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Ernst August Prinz von Hannover

Ernst August (V.) Albert Paul Otto Rupprecht Oskar Berthold Friedrich-Ferdinand Christian-Ludwig Prinz von Hannover Herzog zu Braunschweig und Lüneburg (* 26. Februar 1954 in Hannover) aus dem Geschlecht der Welfen ist das derzeitige Oberhaupt des ehemals kurfürstlichen, zuletzt (bis 1866) königlichen, Hauses Hannover und des ehemals herzoglichen Hauses von Braunschweig.

Inhaltsverzeichnis

Familie

Seine Eltern sind Ernst August IV. Prinz von Hannover Herzog zu Braunschweig und Lüneburg und Ortrud zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg. Er ist ein Urenkel des Deutschen Kaisers Wilhelm II. und der älteste lebende Nachkomme König Georgs III. von Großbritannien und Irland in männlicher Linie. Er führt den Titel Königlicher Prinz von Großbritannien und Irland, der seinen Vorfahren 1914 vom britischen König verliehen, 1917 aber wieder aberkannt worden war.

Ernst August ließ sich in Großbritannien und Kanada zum Landwirt ausbilden und machte sich auch als Hersteller von Dokumentarfilmen einen Namen.

1981 heiratete er die Schweizerin Chantal Hochuli (* 2. Juni 1955 in Zürich), mit der er zwei Söhne hat: Ernst August VI. (* 19. Juli 1983 in Hildesheim, Eigentümer von Schloss Marienburg) und Christian Heinrich (* 1. Juni 1985 ebenda). Die Ehe wurde 1997 geschieden aufgrund von Ehebruch mit einer nicht genannten Frau. [1]

Seit dem 23. Januar 1999 ist er mit Prinzessin Caroline von Monaco aus dem Hause Grimaldi verheiratet und hat mit ihr eine Tochter, Alexandra Charlotte, die am 20. Juli 1999 in Vöcklabruck (Oberösterreich) geboren wurde.

Öffentliches Leben

Ernst August ist mehrfach mit gewalttätigen oder beleidigenden Ausbrüchen in die Medien geraten.

Im Januar 1998 prügelte er vor Gut Calenberg mit seinem Regenschirm auf einen Kameramann ein und wurde von diesem gefilmt, was bundesweit für Schlagzeilen sorgte und ihm den Spitznamen "Prügelprinz" einbrachte. Das Landgericht Hannover verurteilte ihn, an den Kameramann 15.000 Mark Schmerzensgeld zu zahlen. Ein Strafverfahren wegen Körperverletzung wurde gegen Zahlung von 90.000 Mark eingestellt.[2]

Im Jahr 1999 gab er am Rande der Salzburger Festspiele einer "Bunte"-Fotografin einen Tritt, wodurch diese einen Bluterguss bekam. In erster Instanz wurde er deshalb im Dezember 2001 vom Amtsgericht Springe zu acht Monaten Bewährungsstrafe und 500.000 Mark Geldbuße verurteilt; in zweiter Instanz vor dem Landgericht Hannover wurde das Verfahren im Hinblick auf die schwerer wiegenden Kenia-Vorwürfe (s.u.) eingestellt. [3] [4]

Auffällig wurde er auch bei der Weltausstellung 2000 in Hannover, als er am türkischen Pavillon urinierte und dabei von einem Paparazzo fotografiert wurde, was ihm zeitweise von der Boulevardpresse den Beinamen "Pinkelprinz" einbrachte. Die vor allem von der "Bild" geführte "Pinkelprinz"-Kampagne führte zudem zu einem weiteren Ausraster des Prinzen, als dieser die Leiterin der "Bild"-Redaktion Hannover am Telefon mehrmals massiv beschimpfte und sie darauf hinwies, dass er nur "mit Arschlöchern wie Journalisten" so reden würde und dass die Dame ja selbst am besten wüsste, "was ihre Scheißzeitung macht". Diese Anrufe wurden dann in der Bild abgedruckt und die Zeitung erstattete Anzeige gegen den Prinzen.

Im Juni 2003 wurde Ernst August auf einer französischen Autobahn mit 211 km/h erwischt und deshalb in Frankreich zu einem Monat Fahrverbot und 728 Euro Strafe verurteilt. [5] Seine Klage gegen die Veröffentlichung in deutschen Zeitungen scheiterte zuletzt vor dem Bundesverfassungsgericht. [6]

Seit 2004 ist Ernst August wegen gefährlicher Körperverletzung vorbestraft, weil er im Januar 2000 einen deutschen Hotelier in Kenia krankenhausreif geprügelt hatte und deshalb zu einer Geldstrafe von 445.000 Euro verurteilt wurde. Er strebte ein Wiederaufnahmeverfahren an, [7][8] welches im März 2007 vom Landgericht Hildesheim in erster Instanz abgelehnt wurde. [9]

Durch die Heirat mit einer Prinzessin katholischer Religionszugehörigkeit ist er von der britischen Thronfolge ausgeschlossen. Dies gilt nicht für seine Nachkommen.

Die Punk-Band Terrorgruppe widmete ihm das Lied "Ernst August", in welchem er als "[...] Sid Vicious der Aristokratie[...]" bezeichnet wird und (satirisch) für sein gewalttätiges Verhalten gelobt wird. [10] Die Oi!-Punk-Band Pöbel & Gesocks widmete ihm das Lied "Adel verpflichtet" ,in dem er als der "Punk im deutschen Adel" bezeichnet wird.

Die Zigarettenmarke «Lucky Strike» veröffentlichte ohne Erlaubnis des Prinzen im März 2000 eine Werbeanzeige mit einer eingedrückten Zigarettenschachtel und dem Text «War das Ernst? Oder August?». Eine deswegen von Ernst August angestrengte Klage wurde im Juni 2008 vom Bundesgerichtshof abgewiesen. [11]

Siehe auch

Quellen

  1. Klage des Prinzen Ernst August von Hannover auf Unterlassung der Veröffentlichung des Grundes seiner Ehescheidung abgewiesen, BGH Entscheidung vom 26.6.1999 - VI ZR 264/98
  2. Ernst August muss Reparaturkosten für beschädigte Kameras zahlen, AFP, 04. Oktober 2001
  3. Prinz Ernst August zu Geldstrafe verurteilt, Die Welt, 26. November 2004
  4. Ernst August von Hannover muss erneut vor Gericht, AFP, 14. Dezember 2001
  5. Prinz Ernst August von Hannover verliert Prozesse gegen Zeitungen, openpr.de, 14. September 2004
  6. BVerfG, AZ: 1 BvR 565/06
  7. Ernst August von Hannover gilt künftig als vorbestraft, AFP, 24. Juni 2005
  8. Verurteilung wegen Körperverletzung, rp-online.de, 23. Juni 2005
  9. Prinz Ernst August von Hannover bleibt vorbestraft, AFP, 21. März 2007
  10. Lyrics des Liedes "Ernst August"
  11. Bundesgerichtshof: Namensnennung von Prominenten in der Werbung, Az.: I ZR 223/05, vom 5. Juni 2008


Personendaten
Hannover, Ernst August Prinz von
Ernst August Prinz von Hannover, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg
Oberhaupt des Hauses der Welfen
26. Februar 1954
Hannover