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Feldhandball

Feldhandball ist der heute nicht mehr sehr verbreitete Vorgänger des Hallenhandballs. Es gibt zwei Varianten: Großfeldhandball und Kleinfeldhandball.

Die Geschichte des Handballs wird im Hauptartikel Handball behandelt. Die deutschen Meister und die DDR-Meister im Feldhandball finden sich unter Deutsche Handballmeister.

Großfeldhandball

Früher war Großfeldhandball besonders im deutschsprachigen Raum eine populäre Sportart. 1953 und 1954 gab es zum Beispiel zwei Länderspiele im Augsburger Rosenaustadion gegen Österreich und Schweden, denen 35.000 bzw. 40.000 Zuschauer beiwohnten. 1959 gewann die DDR-Nationalauswahl einen innerdeutschen Vergleich gegen die Nationalmannschaft der Bundesrepublik und wurde danach zur DDR-Mannschaft des Jahres gewählt.
Bei sieben Weltmeisterschaften der Männer konnten fast ausschließlich deutsche Mannschaften triumphieren. Einzige Ausnahme ist die erste Weltmeisterschaft nach dem 2. Weltkrieg im Jahre 1948, als der Titel nach Schweden ging.

Gegen Ende der sechziger Jahre wurde Feldhandball zusehends vom Hallenhandball verdrängt. Der Grund für diese Entwicklung war in erster Linie die Abhängigkeit vom Wetter, welche die Verbreitung des Rasensports vor allem im Norden Europas deutlich hemmte. Gerade in den skandinavischen Ländern war die Zeit, in der Feldhandball ausgetragen werden konnte, aufgrund der dort vorherrschenden klimatischen Bedingungen stark beschränkt. Die Verlegung des Handballsports in die Halle hatte dagegen - abgesehen von der Wetterunabhängigkeit - den Vorteil, dass man auf einem ebenen Bodenbelag spielen konnte. Somit waren gleiche Wettkampfbedingungen gewährleistet, was bei den Naturböden bislang nicht der Fall war. Durch die notwendige Verkleinerung des Spielfeldes und einem angepassten Regelwerk wurde darüber hinaus das Tempo des Spiels deutlich angehoben. Im Gegensatz zum Feldhandball, wo in der Regel im Mittelfeld wenig passierte, erstreckten sich beim Hallenhandball die Aktionen über das gesamte Spielfeld. Eine geschickte Raumausnutzung wurden für den Erfolg immer entscheidender. Durch das dadurch abwechslungs- und trickreichere Spiel gewann der Hallensport mit der Zeit immer neue Anhänger und ersetzte mehr und mehr das Spiel auf dem Großfeld. Die Aufnahme in das olympische Programm gab schließlich den endgültigen Ausschlag für den Hallenhandball. Die Austragung von internationalen Feldhandball-Turnieren wurde in der Folgezeit schrittweise reduziert. Die Weltmeisterschaft 1966, die die Bundesrepublik Deutschland vor der DDR gewinnen konnte, war die letzte internationale Großveranstaltung in dieser Sportart. Bereits zwei Jahre später wurde in der DDR-Oberliga der Spielbetrieb eingestellt. Die letzte deutsche Meisterschaft der Männer wurde im Jahr 1975 ausgespielt.
Heutzutage wird Feldhandball nur noch vereinzelt gespielt, vorrangig jedoch nach den Regeln des Hallenhandballs.

Kleinfeldhandball

Kleinfeldhandball wurde gegen Ende der 1960er Jahre als Wettkampfsport in Deutschland eingeführt: ab der Saison 1968/69 wurden die Meisterschaftsspiele der Frauen statt auf dem Großfeld auf dem Kleinfeld ausgetragen. Heute ist Kleinfeldhandball nur auf speziellen Turnieren im Sommer üblich. Hier wird auf Rasen- oder Tartan-, selten auch Betonfeldern von der Größe des Hallenfeldes gespielt, und auch die Regeln entsprechen weitgehend denen des Hallenhandballs. Offizieller Wettbewerbssport wird auf dem Kleinfeld nicht mehr betrieben.

Feldhandballregeln des BHV als PDF Datei
Artikel zur Geschichte des Handballs