Sparkasse Koblenz
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Sparkasse Koblenz

Sparkasse Koblenz
Hauptstelle: Bahnhofstr. 11
56068 Koblenz
Rechtsform: Anstalt öffentlichen Rechts
Eigentümer: Stadt Koblenz und Landkreis Mayen-Koblenz
Sparkassenverband: Sparkassen- und Giroverband Rheinland-Pfalz
Internet: Sparkasse Koblenz
Bankleitzahl: 570 501 20
Geschäftsdaten 2006
Geschäftsvolumen:  ? Mio. €
Bilanzsumme: 3.925 Mio. €
Kundeneinlagen: 2.618 Mio. €
Forderungen an Kunden: 2.629 Mio. €
Betriebsergebnis: 50,3 Mio. €
Betriebsergebnis in % DBS: 1,33
Bilanzgewinn: 27,7 Mio. €
Mitarbeiter: 797
Auszubildende: 52
Geschäftsstellen: 55
Geldautomaten: 72
Privatgirokonten: 98.400
Debitkarten: nicht veröffentlicht
Kreditkarten: nicht veröffentlicht
Verwaltungsrat
Vorsitzender: OB Dr. Eberhard Schulte-Wissermann
Vorstand
Vorsitzender: Manfred Graulich
Vorstandsmitglied: Ernst Josef Lehrer, Thomas Welling
Stellvertretende Vorstandsmitglieder: Herbert Heidger
Albert Weiler
Dr. Thomas Lentes

Karl-Heinz Weber

Die Sparkasse Koblenz mit Sitz in Koblenz ist mit einer Bilanzsumme von fast vier Milliarden Euro die größte Sparkasse in Rheinland-Pfalz. Bundesweit belegt sie von den 463 Sparkassen Platz 56. Sie ging 1974 aus der Fusion von Stadt- und Kreissparkasse Koblenz hervor.

Inhaltsverzeichnis

Rechtsform

Die Sparkasse Koblenz ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Für ihre Verbindlichkeiten haftet unbegrenzt der Zweckverband, der aus Stadt Koblenz und Landkreis Mayen-Koblenz gebildet wird.

Geschäftsgebiet

Das Geschäftsgebiet hat eine Fläche von 353 km². In den 28 Städten und Gemeinden in der Region Koblenz leben rund 196.000 Einwohner. Die Sparkasse Koblenz unterhält 55 Geschäftsstellen, 14 SB-Stellen, 6 dezentrale Beratungscenter, eine fahrbare Geschäftsstelle, 72 Geldautomaten, 77 Selbstbedienungsterminals und 63 Kontoauszugsdrucker. Mit etwa 800 Mitarbeitern ist das Institut einer der bedeutendsten Arbeitgeber in der Region. (Stand: 2006)

Die Sparkasse Koblenz stellt die Versorgung aller Bürger mit finanzwirtschaftlichen Leistungen sicher. Wirtschaftsförderung und Standortsicherung sind weitere Ziele der Geschäftspolitik. Dazu gehört insbesondere die Finanzierung von kleinen und mittelständischen Betrieben. Außerdem engagiert sich die Sparkasse Koblenz über Spenden und Sponsoring in beträchtlicher Größenordnung auf den Gebieten Kultur, Sport, Wissenschaft und Soziales sowie in der Finanzierung der Schuldnerberatung.

Geschichte

Der Vorläufer der Sparkasse Koblenz, die Gründung eines Pfandhauses, geht auf einen Erlass vom 20. April 1804 durch den französischen Präfekten Chaban zurück. Koblenz hatte zu dieser Zeit etwa 10.000 Einwohner und gehörte zu Frankreich. Präfekt Chaban stattete das neue Institut mit 100.000 Francs aus. Nach dem Wiener Kongress 1815 kümmerten sich die Preußen um das Pfand- und Leihhaus. 1828 ist das nun Leih- und Sparkasse heißende Institut für den gesamten Regierungsbezirk zuständig und bleibt bis 1843 das einzige Geldinstitut in der Region. Nach dem die Stadt Koblenz 1845 ein eigenes Pfandhaus gegründet hatte, wird das alte Institut aufgelöst und die nun städtische Sparkasse eröffnet mit einem Einlagenbestand von 28.600 Talern.

