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Georg Christian Joannis

Georg Christian Joannis (* 4. November 1658 in Marktbreit; † 22. Februar 1735 in Zweibrücken) war ein deutscher evangelischer Theologe und Historiker.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Geboren als Sohn des Diakons in Marktbreit, Sohn des Weingärtners Hans Hilpert und seiner Frau Anna, und seiner Frau Martha, Tochter des I. G. Hochstalter, besuchte er zunächst die Schule seiner Heimatstadt. Er erlangte eine Umfangreiche Ausbildung in den Grundlagen der philosophischen Wissenschaften am Gymnasium in Rothenburg ob der Tauber und hatte sich so das Rüstzeug erworben, eine Universität zu besuchen. Er entschied sich 1678 an die Universität Wittenberg zu gehen. Unter dem Einfluss des Todes seines Vaters begibt er sich 1678 an die Universität Altdorf.

Möglicherweise hat sich der arme Student der pietistische Interessen verfolgte, in Altdorf den akademischen Grad eines Magisters erworben. 1681 wurde er als solcher Pfarrer in Weikersheim, gab diese Position aber nach dem Tod seiner Frau unter ungewöhnlichen Umständen auf und ging nach Frankfurt am Main, wo er 1694 eine Stelle als Garnisonsprediger in Kölln fand. 1695 wurde er Prediger in Wien beim schwedischen Gesandten Gabriel Turesson, dem Grafen von Oxenstierna. Als dieser zum Gouverneur von Zweibrücken ernannt wurde, folgte er ihm als Professor der Geschichte und Rhetorik an das Neugegründete Gymnasium von Zweibrücken. Dort übernahm er auch die Aufgaben eines Schulvisitators und ordnete das Archiv des Herzogs von Zweibrücken.

Theologisch hat sich Joannis stark von der lutherischen Orthodoxie distanziert und ist zum Vertreter des Pietismus avanciert. Vor allem in der Hinwendung zu Geschichtswissenschaft, die bereits Konrad Samuel Schurzfleisch in ihm angeregt hatte, ist er mit seiner 1700 anonym erschienen historischen Abhandlung “Animadversiones“, beruhend auf den Veröffentlichungen Karl Ludwig Tolners in „Historia Palatina“, hervorgetreten. Durch den 1692/94 hergestellten Kontakt mit Zacharias Konrad von Uffenbach, gelangte er an dessen umfangreiche Bibliothek. In ihr fand er historische Quellen, die in seinen historischen Werken Verwendung fanden.

1718 quittierte er aus wirtschaftlichen Schwierigkeiten seinen Dienst, erhielt aber ab 1725 von Gustav Samuel Leopold von Pfalz-Zweibrücken wieder eine Pension. Joannis hat sich vor allem bei der pfälzerischen und Mainzer Geschichtsschreibung einen Namen erworben. Als sein Hauptwerk werden die drei von 1722-1727 erschienen Folianten „Scriptores Historiae Moguntinensi inservientes“ angesehen, in denen er die pfälzerische Geschichtsschreibung des Daniel Pareus aufgreift, erweitert und somit ein Vorläufer der historischen Forschung seines Enkels Georg Christian Crollius war.

Werkauswahl

Genealogie

Genealogisch ist anzumerken, dass Joannis sich 1687 in Weikersheim mit Maria Magdalena (1669-1691), der Tochter des hohenloheschen Juristen in Ingelfingen Georg Pfannenschmidt und seiner Frau Rosina Block, verheiratet hatte. Aus dieser Ehe sind ein Sohn und eine Tochter hervorgegangen. In zweiter Ehe hatte er sich 1700 in Kölln mit Adelheid Lucia, der Tochter des Juristen Gerhard Balthasar Stamm, getraut. Aus dieser Ehe ist die Tochter Margarethe Gabriele bekannt, die den Historiker Johann Philipp Crollius († 1767) heiratete.

Literatur

PND: Datensatz zu Georg Christian Joannis bei der DNB
keine Treffer im DNB-OPAC, 10.2.08
Personendaten
Joannis, Georg Christian
George Christian Johannis
deutscher lutherischer Theologe und Historiker
4. November 1658
Marktbreit
22. Februar 1735
Zweibrücken