Heim

Tarantul-Klasse

Die Tarantul-Klasse ist eine Klasse von Flugkörperkorvetten sowjetischer und russischer Bauart, die in Russland als Mittlere Raketenschiffe, in der Volksmarine der DDR als Raketenschnellboote klassifiziert wurden.

Die Konstruktion stammt aus den 1970er Jahren (Tarantul I) und wird bis heute von Russland weiterentwickelt (Tarantul II...IV).

Inhaltsverzeichnis

Bewaffnung (Tarantul I)

Die Raketenbewaffnung ähnelte der der Vorgänger. Die Hauptbewaffnung bestand aus dem Seezielflugkörper-System P-20 (SS-N-2 Styx) mit zwei Doppelstarter für Lenkwaffen von Typ P-21 und P-22.

Als Sekundärbewaffnung verfügte das Schiff über ein 76 mm Decksturmgeschütz AK 176, zwei sechsläufige 30 mm-Gatlingkanonen AK-630 und ein Vierfachstarter FASTA 4 für Strela-Flugabwehrraketen.

Technische Daten (Tarantul I)

Tarantul I der Volksmarine der DDR

Anfang der 1980er Jahre war in der Volksmarine der DDR die Ablösung der mittlerweile veralteten Raketenschnellboote der Osa-Klasse dringend erforderlich. Ab Oktober 1984 erfolgte der Zulauf von insgesamt 5 Schiffen des sowjetischen Projektes 1241 RÄ (Tarantul I).

Die Schiffe hatten einen reinen Gasturbinenantrieb. Es gab je zwei Marsch- und Gefechtsturbinen. Diese vier Gasturbinen brachten es auf eine Gesamtleistung von 31.180 PS (22.950 kW).

Ursprünglich war geplant, die alten RS-Boote im Verhältnis von 1:1 gegen die neuen Raketenschiffe auszutauschen. Das scheiterte aber an den Finanzen, da ein Schiff 77,1 Millionen Mark der DDR kostete.

Von den einst fünf Schiffen der Volksmarine sind zwei als Museumsschiffe erhalten, die anderen drei sind verschrottet.

Die Auflistung steht in folgender Reihenfolge:

Name Dienstnummer VM Indienststellung Ausserdienststellung Verbleib
Albin Köbis 571 31. Oktober 1984 3. Oktober 1990 verschrottet
Rudolf Egelhofer 572 16. Oktober 1985 1992 Museumsschiff USA, weitere Geschichte siehe unten
Fritz Globig 573 5. Oktober 1985 3. Oktober 1990 verschrottet
Paul Eisenschneider 574 12. Februar 1986 3. Oktober 1990 verschrottet
Hans Beimler 575 28. Oktober 1986 3. Oktober 1990 Museumsschiff in Peenemünde

Das Schiff "Rudolf Egelhofer" wurde zunächst von der Deutschen Marine übernommen und dann an die USA zu Erprobungszwecken abgegeben. Diese Erprobung erfolgte durch eine Besatzung ehemaliger Volksmarine-Angehöriger. Die USA wollte im Vorfeld der Erprobung z. B. den 30 mm-Durchmesser der Gatlingkanone nicht glauben, von der Sprengkraft und Reichweite der Seezielraketen P21 und P22 und der hohen Schiffsgeschwindigkeit waren sie überrascht. Während einer AK-Fahrt bei optimalen Bedingungen erreichte das Schiff 51 Knoten (94 km/h).

Auf Grund der Erprobung in den USA fuhr dieses Schiff unter vier Flaggen: Sowjetmarine, Volksmarine, Deutsche Marine, US-Navy.

Seit 1996 liegt es als Museumsschiff im Battleship Cove Museum in Fall River, US-Bundesstaat Massachusetts.