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Katanga

Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Provinz in der DR Kongo. Für den Kinofilm, siehe Katanga (Film).
Katanga
Land Demokratische Republik Kongo
Provinzhauptstadt Lubumbashi
Gouverneur Moise Katumbi
Nationalsprache Kiswahili
Fläche 496.871 km²
Einwohnerzahl 4.125.000 (1998)
Bevölkerungsdichte 8,3
ISO 3166-2 CD-KT

Katanga (1971–1997 Shaba) ist eine Provinz der Demokratischen Republik Kongo mit der Hauptstadt Lubumbashi.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Provinz liegt im Südosten des Landes und grenzt im Nordwesten an die Provinzen Kasai-Occidental und Kasai-Oriental, im Nordosten an die Provinzen Maniema und Sud-Kivu, im Süden an Sambia, im Westen an Angola und im Osten an den Tanganjikasee (Tansania).

Bevölkerung

Die Hauptvolksgruppen Katangas sind die Baluba im Nordwesten und in der Mitte, die Hemba im Norden, die Tumbwe im Nordosten, die Lunda im Westen, sowie die Bemba und Lala im Südosten.

Territoriale Gliederung

Katanga ist weiter unterteilt in die Distrikte Tanganika, Ober-Lomami, Ober-Katanga, Kolwezi und Lualaba, die wiederum in separate Territorien unterteilt sind.

Geschichte

Zur alten Geschichte siehe Msidis Reich.

1891 wurden die Gebiete Katangas vom belgischen Kongo-Freistaat der Compagnie du Katanga und 1900 dem Comité Spécial du Katanga anvertraut und wurden völlig separat vom restlichen Kongo verwaltet. Erst 1910 wurde Katanga autonomes Gebiet des Belgisch-Kongo. 1933 verlor die Provinz ihre Autonomie und wurde nach ihrer Hauptstadt in Elisabethville (frz.) bzw. Elisabethstad (ndl.) (heutiges Lubumbashi) umbenannt.

1960, als die Dekolonisation der Demokratischen Republik Kongo im Gange war (siehe Geschichte der Demokratischen Republik Kongo), rief Moïse Tshombé die Unabhängigkeit Katangas aus. Die UNO versuchte durch Verhandlungen Katanga zur Rückkehr zu bewegen, besetzte 1963 das damalige Elisabethville und beendete die Unabhängigkeit mit militärischen Mitteln. Katanga wurde erst in drei Provinzen geteilt, 1966 jedoch wiedervereinigt.

Im gleichen Jahr 1966 wurde die Minengesellschaft Union Minière du Haut Katanga unter dem Namen Gécamines verstaatlicht. 1971 wurde Katanga in Shaba umbenannt. Während den 1970er Jahren konnten Rebellionen von der zaïrischen Zentralgewalt nur mit ausländischer Militärhilfe unterdrückt werden, beispielsweise 1978 als am 13. Mai bei der sogenannten Shaba-Invasion 4000 Rebellen die wichtigste Bergbaustadt der Provinz, Kolwezi besetzten. Nur durch massive Unterstützung durch die Vereinigten Staaten von Amerika, Belgien und Frankreich, gelang es schließlich den Fallschirmjägern der französischen Fremdenlegion die Stadt zurückzuerobern, wobei 700 Afrikaner und 280 Europäer den Tod fanden. Die französischen Femdenlegionäre (2e Régiment Étranger de Parachutistes) befreien dabei in der Schlacht um Kolwezi am 19. Mai 1978 mehr als 2000 europäische Geiseln aus der Hand von Rebellen. Nachdem Mobutu Sese Seko 1997 ins Exil ging, nahm die Provinz wieder den früheren Namen Katanga an.

Flagge von Katanga 1960–1963

Die Kupferkreuze wurden in der Flagge auch in diagonaler Form dargestellt. Zusätzlich gab es farbliche Varianten aller Art.

Bodenschätze

Katanga hat reiche Erzvorkommen von Kupfer, Cobalt (etwa bei Kolwezi) und Uran (vgl. auch: Copperbelt). Dies erklärt für die Zeit nach 1960 zahlreiche politische Interventionen der UNO zur Verhinderung einer Sezession.

Geplante Auflösung

Mit der Verabschiedung einer neuen Verfassung im Mai 2005 ist eine Neugliederung der Demokratischen Republik Kongo geplant. Katanga soll in vier neue Provinzen aufgeteilt werden: