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Troyes

Troyes
Staat Frankreich
Region Champagne-Ardenne
Département Aube (Präfektur)
Arrondissement Troyes
Kanton Hauptort von 7 Kantonen
Geographische Lage 48° 18′ N, 4° 5′ OKoordinaten: 48° 18′ N, 4° 5′ O
Höhe 118 m
Fläche 13,20 km²
Einwohner
– mit Hauptwohnsitz
– Bevölkerungsdichte
(1999)
60.958 Einwohner
4618 Einw./km²
Postleitzahl 10000
INSEE-Code 10387
Website http://www.ville-troyes.fr

Troyes [tʀwa] ist eine Stadt im Nordosten Frankreichs und Verwaltungssitz des Départements Aube (10. Département) in der Region Champagne-Ardenne. Troyes liegt an der Seine. 1999 bewohnten 62.612 Menschen die Stadt. Mit Vororten beläuft sich die Bevölkerung auf 136.000 Einwohner (genannt C.A.T. für Communauté de l’Agglomération Troyenne), und mit städtischem Ballungszentrum auf 172.497 Einwohner.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Troyes war der Hauptort des Keltenstammes der Trikassen (Tricassii oder Tricasses) und wurde von den Römern Augustobona Tricassium oder Augustomana Tricassiorum (bei Ptolemaeus). Im 4. Jahrhundert wurde die Stadt Bischofssitz (siehe: Bistum Troyes); 451 fand westlich des Ortes die Schlacht auf den Katalaunischen Feldern zwischen Attila und Aëtius statt.

Im 10. Jahrhundert war Troyes Zentrum der Grafschaft Troyes, die im Besitz des Grafenhauses Vermandois war, einer Linie der Karolinger. In der Stadt wirkten unter anderem Raschi (1040–1105), einer der bedeutendsten jüdischen Gelehrten des Mittelalters, dessen berühmter, dort niedergeschriebener Kommentar zum Talmud, heute im Talmud mit abgedruckt wird und – in der Zeit als Troyes Residenz der Grafen von Champagne war, der mittelalterliche Dichter Chrétien de Troyes, (etwa 1140–1190), auf den die Parzival-Erzählung um die Suche nach dem heiligen Gral zurückgeht. Außerdem fand im Jahr 1128 hier das Konzil von Troyes statt.

Ab dem 12. Jahrhundert wurden in Troyes zwei der sechs Jahrmärkte oder Messen abgehalten, für die die Champagne berühmt wurde, und auf denen Waren von den Niederlanden (Tuch) bis Italien (Seide, orientalische Waren) gehandelt wurden. Unter den Grafen der Champagne, die Troyes zu ihrer Hauptstadt gemacht hatten, organisierte sich auch einer der ersten europäischen Geldmärkte.

Während des Hundertjährigen Kriegs (1337–1452) schwand die Bedeutung der auf dem von Engländern besetzten Gebiet gelegenen Stadt, in welcher allerdings, nicht zuletzt aus diesem Grund, im Jahr 1420 der Vertrag von Troyes unterzeichnet wurde, in welchem der König von Frankreich Karl VI. (auf Betreiben seiner Gemahlin Isabeau), der König von England Heinrich V. und der Herzog von Burgund Philipp III. sich verbündeten, um den Kronprinzen und späteren Karl VII. von Frankreich von der Thronfolge auszuschließen. Neun Jahre später waren die Engländer vertrieben und Jeanne d’Arc konnte den Dauphin zur Krönung nach Reims führen.

Im späten Mittelalter und der frühen Renaissance stieg Troyes zu einem der bedeutendsten Zentren der Bildhauerkunst auf, in dem unter anderem der Meister von Chaource und Jacques Bachot wirkten.

Eine erneute Schwächung der Stadt erfolgte durch die Verlagerung des Handels von dem Landweg auf den Seeweg. Statt dessen wurde Troyes im 16. und 17. Jahrhundert ein Zentrum der Textilindustrie, gleichzeitig eine der Hochburgen der Hugenotten, und damit durch die Aufhebung des Edikts von Nantes 1685 schwer getroffen.

Das Edikt von Troyes, erlassen von Ludwig XIII., legte 1630 fest, dass die Städte Clairmont und Montferrand zu einer Stadt namens Clermont-Ferrand zusammen zu schließen seien. Es wurde 101 Jahre später durch Ludwig XV. bestätigt.

Wirtschaft

Die Stadt lebt wirtschaftlich hauptsächlich vom Tourismus, von der lokalen Schmelzhütte sowie von der Textil- und Gummiindustrie. Des Weiteren wird Weinbau betrieben. Die Trauben werden fast ausschließlich zu Champagner verkeltert.

Sehenswürdigkeiten

Öffentliche Einrichtungen

Städtepartnerschaften

Persönlichkeiten

Troyes ist der Geburtsort von:

 Commons: Troyes – Bilder, Videos und Audiodateien

Siehe auch