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Beutha

Beutha ist ein Ortsteil der Stadt Stollberg/Erzgeb. im Landkreis Stollberg in Sachsen/Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

Geografische Lage

Der Ort liegt nahe der Autobahn A 72, Abfahrt Hartenstein. Auch über die B 169 ist er zu erreichen.

Das Dorf Beutha erstreckt sich von Südost nach Nordwest in einer Höhe von 466 bis 520 m ü. NN am Oberlauf des Flusses Würschnitz, der hier den Namen Beuthenbach trägt.

Geschichtliches

Die Gründung des Ortes geht auf das Jahr 1406 zurück. Es ist anzunehmen, dass der Ortsname auf die Bezeichnung „Beute“ in Zusammenhang mit der Bienenhaltung zurückzuführen ist. Es ist zur Zeit der Besiedlung als Doppelreihendorf mit umfangreicher Waldhufenflur entstanden.

Der gesamte Ort gehörte früher zur Herrschaft Hartenstein. Bis in das 19. Jahrhundert hatten die Beuthaer Bauern Frondienste und Abgaben an die Schönburger als die Besitzer der Grafschaft Hartenstein zu leisten. Die Bauern von Beutha duldeten jedoch nicht widerspruchslos die Knechtung. So melden alte Schriftstücke ausdrücklich, dass die Beuthaer im Großen Deutschen Bauernkrieg 1525 rebellisch waren und auch später mehrmals die Frondienste verweigerten.

Beutha war über mehrere Jahrhunderte ein reines Bauerndorf mit zwei Mühlen und nur wenigen Handwerkern. Später trieben die Kleinbauern und Häusler nebenbei Weberei und Strumpfwirker.

1999 wurde die Gemeinde mit ihrem Ortsteil Raum in die Kreisstadt Stollberg eingemeindet.

Infrastruktur

Am Ortsrand existiert eine Umgehungsstraße, die Beutha vom Durchgangsverkehr freihält.

Bis in die 60er Jahre besaß der Ort einen Bahnhof der Strecke von Stollberg/Erzgeb. nach Zwönitz.

Im Zentrum des Ortes steht eine Pfarrkirche, deren Krippenspiele weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt und Anziehungspunkt zu Weihnachten sind.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es in Beutha 50 Häuser. Die Einwohnerzahl des Ortes beläuft sich derzeit recht konstant auf rund 900 Einwohner.

Wirtschaft

Seiner Gründung nach ist Beutha ein Waldhufendorf, das über Jahrhunderte fast ausschließlich durch die Landwirtschaft und verschiedene Handwerke gekennzeichnet war.

Einen wirtschaftlichen Aufschwung erreichte das Dorf zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit dem Einzug der industriellen Produktion, dem Bau von Strumpf- und Bekleidungswerk, dem Entstehen einer Schulmöbelfabrik und verschiedener Handwerksbetriebe wie Schmieden, Bauhandwerk, die Seilerei, holzverarbeitendes-, metallverarbeitendes- und Elektrohandwerk.

Weiterhin entstand bereits 1907 eine Weidegenossenschaft mit ausgedehnten Viehweiden. Der Ort besaß zeitweise bis zu drei Mühlen.

Nach 1945 entstand aus der damaligen Strumpffabrik der VEB Schilderwerk Beutha. Die einzelbäuerlichen Landwirtschaftsbetriebe wurden, wie überall, in einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (Abk. LPG) vereinigt. Die gegründete LPG „Neuer Weg“, die als vorbildliche Genossenschaft vom Typ 1 mehrfach ausgezeichnet wurde, betrieb neben dem Feldbau eine intensive Rinderhaltung. Das Handwerk bestimmte auch weiterhin in beachtlichem Maße das Ortsbild.

Nach der Wende in Deutschland 1990 blieb das Schilderwerk Beutha der bedeutendste Arbeitgeber im Ort. Es entstanden parallel zur aus der LPG hervorgegangenen Landwirtschaftlichen Genossenschaft, mehrere einzelbäuerliche Vollerwerbsbetriebe. Die Handwerksbetriebe bilden nach wie vor eine feste Größe und sind Bestandteil des Ortsbildes.

Die ehemals 10klassige Polytechnische Oberschule Robert Siewert konnte als Grundschule erhalten bleiben.

Es bestehen in Beutha mehrere Vereine wie Sport-, Feuerwehr-, Garten-, und Geflügelzüchterverein, die alle auf ein aktives Vereinsleben verweisen können.

Historisches

Traurige Berühmtheit erlangte Beutha, als dort der berüchtigte Räuber Nikol List wohnte, der in den Jahren 1691 bis 1692 zur Tarnung als Pächter den Gasthof „Grüne Tanne“ im Nachbarort Raum betrieb. Im Eingangsbereich des Gasthofes findet man dazu heute eine Hinweistafel.

Koordinaten: 50° 40' N, 12° 43' O