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Schaumburger Wald

Der Schaumburger Wald ist ein bis rund 80 m ü. NN hohes Waldgebiet mit rund 40 km² Fläche im Landkreis Schaumburg in Niedersachsen (Deutschland).

Inhaltsverzeichnis

Geografische Lage

Der Schaumburger Wald liegt direkt östlich der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen im Nordwestteil des Landkreises Schaumburg unweit östlich der Weser, südlich der Rehburger Berge und nordwestlich des Mittellandkanals. Er erstreckt sich zwischen Wölpinhausen im Norden, Pollhagen und Meerbeck im Osten (jenseits bzw. östlich davon liegen die Kreisstadt Stadthagen und der Stadt Obernkirchen), Bückeburg im Süden, der Mittelstadt Minden im Südwesten sowie der Stadt Petershagen und dem Flecken Wiedensahl im Westen. Im Norden grenzt er mit den Rehburger Bergen fast an den Landkreis Nienburg.

Der Schaumburger Wald, der bis 19,5 km lang und bis 4 km breit ist, liegt im Flachland zwischen etwa 45 und rund 80 m ü. NN; seine höchste Stelle befindet sich westlich der Landesstraße „L 371“, die Wölpinhausen im Norden mit Pollhagen im Süden verbindet.

Durch die östlichen Bereiche im Mitteilteil des Schaumburger Walds verläuft etwa parallel zum Mittellandkanal die „Landwehrallee“, ein breiter Fahrweg, der nahe des Waldrands von Mittelbrink-Landwehr (zu Niedernwöhren) im Nordosten bis Rusbend (zu Bückeburg) im Südosten führt.

Geschichte

Früher war der Schaumburger Wald ein Grenzwald zwischen dem Fürstentum Schaumburg-Lippe und Preußen; heute bilden Teile seines Westrands Abschnitte der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen. Auf rund 25 km Länge erstreckt sich im Schaumburger Wald die „Schaumburger Landwehr“, die früher bis zum Steinhuder Meer reichte und im Mittelalter die Grenze von Schaumburg-Lippe und Preußen kennzeichnete. Der Schaumburger Wald ist der westliche Restbestand des historischen Dülwalds, der sich einst von Minden bis zum Steinhuder Meer erstreckte und ein Grenzwald alter sächsischer Gaue war.

Inmitten des Waldes, an der Verbindungsstraße Petershagen−Bückeburg, befinden sich das Jagdschloss Baum und ein kleines Mausoleum, die letzte Ruhestätte des Schaumburger Grafen Wilhelm und seiner Familie.

Ein weiteres Mausoleum befindet sich im Südteil des Schaumburger Walds etwa 1 km nördlich der Verbindungsstraße Meinsen nach Cammer (beide zu Bückeburg). Es enthält die Särge der Gründerin von Bad Eilsen, Fürstin Juliane von Schaumburg-Lippe (1761-1799), und ihrer Mutter. Juliane war früh Witwe geworden, und auch das Grab ihres heimlichen Geliebten, des fürstlichen Oberforstmeisters Clemens August von Kaas (1760-1832), befindet sich an sehr versteckter Stelle im Wald östlich von Schloss Baum.

Der Schaumburger Wald erlangte kulturgeschichtliche Bedeutung dadurch, dass Wilhelm Busch an seinen Waldrändern und auf seinen Waldwiesen oft gemalt und gezeichnet hat, denn sein Geburtsort Wiedensahl, in dem er sich auch später oft aufhielt, liegt dicht am westlichen Rand des Schaumburger Waldes.

Flora und Fauna

Der Schaumburger Wald ist ein dem Fürstenhaus Schaumburg-Lippe in Bückeburg gehörender Nutzwald, ein überwiegend Eichen- und Buchen-Mischwald mit Restbeständen alter Hute-Eichen. Seit alters sind überhaupt die mächtigen Eichen der wichtigste Wirtschaftsfaktor im Schaumburger Wald.

Bei Radfahrern ist der Wald sehr beliebt wegen seiner oft kilometerweit geraden breiten und schattigen Waldwege auf ebenem Terrain. Es gibt auch zwei touristisch aufbereitete (thematische Hinweise an der Strecke, Routenplan und -beschreibung) Radwanderstrecken durch den Schaumburger Wald: Die „Wilhelm-Busch-Route“ und die „Fürstenroute“, die den Schaumburger Wald fast auf ganzer Länge von Spießinghol im Norden bis Rusbend im Süden durchquert. Touristische Einkehrmöglichkeiten sind vorhanden in Hiddenserborn (am den Wald begrenzenden Mittellandkanal), in Mittelbrink (inmitten des Waldes) sowie im dicht am Wald gelegenen Wiedensahl.

Aus seinem Wildbestand sind die großen Hirsche und Wildschweine besonders hervorzuheben.

Literatur

Der Schaumburger Wald