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Kurultai

Der Begriff Kurultai oder auch Kuriltai stammt aus Sprache der frühen Turkvölker. Er bezeichnete ursprünglich die Fürstenversammlung. Dieser Begriff wurde später von den Göktürken und den Mongolen mit der Bedeutung von Volksversammlung bzw. Reichstag übernommen.

Mongolei

Bei den Mongolen wurden auf solchen Versammlungen Feldzüge geplant, und im Rahmen der mongolischen Kriegführung die militärischen Führer eines Stammesverbundes ernannt. So wurde z. B. Dschingis Khan im Jahre 1206 auf einem Kuriltai zum Großkhan aller Mongolen ernannt.

Der Nachteil dieses Verfahrens lag darin, dass die Führer der verbündeten Stämme sich jeweils an einem Ort zusammenfinden mussten, wodurch sie gezwungen wurden, ihre aktuellen Kriegsschauplätze zu vernachlässigen. So machte der Tod von Ugedai (1241) und Möngke Khan (1259) jeweils den Rückzug der mongolischen Truppen vor Wien und in Syrien notwendig, und verhinderte so den möglichen Erfolg der beiden Feldzüge.

Auch heute noch ist auf Mongolisch Chural das Wort für Versammlung. Das Parlament der Mongolei ist der Große Staats-Chural.

Turkvölker

Im heutigen Türkeitürkischen bedeutet Kurultay Kongress oder Mitgliederversammlung. Für Parlament existiert ein ähnliches Wort (Kamutay) mit der archaischen Endung -tay für Ort, Stelle, das sich im Rahmen der türkischen Sprachreform nicht eingebürgert hat.

Das Stammwort Kurul bedeutet heute Ausschuss oder Kommission.

Auch bei anderen Turkvölkern wie den Baschkiren, den Krimtartaren oder in Kirgisistan und Kalmückien tragen Volksversammlungen ähnliche Namen.