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Wilde Weinrebe

Wilde Weinrebe
Systematik
Ordnung: Vitales
Familie: Weinrebengewächse (Vitaceae)
Gattung: Weinreben (Vitis)
Untergattung: Euvitis
Art: Weinrebe (Vitis vinifera)
Unterart: Wilde Weinrebe
Wissenschaftlicher Name
Vitis vinifera subsp. sylvestris
(C.C.Gmel.) Hegi

Die Wilde Weinrebe (Vitis vinifera subsp. sylvestris), auch Wilder Weinstock oder Echter Wilder Wein genannt, ist eine Unterart von Vitis vinifera innerhalb der Gattung der Rebe (Vitis).

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Die verholzende Pflanze erreicht eine Wuchshöhe zwischen 5 und 30 m. Im Gegensatz zur Edlen Weinrebe ist es eine zweihäusig getrenntgeschlechtige (diözische) Pflanze; die eingeschlechtigen Blüten sitzen an unterschiedlichen Pflanzen. Die elliptischen Früchte sind blauschwarz, sauer bis süß und werden etwa sechs Millimeter lang.

Vorkommen

In Österreich ist diese Unterart sehr selten in Wien und Niederösterreich (Auwälder an der Donau und March) anzutreffen. In Deutschland gibt es noch Bestände im Oberrhein-Gebiet.

In ihren Verbreitungsgebieten findet man die Wilde Weinrebe selten im Eichen-Ulmen-Auenwald oder in dessen Störstellen, vor allem in Verlichtungszuständen und an Waldrändern. Sie liebt feuchten, nährstoff- und basenreichen, tiefgründigen Lehm- und Tonboden. Nach Ellenberg ist sie subozeanisch verbreitet und eine Verbandscharakterart der Erlen- und Edellaub-Auenwälder (Alno-Ulmion).

Geschichte

Diese Unterart ist die Wildform der Kultur-Rebe.

Nach der letzten Eiszeit vor 10.000 Jahren hat die Rebe in Europa aus ihren Rückzugsgebieten im Mittelmeerraum kommend die Auenwälder klimatisch begünstigter Flusstäler besiedelt.

In der nacheiszeitlichen Wärmezeit reichte ihr Areal weit nach Norden, bis nach Belgien, Südschweden und Polen, wie es uns vorgeschichtliche Kernfunde bezeugen. Noch Mitte des 19. Jahrhunderts gab es im südlichen Oberrheingebiet, namentlich in den badischen Rheinwäldern noch mehrere tausend Exemplare. Durch die Rheinregulierung und als Folge der Trockenlegung und forstmäßigen Bewirtschaftung der ehemaligen Auenwälder verringerte sich die Individuenzahl gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf wenige Hundert. Durch forstliche Maßnahmen wurden die Lianen systematisch entfernt, so dass die Wildrebe heute nur noch in etwa 40 Exemplaren an zehn Standorten anzutreffen ist. Das größte Vorkommen der Wilden Weinrebe in Deutschland befindet sich auf der Halbinsel Ketsch zwischen Mannheim und Speyer.

In der Roten Liste ist sie als „vom Aussterben bedroht“ geführt.

Ökologie

Im Gegensatz zur Kultur-Rebe ist die Wildrebe zweihäusig d.h. es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Eine Naturverjüngung der Bestände ist demnach nur dort möglich, wo beide Geschlechter vorkommen. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten. Die Ausbreitung der Samen erfolgt endozoochor durch Vögel.

Die Wilde Weinrebe darf nicht mit dem Wilden Wein verwechselt werden, der aus Nordamerika stammt und inzwischen auch in Europa häufig ist.