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Ronsdorf

Ronsdorf (9)
Stadtbezirk von Wuppertal

Koordinaten 51° 13′ 32″ N, 7° 12′ 0″ OKoordinaten: 51° 13′ 32″ N, 7° 12′ 0″ O
Höhe 225–331 m ü. NHN
Fläche 16,1 km²
Einwohner 21.776 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte 1357 Einwohner/km²
Ausländeranteil 5,4 %
Vorwahl 0202
Politik
Sitzverteilung (Bezirksvertretung)
CDU SPD Grüne FDP PDS WfW
6 4 2 1 0 2
Verkehrsanbindung
Autobahn
Bundesbahn RB 47
Quelle: Wuppertaler Statistik - Raumbezogene Daten

Ronsdorf ist ein Stadtteil und Stadtbezirk von Wuppertal mit rund 22.500 Einwohnern.

Bis zum Jahre 1929 war Ronsdorf eine selbständige Stadt im zeitgleich aufgelösten Landkreis Lennep. Zu Ronsdorf gehören auch die Honschaft Heidt sowie Erbschlö, Holthausen, Blombach und die an der Landesstraße 58 (ehemals Bundesstraße 51) gelegene Ortschaft Linde (mit Marscheid, Groß- und Kleinsporkert und Kleinbeek).

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Gliederung im Bezirk

Der Stadtbezirk Ronsdorf wird in sechs sogenannte „Quartiere“ aufgeteilt, die überwiegend keinem historischen Ursprung entsprechen, sondern in erster Linie statistischen Erhebungen dienen.

Es handelt sich hierbei um die Quartiere:

Rehsiepen

Das Wohngebiet „Im Rehsiepen“ liegt im Osten des Stadtteils, nahe dem Bahnhof Ronsdorf und an der Grenze zu Remscheid-Lüttringhausen. Das Stadtquartier hat 2.135 Einwohner, die auf einer Fläche von 0,97 km² leben (Stand 31. Dezember 2005). Sowohl Mehr- und Einfamilienhäuser als auch meist 3- bis 4-geschossige Häuserzeilen und Hochhäuser sind vorhanden. Im Rehsiepen gibt es – abgesehen von Bolz- und Spielplätzen – nur wenige Freizeitmöglichkeiten. Im Zentrum der Siedlung existiert als einzige Einkaufsmöglichkeit ein Drogeriemarkt; der großzügige Bürgersteig davor wird als sozialer Treffpunkt genutzt. Dieses Wohngebiet wurde in den 1970er Jahren erbaut und mit viel Grün (viele Wiesen, Bäume, kleinere Parks) ausgestattet.

Erbschlö-Linde

Erbschlö-Linde ist ein eher ländlich geprägtes Stadtquartier der Stadt Wuppertal, das im Nordosten des Bezirks Ronsdorf liegt. Es gliedert sich in zwei Ortschaften:

Kleinsporkert ist eine zu Wuppertal-Ronsdorf gehörende Hofschaft mit 52 Einwohnern. Die Ortschaft liegt östlich des Straßendorfes Linde und westlich des Marscheider Bachs auf einer Höhe von etwa 265 Metern über NN. In unmittelbarer Nähe verläuft die A 1 mit der Ausfahrt Wuppertal-Ronsdorf/Lüttringhausen sowie die Landesstraße L 58. Kleinsporkert ist zwar ländlich geprägt, die Landwirtschaft spielt aber fast keine Rolle mehr.

Geschichte

Anders als bisher angenommen, wurde Ronsdorf erstmals urkundlich im Jahre 1494 durch die Nennung eines „Johann von Ronsdorp“ verlässlich erwähnt. Das bereits 1245 in den Kölner Schreinsbüchern genannte „Rumsdorp“ bezieht sich hingegen wahrscheinlich auf eine andere Siedlung, etwa auf Rondorf, heute Stadtteil von Köln.

Der damalige Hof gehörte bis zur Gründung der Stadt Ronsdorf zur Honschaft Erbschlö, die wiederum seit dem 12./13. Jahrhundert im Kirchspiel Lüttringhausen lag.

