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Sesostris-III.-Pyramide

Die Pyramide des altägyptischen Königs Sesostris III. (auch Senwosret III.) aus der 12. Dynastie liegt in Dahschur, nordöstlich der Roten Pyramide des Königs Snofru.

Inhaltsverzeichnis

Die Pyramide

Das Fundament des Grabbaus besteht aus drei Lagen von Lehmziegeln, auf die man grob nivellierte Blöcke aus Kalkstein verlegt hatte. Auf diese wurden unterschiedlich große Lehmziegel horizontal in Stufen verlegt. Mörtel wurde nicht benutzt und die Fugen nur mit Sand verfüllt.

Der gesamte Pyramidenkern ist dann mit feinen Kalksteinen verkleidet worden, die mit Krampen zusammengehalten wurden. Die Pyramidenbasis hatte eine Länge von 105 m; bei einem Winkel von 56° 18´ 35" muss die Pyramide etwa 78 m hoch gewesen sein. Die Kalksteinverkleidung ist heute verloren, und somit hat die Pyramide nur noch ein ruinenhaftes Aussehen.

Im Norden der Pyramide befand sich eine kleine Eingangskapelle, obwohl der eigentliche Zugang im Westen liegt. Östlich ist der Totentempel vorgelagert. Dieser ist ebenfalls zerstört und nicht mehr zu rekonstruieren.

Die Substruktur der Pyramide

Beim Versuch, in das Innere der Pyramide zu gelangen, grub Jaques de Morgan im Jahr 1895 einige Gänge in den Schuttberg und stieß dabei auf einen alten Grabräuberstollen, der direkt zur Grabkammer führte. So lokalisierte er auch den richtigen Eingang, der sich außerhalb der Pyramide im Hof an der Westseite befand. Der absteigende Gang führt unterhalb des Gebäudes abknickend zu einer Vorkammer; von dort gelangt man zur Grabkammer und zu einer weiteren Kammer.

Die Wände bestehen aus Granit, der mit Gips geweißt wurde. Die Gewölbedecke aus Granit wird durch zehn darüber angeordnete Kalksteinbalken von je 30 tonnen Gewicht nochmals entlastet.

An der Westseite der Grabkammer stand der leere Sarkophag. Kanopen waren nicht vorhanden.

Da die Gänge der Pyramide auch nicht mit den üblichen Fallsperren versehen waren und Sesostris III. eine weitere große Grabanlage in Abydos besitzt, gehen viele Ägyptologen davon aus, dass er nicht hier sondern in Abydos bestattet wurde.

Der Pyramidenkomplex

Innerhalb der Umfassungsmauer waren der Pyramide im Norden vier, im Süden drei Königinnenpyramiden vorgelagert.
Die Substruktur zeigt, dass die nördlichen Nebenpyramiden alle über einen Gewölbekorridor miteinander verbunden waren, von welchem vier Gruppen mit Kammern für die Sarkophage, Kanopen und die weitere Grabausstattung abzweigten. Ein noch tiefer liegender Gang führt zu acht weiteren Sarkophagen. Identifiziert werden konnten die Namen einiger Personen: die Prinzessinnen Menit und Senet-senebtisi sind durch Sarkophag-Inschriften belegt, von einer Sat-Hathor fand de Morgan eine Truhe mit 333 Schmuckstücken, von Mereret einen noch größeren Schmuckschatz.

Erst 1994 entdeckte man im Bereich der südlichen Nebenpyramiden einen weiteren Grabschacht. Dieser führte über einen langen Stollen bis unter die Südwestecke der Hauptpyramide und endete in einer Vorkammer mit Grabkammer, in der einst die Königin Weret bestattet wurde. Weret war die Mutter des Sesostris III. und Ehefrau des Sesostris II..

Der Pyramidenkomplex wurde in der Regierungszeit des Königs im Norden und im Süden erweitert. Der südliche Teil umschloss den Südtempel, der von Dieter Arnold teilweise rekonstruiert werden konnte. Der relativ kleine Bau enthielt einen Vorhof mit Pypyrussäulen und den anschließenden Sanktuarien. Die Bruchstücke der Reliefs zeigen den König beim Sed-Fest und die Götter Chnum und Herischef.

Im Vorhof mündete der Aufweg zur Pyramide, der dazugehörige Taltempel ist bis heute noch nicht gefunden worden.

Literatur

Koordinaten: 29° 49′ 8" N, 31° 13′ 32" O