwald) im Sayntal. Die Gemeinde ist ein landschaftlich äußerst reizvoll gelegener Ort. Von den Anhöhen hat man einen herrlichen Ausblick auf den historischen Ortskern. Das Dorf hat durch seine Topografie eine besonders interessante Lage. Vier Bachläufe sorgen für eine besondere Zertalung. Die höchste Erhebung ist der Iserkopf mit 313 m über NN. Isenburg hat über den Fußweg zur Kirchenruine Hausenborn einen offiziell ausgewiesenen Zuweg zum Rheinsteig. Man erreicht Isenburg von Koblenz oder Neuwied kommend ab Bendorf über die B 413 nach 7 km, oder von der A 3 (Ausfahrt Dierdorf) über Kleinmaischeid nach etwa 4 km.

Geschichte

Die Ersterwähnung findet sich in einer Urkunde aus dem Jahr 1103. Die Geschichte des Dorfes steht in direktem Zusammenhang mit den Herren von Isenburg. Um 1100 erbauten Reinbold und Gerlach im Gebiet einer Grundherrschaft der Abtei Fulda die Isenburg als Stammburg der Herren von Isenburg. Bald nach dem Bau der Burg siedelten sich die ersten Bewohner im Tal an und bauten ihre Häuser rund um den Burgberg. Isenburg war ein Burgflecken und hatte besondere Rechte wie den Status eines gefreiten Ortes. Zu einer Stadtgründung ist es aber nie gekommen, die Lage des Ortes bot keinerlei Ausdehnungsmöglichkeiten. Anfang des 14. Jahrhunderts wurde Isenburg befestigt. Die Befestigung, die sich in einem großen Umkreis um Burg und Tal erstreckte, schützte nicht nur den Ort, sondern diente auch der Burg als vorgeschobene Sicherung. Die Ostsbefestigung bestand aus vier Toren und einer Ummauerung. Zwei Tore - die „Alte Porz“ und die „Schildpforte“ - sowie Teile der Ummauerung sind erhalten.

Mit dem Tod von Graf Ernst im Jahre 1664 sind die Herren von Isenburg ausgestorben. Landesherren wurden dann ab 1666 im Rahmen einer Gemeinherrschaft die Grafen von Walderdorff und von Wied-Neuwied (ab 1700 Wied-Runkel).

Die Bevölkerung, die bisher in den Diensten der Herren von Isenburg gestanden hatte, baute jetzt als Erwerbsquelle das Nagelschmiedehandwerk auf, das bis Anfang des 20. Jahrhunderts Bestand hatte. Heute ist Isenburg eine reine Wohngemeinde.

Siehe auch Geschichte der Burg Isenburg

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 12 Ratsmitgliedern sowie der ehrenamtlichen und vorsitzenden Ortsbürgermeisterin. Diese wurden bei den Kommunalwahlen am 13. Juni 2004 in einer Mehrheitswahl gewählt.

Wappen

Die Wappenbeschreibung lautet: Gespalten von Schwarz und Silber; vorn ein silberner Turm, in der Mitte vierfach oben dreifach gezinnt, unten ein offenes, spitzbogiges Tor, im oberen, schmäleren Teil ein offenes, spitzbogiges Fenster; hinten zwei rote Balken.

Wappenerläuterung: Die Isenburg im Sayntal war der im Jahr 1103 erstmals genannte Stammsitz der sich nach ihr benennenden Edelherren. Der Torturm soll sowohl die Burg als auch die Umwehrung des mit quasistädtischen Freiheiten ausgestatteten Burgfleckens versinnbildlichen. Die Burg ist als Ruine, die Ortsumwehrung in Torresten erhalten. Die roten Balken in Silber sind das Wappen des Rembold-Stammes der Isenburger bzw. der Herrschaft Niederisenburg bis 1664, deren Vorort der Burgflecken Isenburg war. Der Gerlach-Stamm - der andere Hauptstamm der Isenburger - zeigt in seinem Wappen zwei schwarze Balken in Silber, dessen Farben in der heraldisch linken Hälfte des Gemeindewappens erscheinen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten