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Ense

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 51° 28′ N, 7° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Soest
Höhe: 206 m ü. NN
Fläche: 51,08 km²
Einwohner: 12.824 (30. Juni 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 251 Einwohner je km²
Postleitzahl: 59469
Vorwahl: 02938
Kfz-Kennzeichen: SO
Gemeindeschlüssel: 05 9 74 012
Gemeindegliederung: 14 Ortsteile bzw. Stadtbezirke
Adresse der Gemeindeverwaltung: Am Spring 4
59469 Ense
Webpräsenz:
www.gemeinde-ense.de
Bürgermeister: Johannes Weber (parteilos)

Ense ist eine Gemeinde im Regierungsbezirk Arnsberg in Nordrhein-Westfalen (Deutschland) und gehört zum Kreis Soest.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Die Gemeinde Ense liegt am nördlichen Rande des Sauerlandes und an der Südseite des Haarstrangs.

Nachbargemeinden

Ense grenzt (im Uhrzeigersinn von Norden) an Werl, Soest, Möhnesee, Arnsberg und Wickede.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde besteht aus 15 Ortsteilen (Einwohnerzahl am 31. Oktober 2004):

Gerlingen ist wohnbautechnisch und bevölkerungsmäßig eher klein, doch durch die zahlreichen Felder, Wiesen und Wälder gehört es flächenmäßig zu den größeren Ortsteilen. Es wird auf großen Bauernhöfen noch Landwirtschaft betrieben. In Gerlingen existiert kein Einzelhandel, allerdings kann man auf einigen Höfen Eier, Honig und andere landwirtschaftliche Produkte kaufen.
Am Ortsrand liegt der 279 Meter hohe Fürstenberg, an dessen Osthang sich vorgeschichtliche Hügelgräber befinden. Auf dem Fürstenberg stand im 8. Jahrhundert eine Wallburg (Burg Oldenburg), die während der Sachsenkriege der örtlichen Bevölkerung als Fliehburg diente. Im 1300 Jahrhundert wird die kurkölnische Landesburg Fürstenberg erwähnt.
Der Ortsteil wurde im Zuge der kommunalen Neugliederung am 1. Juli 1969 mit 13 anderen selbständigen Orten zur neuen Gemeinde Ense zusammengefasst. Zusammen mit Lüttringen bildet Hünningen das „Doppeldorf“. Auf Hünninger Gebiet befindet sich außerdem Haus Füchten, ein alter Adelssitz.
Der Ortsteil hat knapp 1.000 Einwohner. Er ist damit nach Bremen, Niederense und Höingen der viertgrößte Ortsteil der 15 Dörfer zählenden Großgemeinde.
Lüttringen liegt am nördlichen Rand des Arnsberger Waldes (Haarstrang) an der Grenze zur Westfälischen Bucht über dem Tal der Ruhr. Etwa fünf Kilometer südlich des Dorfes liegt Neheim-Hüsten (rund 35.000 Einwohner), der zur Stadt Arnsberg zählende regionale Verkehrsknotenpunkt, rund acht Kilometer nördlich die Hellwegstadt Werl. Unmittelbare Nachbarorte sind Hünningen, in das Lüttringen im Nordosten fast nahtlos übergeht, und Höingen, das etwa zwei Kilometer östlich liegt.
Unmittelbar westlich des Dorfes verläuft die Autobahn A 445. Die Anschlussstelle Arnsberg-Neheim stellt für das Dorf die Anbindung an das überregionale Straßennetz dar. Der nächstliegende Bahnhof befindet sich in Neheim-Hüsten an der Ruhrtalbahn. Der Bahnhof Werl liegt dagegen an der Linie Dortmund-Soest-Paderborn.
Die Hauptdurchgangsstraße, die Hermann-Löns-Straße, zieht sich kurvenreich durch das Dorf. Am westlichen Ortsrand in der Straße Am Gelke befinden sich für größere Dörfer typische Einrichtungen: Die Schützenhalle der Schützenbruderschaft Hünningen-Lüttringen, eine Turnhalle, ein Kindergarten, eine Schießhalle, der Sportplatz des SV Lüttringen und ein Tennisplatz. Die katholische Fürstenbergschule (Grundschule) liegt in der gleichen Straße. Sie wurde 1962 errichtet und befindet sich wie die Turnhalle auf Hünninger Gebiet.
Lüttringen wurde im Zuge der kommunalen Neugliederung am 1. Juli 1969 mit 13 anderen selbständigen Orten zur neuen Gemeinde Ense zusammengefasst.
Niederense ist der nach Einwohnerzahl größte und nach der Fläche der zweitgrößte Ort in Ense. Er ist der wohl schönste Ort in Ense. Er liegt hinter dem Haarstrang und ist wie ein „Loch“ in dem Ort sind viele steigungen. Er liegt am rande vom Sauerland und ist vom Arnsberger Wald Umgeben. Im Ort sind ein paar Geschäfte und ein Kraftwerk. Der alljährliche Allerheiligenmarkt ist die beliebteste Veranstaltung in Ense, und es gibt sie schon etwas länger als die Bremer „Pflasterfete“.
Der Name “Ense” ist wahrscheinlich indogermanisch-keltischen Ursprungs und bedeutet so viel wie “Wasserstellen”, die sich durch das weit ausschwingende Möhnetal unterhalb des alten Ortskerns von Niederense ergibt.
Oberense heißt also soviel wie „oberhalb der Wasserstelle“.
Der Name Oberense wird erstmals 1269 in einer Urkunde der Äbtissin Elisabeth von Himmelpforten erwähnt. Danach taucht der Name wieder häufig in den Lehnsregistern des Grafen von Arnsberg auf (1281, 1313 und 1338). Die acht Höfe, welche heute noch in Oberense bestehen, werden schon in den Schatzregistern des Herzogs von Westfalen im Jahre 1536 benannt.
In Parsit befindet sich die Hauptverwaltung der renommierten Firma Kettler, da ihr Gründer, Heinz Kettler, aus Parsit stammt.

