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Friedrich-Wilhelm-Gymnasium (Trier)

Das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium (FWG) in Trier ist eine weiterführende Schule in Trier. Es gehört zu den ältesten Gymnasien in Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Gymnasium wurde im Jahr 1561 als Jesuitenschule unter dem Namen Collegium Trinitas („Dreifaltigkeitskolleg“) gegründet. Die Jesuiten waren auch Träger der alten Trierer Universität. Seit 1614 fand der Unterricht in dem Gebäude neben der Trierer Jesuitenkirche statt, das heute das Priesterseminar beherbergt. Die Jesuiten trugen die Schule bis zur Aufhebung des Jesuitenordens im Jahr 1773. Ab diesem Datum übernahm der Erzbischof und Kurfürst von Trier das Gymnasium.

Nach dem Zusammenbruch des Trierer Kurstaates in den Revolutionskriegen wurde Trier 1794 von französischen Truppen besetzt. 1801 wurde es zur Hauptstadt des französischen Départements Sarre. Die bisher kurfürstliche Schule wurde als französische École centrale, später als Collège fortgeführt. Nach der Niederlage Napoleons I. und der Eingliederung Triers in die preußische Provinz Großherzogtum Niederrhein (ab 1822: Rheinprovinz) wurde aus dem Collège ein königlich-preußisches Gymnasium. Den offiziellen Namen Königliches Gymnasium erhielt die Schule jedoch erst 1858. Aus Anlass der Gründung des Kaiser-Wilhelm-Gymnasiums (heute Max-Planck-Gymnasium) wurde dem Königlichen Gymnasium 1896 zur besseren Unterscheidung der heutige Name Friedrich-Wilhelm-Gymnasium (nach dem preußischen König Friedrich Wilhelm III.) gegeben.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das historische Schulgebäude weitgehend zerstört. Der Unterricht fand daher von 1946 bis 1961 im selbst schwer beschädigten Gebäude der ehemaligen Reichsabtei St. Maximin statt. 1961, zum 400-jährigen Jubiläum der Schule, wurde ein Neubau an der Gabelung der Olewiger Straße und der Spitzmühle bezogen, der bis heute genutzt wird.

Heutiges Profil der Schule

Die Schule hat einen alt- und einen neusprachlichen Zweig. Das besondere Aushängeschild der Schule ist dabei die ab dem Schuljahr 2005/2006 neu eingeführte Klasse "Latein plus", in der die neuen Fünftklässler schon in der fünften Klasse parallel in Englisch und Latein unterrichtet werden. In der 7. und 9. Klasse dürfen dann sogar noch zusätzliche Sprachen gewählt werden. Insgesamt wird für alle Klassen neben Latein und Griechisch auch Englisch, Französisch und Italienisch angeboten.

Die Schule ist mit modernen Unterrichtsräumen, Computerarbeitsplätzen für die Schüler, einer Videokonferenzanlage und einer umfangreichen, neu renovierten Bibliothek ausgestattet. Es existieren auch eine Turnhalle und eine Außensportanlage.

Die Schule nimmt an Partnerschaften und Austauschprogrammen mit Schulen in England (Wycliffe College), Frankreich, Italien, den Niederlanden, Finnland, Luxemburg und Österreich teil.

Im Schuljahr 2005/2006 unterrichteten am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium 62 Lehrer.

Die derzeit einzige Schülerzeitung des FWGs ist "Der Maulwurf". Er erscheint seit 1986, seitdem wurde er aber mehrfach verboten und wieder erlaubt. Zwischendurch existierten auch weitere Schülerzeitungen, die sich aber aufgrund von Finanzierungsproblemen oder dem Abgang der Redakteure nicht halten konnten. "Der Maulwurf" erscheint seit 2005 mit zwei Ausgaben im Jahr.

Kritisiert wird am FWG häufig die alte Ausstattung (teilweise noch die Erstausstattung des jetzigen Gebäudes von 1961) und die ungepflegten Gebäude (einschließlich des euphemistisch "Pavillon" genannten Containers mit vier Unterrichtsräumen). Im Schuljahr 2006/2007 gab es beispielsweise im obersten Stockwerk undichte Stellen, durch die Wasser auf die Flure tropfte. Die Schäden sind mittlerweile größtenteils behoben. Im selben Schuljahr gab es auch mehrere Fahrrad-Diebstähle, weshalb die Fahrrad-Stellplätze seit Sommer 2007 mit einem Gitter umgeben sind.

Seit Herbst 2003 wird die Schule erstmals nicht mehr von einem Altphilologen, sondern von dem Physik- und Chemielehrer Herrn Dr. Harald Heim geleitet.

Bekannte Schüler

Weingut Friedrich-Wilhelm-Gymnasium

Schon 1570, kurz nach der Gründung des Collegium Trinitas, wurde die Schule von dem Trierer Erzbischof und Kurfürsten Jakob III. von Eltz zur Finanzierung ihres Betriebs mit einem großen Stiftungsvermögen ausgestattet. Dazu gehörten umfangreiche Weinanbauflächen. Die Weinberge blieben durch alle Wechselfälle der Geschichte im Besitz des Gymnasiums. Auch der Neubau des Schulgebäudes von 1961 wurde durch Erträge des Stiftungsvermögens finanziert. Im Jahr 2004 wurden die Weinberge an die Bischöflichen Weingüter in Trier verkauft. Es werden jedoch weiterhin Weine unter der Bezeichnung „Weingut Friedrich-Wilhelms-Gymnasium“ produziert und verkauft.

Die Weinberge des Weinguts Friedrich-Wilhelm-Gymnasium gehören zu den Lagen Bernkasteler Badstube, Falkensteiner Hofberg, Falkensteiner Regent, Graacher Dompropst, Graacher Himmelreich, Neumagener Rosengärtchen, Mehringer Goldkupp, Oberemmeler Rosenberg, Ockfener Scharzberg, Trittenheimer Apotheke und Zeltinger Himmelreich (alle im Weinbaugebiet Mosel). Zum weit überwiegenden Teil werden Rieslingweine produziert.

Quellen

  1. http://www.bautz.de/bbkl/m/moench.shtml
  2. http://www.bautz.de/bbkl/z/ziegler_j_a.shtml

Literatur

Koordinaten: 49° 44′ 51" n. Br., 6° 38′ 38" ö. L.