Eigentliche Stadtgründer war der aus Elberfeld zugezogene Fabrikant, Kaufmann und erste Kirchmeister der neuen Evangelisch-reformierten Gemeinde,Elias Eller, der im Jahre 1690 auf einem Hof „Ronsdorf“ geboren wurde und dann in Elberfeld arbeitete. Nach dem Tod seiner ersten Frau Catharina Bolckhaus bildete sich um ihn und seine zweite Frau Anna vom Büchel innerhalb der Evangelisch-reformierten Gemeinde Elberfeld ein frommer Zirkel, der dem radikalen Pietismus zuzurechnen ist. Er wurde von Daniel Schleyermacher, einem der Pfarrer der Gemeinde, unterstützt. Entsprechung der Führungsrolle Ellers wurde dieser Kreis „Ellerianer“ genannt. Eller warb vor allem unter seinen Verwandten um Ansiedlung in Ronsdorf, wo er ein großes väterliches Erbe besaß. So setzte seit 1737 aus Elberfeld, aber auch aus dem bergischen Umland ein Zuzug nach Ronsdorf ein.

1741 genehmigte der damalige Düsseldorfer Landesherr, Kurfürst und Herzog Karl Philipp von der Pfalz, die Gründung einer eigenen Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde. Die Wahl des ersten Pfarrers fiel auf Schleyermacher. Eller stiftete auch das Grundstück für den Bau eines Kirchhauses, das ein Jahr später, am 5. September 1742, eingeweiht werden konnte. Dank Ellers guter Beziehungen zum preußischen Hof - König Friedrich II. hatte ihn zum preußischen Residenten und "Vorsteher aller Protestanten" im Herzogtum Jülich-Berg ernannt - bekam Ronsdorf schon 1745 die Stadtrechte vom neuen LandesherrnKurfürst Karl Theodor verliehen. Der Kurfürst besuchte kurz darauf auch die junge Stadt. Daran erinnert noch heute die Kurfürstenstraße. Eller wurde 1747 zum ersten Bürgermeister gewählt. Er sah die Siedlung Ronsdorf als das „Neue Zion“ an.

Eller starb im Jahre 1750. Er trat auch als Wirtschaftspionier hervor, dem die Einführung des Textilgewerbes zu danken war. Neben der Textilindustrie, insbesondere der Bandwirkerei, war das schon im Mittelalter entstandene eisenverarbeitende Gewerbe der wichtigste Wirtschaftszweig in Ronsdorf. Noch heute gibt es einige bedeutende Zulieferer der Automobilindustrie.

Im Jahre 1816 ging Ronsdorf dann mit dem Übergang an Preußen an den Landkreis Lennep. Am 29. Juli 1929 wurde Ronsdorf in die seinerzeit neugegründete Stadt Wuppertal eingemeindet (zusammen mit Barmen, Beyenburg, Cronenberg, Elberfeld und Vohwinkel). In der Nacht vom 29. zum 30. Mai 1943 wurde Ronsdorf durch einen alliierten Luftangriff zerstört. Dieser Luftangriff sollte eigentlich die Stadtteile Vohwinkel und Elberfeld treffen, aufgrund eines deutschen Abwehrmanövers wurden die britischen Bomber jedoch von ihrem geplanten Kurs abgelenkt und verwechselten Ronsdorf mit Vohwinkel.

Einwohnerentwicklung

Quelle: Stadtverwaltung Wuppertal (ab 1999)

Politik

Bezirksvorsteher

Wappen

Das Wappen zeigt den Bergischen Löwen auf weißem Grund, mit dem Gesicht nach (heraldisch) links. In der Pfote hält er ein Emblem mit den Worten „Der Herr mit uns“. Die ungewöhnliche Blickrichtung des Bergischen Löwen soll auf die Tatsache zurückgehen, dass Ronsdorf die Stadtrechte 1745 durch Fürsprache des preußischen Königs erhielt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Plätze, Parks und Waldgebiete

Sport

Das Ronsdorfer Stadtbad ist ein eher zweckmäßiger Bau der 70er Jahre mit einem 25 x 10 Meter großen kombinierten Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken sowie Sprungbrett.

Der TSV 05 Ronsdorf besitzt einen Kunstrasenplatz auf seiner vereinseigenen Sportanlage, der Waldkampfbahn. Seit 2004 erhielt der TSV 05 Ronsdorf organisierte Unterstützung von den Supporters-Ronsdorf, die sich aber zu Beginn der Saison 2007/08 auf Grund von Differenzen innerhalb der Supporters Ronsdorf auflösten.