1885 wird eine städtische Sparkasse in Ehrenbreitstein gegründet. Bis zur Eingemeindung von Ehrenbreitstein im Jahr 1937 bleibt sie eigenständig und kommt dann zur Stadtsparkasse Koblenz. Am 26. März 1892 folgt die Gründung einer Kreissparkasse für den Kreis Koblenz.

Der Erste Weltkrieg und die darauffolgende Besetzung des Rheinlands durch die Siegermächte hinterlassen ihre Spuren bei der Kreis- und Stadtsparkasse. Beide Sparkasse konzentrieren sich jetzt hauptsächlich auf die Finanzierung von Lebensmittelkäufen und die Familienunterstützung durch die kommunalen Körperschaften. Wegen der Inflation von 1923 wurde in Koblenz Notgeld herausgegeben. Nach Einführung der Rentenmark gehen die meisten Konten unter und die Stadtsparkasse weist nur noch ein Sparguthaben von 8.000 Rentenmark aus.

Im Zweiten Weltkrieg werden die Hauptstellen beider Sparkassen in Koblenz zerstört. Die Archive sind ausgebrannt und wertvolle Urkunden vernichtet. Der Geschäftsbetrieb der Stadtsparkasse wird in einer Zweigstelle in Ehrenbreitstein betrieben. Die Sparkassenverwaltung zieht in verschiedene Hochbunker im Stadtgebiet um. Die Kreissparkasse geht in ein Hotel nach Stolzenfels. Nach dem Krieg lassen die Amerikaner vorerst nur den Betrieb der Kreissparkasse zu, da sie noch über größere Geldbestände verfügt. Das Abheben von Geld wird verboten.

Mit der Währungsreform 1948 müssen alle ihre Bestände an Reichsmark abliefern. Für den Umtausch stehen nur sechs Tage zur Verfügung. Lange Schlangen bilden sich in den Schalterhallen beider Sparkassen. 34.000 Konten werden abgewickelt.

Ein neues Sparkassengesetz tritt 1958 in Kraft und gibt den Sparkassen die Möglichkeit, durch Herauslösung aus ihrer starken Verflechtung mit den Gewährsträgern, sich erstmals wie selbstständige Wirtschaftsunternehmen zu entwickeln. Das Gesetz ist der Schlüssel zum enormen Aufschwung der Sparkassen.

Am 1. Juli 1974 fusionieren Stadt- und Kreissparkasse zur Sparkasse Koblenz. Notwendig wurde die Fusion vor allem wegen der voran gegangenen Gebietsreform in Rheinland-Pfalz. Aus dem Stand ist die neue Sparkasse die stärkste im Land.

Ein folgenschwerer Bankraub auf die Geschäftsstelle Schenkendorfplatz ereignete sich am 5. Oktober 1982. Zwei Bankräuber nahmen fast 15 Stunden lang neun Geisel und erbeuteten 1,2 Millionen Mark. Um ein Fluchtfahrzeug zu erpressen, schoss einer der Räuber dem erst 19 Jahre alten Bankkaufmann Detlef Becker ins Knie. An den Folgen verstarb dieser am 17. Oktober an einer Lungenembolie. Die Täter wurden gefasst und wegen Mordes verurteilt.

Im Jahr 2004 feierte die Sparkasse Koblenz ihr 200-jähriges Bestehen. Die Umstellung auf das neue EDV-System OneSystemPlus (OSP) der Sparkassen Informatik wurde nach langen organisatorischen Vorbereitungen am 11. September 2005 erfolgreich durchgeführt. Seit 1. Oktober 2005 gilt für die Beschäftigten der neue Tarifvertrag TVöD.

Siehe auch