Geschichte

Die urkundliche Ersterwähnung des heutigen Hauptortes der Gemeinde Ense, Bremen, datiert aus den Jahren zwischen 1081 und 1089. Der Name könnte von den Sachsen stammen, die 300 bis 400 Jahre vorher die Gegend eroberten. Dies ist auch durch eine Wallburg auf dem Fürstenberg. Der Gemeindename Ense ist schon seit 1207 überliefert und entstammt dem Rittergeschlecht von Ense, dessen Stammvater Conrad von Ense hieß und deren Stammsitz in Ense-Oberense und/oder Ense-Niederense lag. Direkt an der Ruhr gelegen ist das Rittergut Haus Füchten. Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Kirchspiel Bremen aus dem Amt Körbecke herausgelöst. Ein einschneidendes Erlebnis in der Enser Geschichte war die Möhnekatastrophe am 17. Mai 1943. Nach der Zerstörung der Möhnetalsperre durch alliierte Bomber wurde auf Enser Gebiet das 1246 gegründete Ziesterzienserkloster und die kleine Ortschaft Himmelpforten von den Fluten zerstört. Viele Einwohner wurden getötet. In ihrer heutigen Form entstand die Gemeinde Ense im Zuge der kommunalen Neugliederung am 1. Juli 1969, indem sich die jetztigen Ortsteile zusammen schlossen.

Politik

Gemeinderat

Ergebnisse der Kommunalwahlen ab 1975

In der Liste[2] werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens 2,95 % der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben:

Jahr CDU SPD FDP BG Z Grüne
1975 50,9 24,8 13,1 8,1 3,0
1979 51,1 26,8 13,2 8,9
1984 44,6 28,1 10,7 16,6
1989 43,3 33,9 8,4 12,3
1994 43,4 34,0 7,9 14,7
1999 46,5 26,6 5,1 17,8 4,0
2004 44,9 25,1 5,9 19,2 4,9

Bürgermeister

Wappen

Blasonierung: „Von Silber zu Rot im Zinnenschnitt geteilt; oben hängende, durch eine rote Schnur zusammengehaltene schwarze Pferdepramme, unten zwei goldene Balken.“

Das am 22. Januar 1971 genehmigte Wappen zeigt im oberen Teil eine schwarze Pferdepramme, die durch eine rote Schnur zusammengehalten wird. Dieser Teil stammt aus dem Wappen der Familie von Ense, die eine wichtige Rolle in der lokalen Geschichte spielte. Der die Trennlinie bildende Zinnenschnitt symbolisiert die einst im Ortsteil Bremen gelegene Burg Waterlappe, die Hauptsitz des Geschlechtes derer von Fürstenberg war, und stammt aus dem ehemaligen Wappen des Ortsteils Bremen. Die roten Balken in der unteren Hälfte sind dem Fürstenberger Wappen, die Farben sind beiden Geschlechterwappen entlehnt.