Des Weiteren gibt es 5 Turnhallen; die Anlage an der Erich-Fried-Gesamtschule mit drei abtrennbaren Einzelspielfeldern kann bei Veranstaltungen als Großsportfläche genutzt werden.

Das sportliche Vereinsleben wird geprägt durch eine Vielzahl von Ronsdorfer Sportvereinen wie z.B.:

Musik

Das von Kalle Waldinger 1985 gegründete Ronsdorfer Rockprojekt fördert Bands und Einzelkünstler in Wuppertal und Umgebung und richtet alljährlich das Schüler-Rock-Festival aus.

Regelmäßige Veranstaltungen

Alle zwei Jahre (in ungeraden Jahren) findet der Ronsdorfer Liefersack statt, ein Volksfest in der Innenstadt, das von örtlichen Vereinen und Institutionen organisiert und durchgeführt wird und dessen Erlös hauptsächlich gemeinnützigen Zwecken zu Gute kommt.

In den geraden Jahren findet in der Innenstadt „das Ronsdorfer Bürgerfest“ statt, ein Volksfest mit Kirmescharakter.

Die Verbraucherausstellung (Handel, Handwerk und Dienstleister präsentieren ihre Leistungen) findet seit 1999 alle zwei Jahre in der Erich-Fried-Gesamtschule statt.

Kulinarische Spezialitäten

Spezielle Ronsdorfer Gerichte gibt es nicht, aber es gibt auch hier wie überall im Bergischen Land regionaltypische Gerichte wie z.B.:

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Ronsdorf beherbergt heute noch einige bedeutende Industriebetriebe wie z.B. Delphi und Brose Fahrzeugteile GmbH als Zulieferer der Automobilindustrie sowie den Kabelhersteller Draka oder die Textilfirma Gebrüder Jaeger GmbH.

Verkehr

Straße

Ronsdorf besitzt eine Autobahnauffahrt (Wuppertal-Ronsdorf (Nr. 94)) an der A1. Durch den Ortsteil Linde führt die Landesstraße 58 (ehemals Bundesstraße 51), die die Autobahnauffahrt Wuppertal-Ronsdorf anbindet. Am nördlichen Rand von Ronsdorf verläuft die Landesstraße 419 als Autobahnzubringer, die den Lichtscheid mit der L 58 verbindet und über die Blombachtalbrücke führt.

Schiene

Der etwas außerhalb nahe der Wohnsiedlung Rehsiepen gelegene Bahnhof Ronsdorf wird im 20 Minuten-Takt von Regionalbahnen der Linie RB 47 angefahren. Die Züge verkehren von hier aus über die Bahnstrecke Wuppertal–Opladen/Solingen zu den Solinger und Wuppertaler Hauptbahnhöfen, wo Anschluss an das IC- bzw. ICE-Netz der DB besteht.

Die Ronsdorf-Müngstener Eisenbahn sowie die aus ihr hervorgegangenen Straßenbahnverbindungen nach Elberfeld und Barmen sind schon seit Jahrzehnten stillgelegt und abgebaut.

Busverkehr

Die Schnellbuslinien CE61 und CE62 verbinden Ronsdorf auf direktem Wege mit den Zentren von Barmen und Elberfeld. Die Stadtbuslinien 620, 630, 640 und 670 verbinden die Randgebiete mit dem Ronsdorfer Zentrum und weiter mit Elberfeld, Hahnerberg, Barmen und Remscheid. Die Quartierbuslinie 650 verkehrt lediglich innerhalb von Ronsdorf. Seit dem 16. Oktober 2006 können mit einem Bürgerbus bisher nicht direkt angeschlossene Wohngebiete wie z.B. die Linde erreicht werden.

Medien

In Ronsdorf erscheinen zwei Wochenzeitungen, die "Ronsdorfer Wochenschau" und das "Sonntagsblatt regional", welches in einer Auflage von 23.500 Stück kostenlos im Großraum Ronsdorf/RS-Lüttringhausen verteilt wird.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter des Stadtbezirkes

Siehe die ausführliche Liste Söhne und Töchter der Stadt Wuppertal