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Amazonasbecken

Als Amazonasbecken wird die riesige von tropischen Regenwäldern bedeckte Tiefebene im nördlichen Teil Südamerikas bezeichnet. Die Gegend hat ihren Namen von dem das Becken von West nach Ost durchquerenden Fluss Amazonas.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Das Amazonasbecken umfasst Gebiete in Brasilien, Französisch-Guayana, Suriname, Guyana, Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru und Bolivien. Es ist mit ca. 2 Millionen km², was etwa 1,33 % der gesamten Landfläche der Erde entspricht, das größte zusammenhängende Landschaftsgebiet und damit auch der größte zusammenhängende Wald unseres Planeten. (* je nach Definition/Literatur 6,1 Mio/km² - rd. 7 Mio/km²)

Das Gebiet bezeichnet die Landschaft, die durch das riesige Flusssystem des Amazonas geprägt ist und umfasst damit auch die über 1000 „größeren“ Nebenflüsse desselben. Der größte Teil des Amazonasbeckens (rund zwei Drittel der Fläche) gehört zu Brasilien. Dabei ist nicht nur der Amazonas ein mächtiger Fluss, sondern auch viele seiner Nebenflüsse. Zehn davon gehören ihrerseits zu den fünfundzwanzig wasserreichsten Flüssen der Erde, darunter sogar ein Nebenfluss eines Nebenflusses, nämlich der Rio Branco. Im Amazonasbecken finden sich zahlreiche Naturschutzgebiete, darunter das größte Perus, das zugleich das zweitgrößte des Amazonasbeckens ist, Pacaya-Samiria.

Flusssystem

Es wird geschätzt, dass im Amazonasbecken rund ein Fünftel allen Süßwassers der Erde fließt. Dabei hat das Becken ein derart geringes Gefälle, dass die Flüsse meist nur eine sehr geringe Fließgeschwindigkeit aufweisen. Für den Amazonas gilt, dass das Gefälle rund fünf Zentimeter pro Kilometer beträgt. Je nach Jahreszeit werden weniger als 100.000 oder sogar über 200.000 m³ Wasser pro Sekunde dem Atlantischen Ozean zugeführt. Die großen Nebenflüsse des Amazonas kann man an ihren Farben unterscheiden. Der Rio Negro gibt seine Farbe schwarz (Schwarzwasser) bereits im Namen an. Der Rio Madeira gilt als gelb-roter Fluss, der Rio Tapajos und der Rio Xingu haben klares Wasser (Klarwasser), das aus der Entfernung und aus dem Flugzeug blaugrün erscheint. Allgemein gilt, dass die dunklen Flüsse (Schwarzwasserflüsse) eher aus dem Norden (also linksseitig), die hellen (Schlamm- oder Weißwasser) eher aus dem Süden (also rechtsseitig) zufließen. Der Grund liegt in der Bodenbeschaffenheit und damit der Erosion der durchflossenen Regionen bzw. der Quellengebiete.

Klima

Zwei Drittel von Amazonien liegen in Brasilien. Das Klima Brasiliens ist tropisch bis subtropisch mit geringen jahreszeitlichen Temperaturschwankungen. Im warm-feuchten Amazonien kommt es fast täglich zu reichhaltigen Niederschlägen. Diese meist heftigen Regenfälle bringen auch zusätzlich Nährstoffe mit sich. Sie sind im Staub enthalten, der oft in tausenden Kilometer Entfernung (z.B. der Sahara) aufgewirbelt und dann mit dem Wind nach Amazonien getragen wurde. Dort wird er von den riesigen tropischen Gewittern angesaugt und gelangt mit dem Regen wieder zur Erde. Die im Staub enthaltenen Nährstoffe werden dann in den Nährstoffkreislauf des Regenwaldes eingebaut. Die Temperaturen liegen bei 40-50°C.

Flora und Fauna

Die Regenwälder Amazoniens dehnten sich im Jahr 2007 noch auf einer Fläche von rund 110 Mio. Hektar aus. Davon standen rund 22 Mio. Hektar (20 Prozent) unter staatlichem Schutz, rund 23 Mio. Hektar (21 Prozent) waren als indigenes Siedlungsgebiet ausgewiesen, rund 26,5 Mio. Hektar (24 Prozent) waren – mit teilweise zweifelhaften Eigentumsnachweisen – in Privatbesitz, und 38,5 Mio. Hektar (35 Prozent) waren „frei zugänglich“, das heißt ohne offiziellem Flächennutzungsplan.[1]

Flora

Die Vegetation in Amazonien ist sehr heterogen. Eine grobe Unterteilung der meistverbreiteten Vegetationsformen umfasst: Dichte Wälder, offene Wälder mit Palmen, Lianenwälder, Trockenwälder, Bergwälder (vor allem am Andenabhang), Überschwemmungswälder (Várzea), Sumpfwälder (Igapó). Hinzu kommen lokale Formationen wie Mangrovenwälder, waldfreie Savannen (campos naturais), Caatinga, etc.

Terra preta ist eine fruchtbare Schwarzerde, die in der Nähe des Amazonas und seiner Nebenflüsse verbreitet ist.

Fauna

Die Amazonasregion zeichnet sich unter anderem durch ihre große Biodiversität aus. Die Anzahl der tatsächlich in der Amazonasregion vorkommenden Spezies ist schwer zu schätzen, da erst ein Bruchteil von ihnen entdeckt und beschrieben wurde. Es wird von einer Zahl zwischen fünf und zehn Millionen Arten ausgegangen. Von diesen wurden bislang etwa 1,4 Millionen beschrieben, darunter 750.000 Insektenarten, 40.000 Wirbeltiere, 250.000 Pflanzen und 360.000 Mikrobiota. Man geht davon aus, dass in der Region etwa ein Viertel der lebenden Tier- und Pflanzenarten ihr Habitat haben. Die Fischfauna wird auf 2.000 Arten geschätzt, mehr als in allen anderen Flüssen der Welt zusammen.

Bevölkerung

In der Amazonasregion leben etwa 22 Millionen Menschen. Davon gehören circa eine Million einem der vielfältigen indigenen Völker in der Region an. Im brasilianischen Teil der Amazonasregion werden 150 verschiedene indigene Völker unterschieden. Weitere wichtige Bevölkerungsgruppen sind traditionelle Uferbewohner (Ribeirinhos), die zum Teil während des Kautschukbooms in die Region kamen und vom Kautschukzapfen lebten. Später kamen Siedler (colonos) hinzu, die im Rahmen von staatlichen Ansiedlungsmaßnahmen zur Erschließung der Region Grundstücke zum Ackerbau zugewiesen bekamen. Zwischen den Farmern und Viehzüchtern einerseits, welche durch großflächige Rodungen die Kautschukwälder gefährden, und der Seringueiro-Bewegung andererseits, welche auf diese Wälder als Lebensgrundlage angewiesen ist, entstanden in der Folge große Spannungen. Weitere Menschen kamen im Rahmen von Industrie und Handel in die Region, insbesondere in Manaus durch die Einrichtung einer Freihandelszone.

Politik

Die Anrainerstaaten des Amazonasbeckens haben 1978 ein Abkommen zur Zusammenarbeit in der Amazonasregion (Tratado de Cooperación Amazonica, TCA) verabschiedet. Aus dieser ging im Jahr 2003 die Organisation des Amazonaspaktes (OTCA) mit Sitz in Brasília hervor.

Wichtige Städte

Wichtige Städte in der Amazonasregion sind:

Einzelnachweise

  1. Nature 452, 2008, S. 134 f.