Städtepartnerschaften

Seit 1989 besteht eine Gemeindepartnerschaft zur Stadt Éleu-dit-Leauwette (Frankreich) sowie eine Gemeindefreundschaft zur Marktgemeinde Burkardroth.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Bauwerke

Die kleine zweijochige Basilika wurde im 12. Jahrhundert errichtet und befindet sich im Ortsteil Bremen. Die dreischiffige Hallenerweiterung mit dem Chor erfolgte im 20. Jahrhundert.
Das Schloss im Ortsteil Hünningen ist eine ehemalige Wasseranlage mit Herrenhaus. Es wurde vermutlich im 17. Jahrhundert erbaut und 1726 durch den Anbau eines Kapellenflügels noch erweitert; erste Hinweise, als Burg Füchten, gibt es sogar schon aus dem Jahr 1298. Nach eigenen Angaben ist es das größte Herrenhaus in Südwestfalen.
Seit Mitte der 1980er Jahre befindet sich das Schloss in Privatbesitz.

Regelmäßige Veranstaltungen

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Wirtschaftsförderung im Ort ist ein Angebot der Gemeinde Ense zur Unterstützung der Unternehmer. Aufgaben der Verwaltung sind unter anderem die Vermittlung von Gewerbeflächen im Industriepark Höingen.

Größter Industriebetrieb und zugleich bedeutendster Arbeitgeber in der Gemeinde Ense ist die Firma Kettler, die hier Verwaltung und einen Teil der Produktion beherbergt. Brökelmann Aluminium fertigt Aluminium-Profile und -Rohre und ist im Industriegebiet Höingen angesiedelt. Dort findet sich auch ein Zweigwerk der Firma Heimann aus Ense-Niederense, die unter anderem Fließpressteile für die Automobilindustrie herstellt. Die Firma Inotec stellt alle möglichen Formen von Notbeleuchtungen und Notausgangsbeschilderungen her. Die Firma Enercon errichtet Windkraftanlagen.

Das Industriegebiet in Höingen wurde Anfang der 1980er Jahre aufgebaut und beherbergt neben der oben genannten großen Unternehmen weitere mittelständische Betriebe.

Verkehr

Durch die Gemeinde Ense führt die B516, die von Werl kommend durch den Hauptort Ense-Bremen führt und zwischen Niederense und Oberense als Haarweg nach Möhnesee führt. Die A445/A46 kommt von Werl und tangiert das Gemeindegebiet ab Haus Füchten.

Medien

Für Ense gibt es zwei regionale Tageszeitungen und eine Heimatzeitung, die quartalsweise erscheint:

Neben dem öffentlich-rechtlichem Rundfunk (WDR) ist in Ense der private lokale Rundfunksender Hellweg Radio zu empfangen.

Bildung

In Ense befinden sich neben drei städtischen Grundschulen (Fürstenbergschule Hünningen/Lüttringen, Grundschule Höingen, Bernhardusschule Niederense) auch eine katholische Bekenntnisschule für die ersten vier Schuljahre. An weiterführenden Schulen ist in Ense nur eine Hauptschule, die Conrad-von-Ense Hauptschule vorhanden. Schüler von Real-, Gesamtschulen oder Gymnasien werden in den umliegenden Städten unterrichtet. In Ense-Bremen befindet sich eine Geschäftsstelle der Volkshochschule Werl-Wickede-Ense.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

 Commons: Ense – Bilder, Videos und Audiodateien

Quellen

  1. LDS NRW: Amtliche Bevölkerungszahlen
  2. Verzeichnisse der Kommunalwahlergebnisse des Landes Nordrhein-Westfalen (LDS NRW) von 1975 bis 2004