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Deinhard

Dieser Artikel befasst sich mit der Sekt- und Weinkellerei Deinhard in Koblenz. Für weitere Bedeutungen siehe Deinhard (Begriffsklärung).

Die Deinhard KG ist eine deutsche Sekt- und Weinkellerei mit Sitz in Koblenz. Gegründet wurde das Unternehmen 1794 von Johann Friedrich Deinhard und gehört heute zum Konzern von Henkell & Söhnlein.

Geschichte

Am 1. Mai 1794 legte Johann Friedrich Deinhard (* 13. September 1772 in Wollenberg; † 1827) mit Eröffnung eines Weinhandelsgeschäfts in Koblenz den Grundstein. Nur wenige Monate später marschierten französische Truppen in das Rheinland ein. Deinhard gelang es, sein Geschäft weiterzuführen und 1811 einen ersten Herbstbericht über Qualität und Quantität der Weinlese zu publizieren. Seit 1825 exportierte Deinhard Wein nach England und gründete 1835 in London eine erste Auslandsniederlassung.

Ein erstes Werk zur Herstellung von Schaumwein wurde 1843 errichtet. In Frankreich erfand bereits im Jahre 1700 der Mönch Dom Pérignon die Herstellung von Schaumwein, allerdings mit stark schwankender Qualität. Deinhard perfektionierte das Verfahren und erreichte eine Produktion in hoher Qualität. In England erlangte der Schaumwein unter dem Namen „Sparkling Mosel“ hohe Absatzzahlen, ja er wurde von hier sogar bis in den Fernen Osten exportiert.

Der Sekt aus Koblenz war im 19. Jahrhundert bei wohlhabenden Bürgern und dem Hochadel sehr beliebt. Auch außerhalb Deutschlands nahm die Nachfrage stetig zu und Deinhard war einer der führenden Sekt-Exporteure im Rheinland. Im Jahre 1892 führte Deinhard als erste deutsche Sektkellerei das Degorgierverfahren für die Sektherstellung ein. Erfunden wurde das Verfahren von dem Engländer Walford und ermöglichte eine Produktion des Sekts in großer Stückzahl bei gleich bleibend hoher Qualität. Auf der Weltausstellung 1900 in Paris erhielt die Firma Deinhard den Grand Prix. Ebenfalls im Jahr 1900 kaufte man Teile des Bernkasteler Doctor für 100 Goldsmark pro Stock.

Mit Ende des Ersten Weltkriegs gingen für Deinhard fast alle Auslandsniederlassungen verloren. Erst ab 1924 ging es wieder aufwärts. Die Machthaber im Dritten Reich sahen die internationalen Handelsbeziehungen mit Argwohn und ließen die Geschäftsführer verhaftet. Das Unternehmen musste seine Exporte einschränken und nach England und den USA sogar komplett einstellen. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Werksanlagen in Koblenz fast komplett zerstört. Die Produktion konnte erst wieder 1948 aufgenommen werden.

In den 1960ern wurden wegen der großen Nachfrage neue Produktionsstätten in Koblenz-Wallersheim gebaut. Im Stammhaus in der Koblenzer Innenstadt neben dem Theater richtete Deinhard 1969 ein Kellermuseum ein. Die Firma ist heute im Besitz von Henkell & Söhnlein (Oetker-Gruppe).

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