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Pornografie im Internet

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Pornografie findet durch das moderne Kommunikationsmedium Internet weite Verbreitung.

Das Internet ist durch Anonymität im Internet, Verfügbarkeit und zum Teil auch (vermeintlich) kostenlose Angebote zur Hauptverbreitungsart der Pornografie geworden. Die Internet-Pornografie befindet sich in einer rechtlichen Grauzone, da der Jugendschutz nicht gewährleistet werden kann, und teilweise auch verbotene Inhalte verbreitet werden. Die strafrechtliche Verfolgung stößt auf praktische Probleme. Hauptsächlich wird sie über Internet Tauschbörsen und das World Wide Web (WWW) verbreitet, wo so genannte „Pornoseiten“ einen großen Anteil an der Gesamtzahl der Websites ausmachen. Diese Tatsachen haben den Ruf des Internets entscheidend negativ geprägt.

Inhaltsverzeichnis

Websites mit Pornografie

Pornografie insgesamt wird in Form von pornografischen Schriften, Bildern, Tonträgern, Filmen und Videos am stärksten über pornografische Websites verbreitet. Das ist in Deutschland aufgrund der Jugendschutzbestimmungen § 184 Abs. 1 Nr. 1 & 2 StGB und § 4 JMStV unzulässig. Ausnahmsweise ist die öffentliche Zugänglichmachung im Rahmen geschlossener Benutzergruppen, bei denen sichergestellt ist, dass die Teilnehmer nicht unter 18 Jahren alt sind, erlaubt. Zu diesem Zweck verlangen manche Betreiber dieser Websites die Eingabe einer Kreditkarten- oder Personalausweisnummer, um das Alter zu verifizieren. Eine solche Zugangsbeschränkung wird jedoch von der Rechtsprechung nicht als wirksam eingestuft, vielmehr sind effektive Maßnahmen wie das Postident-Verfahren erforderlich.[1]

Viele Websites decken auch spezielle sexuelle Vorlieben ab („Fetisch-Seiten“). Strafrechtlich zu verfolgen sind sowohl die Anbieter als auch Abrufer von Kinderpornografie. Da auch diese Art der Pornografie aber einen gewissen Teil der Internet-Pornografie ausmacht – wenn auch einen wesentlich geringeren, als nach manchen Medienberichten zu vermuten wäre –, versuchen Politiker und Aktivisten durch Zensur die Verbreitung von Pornografie im Internet einzuschränken. Praktisch ist den Betreibern dieser Websites nur schwer beizukommen, da die Webserver, die diese Seiten im WWW verfügbar machen, sich oft im Ausland befinden, und die Kommunikation mit den ausländischen Behörden schwierig und die Rechtslage im Ausland oft anders ist. Kinderpornografie ist inzwischen jedoch fast weltweit unter schwere Strafen gestellt, sodass sie im Internet kaum noch kommerziell angeboten wird; stattdessen wird sie meist unentgeltlich und „unter der Hand“ getauscht, z. B. in IRC-Channels und anderen geschlossenen Chatrooms.

Texte

Das Internet hat zur starken Verbreitung kostenloser pornografischer Texte von Hobby-Autoren beigetragen. In Diskussionsforen, etwa im Usenet, stellen Autoren, meist unter Pseudonym, anderen Interessenten ihre Werke vor. In der Regel gestatten sie die nichtkommerzielle Weiterverbreitung des unveränderten Textes mit Autorenangabe.

Es gibt Projekte, die anfingen, die so veröffentlichten Texte zu sammeln. Später entstanden daraus große Internet-Gemeinschaften für pornografische Texte, bei denen Autoren dann auch direkt veröffentlichen konnten.

Codes bei pornografischen Texten.

Um dem Leser die Möglichkeit zu geben, sich schnell einen Überblick zu verschaffen, ob ein vorliegender pornografischer Text seinem Geschmack entspricht, wurden in den entsprechenden Foren im Internet so genannte story codes (engl. für „Geschichts-Kodes“) eingeführt. Diese Codes sind englischsprachige Abkürzungen. Sie werden im Abschnitt nach dem Titel aufgeführt und umreißen die beteiligten Personen und sexuellen Handlungen. Es gibt einen weit ausgearbeiteten Standard an Codes. Besonders bei Texten, die umstrittene sexuelle Praktiken beinhalten, werden diese Codes als Warnhinweise von Autoren ernst genommen, und seine Leser nicht richtig zu warnen, wird allgemein als grob unfreundlich empfunden.

AVS

Anbieter, die kein Adult Verification System (AVS) verwenden, machen sich dabei nach deutschem Recht strafbar. Öffentliche Sammlungen, die harte Pornografie enthalten, sind auch mit AVS strafbar.

Bezahlung und Betrug

Viele Porno-Websites sind kostenpflichtig. Zur Abrechnung wird in der Regel die Kreditkarte bevorzugt. Meist wird monatlich bis zur Kündigung der Nutzung ein fester Betrag abgebucht, der üblicherweise zwischen ca. 10 und ca. 50 Euro liegt. Auf deutschsprachigen Pornoseiten waren bis vor einigen Jahren Dialer am weitesten verbreitet, die nach Minuten abgerechnet wurden und bis zu knapp 4 Euro pro Minute kosteten. Mit solchen Dialern wurde oft Missbrauch seitens der Dienstleister am Kunden betrieben: Dialer wurden automatisch installiert und/oder die Kosten verheimlicht. Vor allem im Internet unerfahrene Anwender konnten dann in eine Kostenfalle tappen, ohne dass sie überhaupt den Dienst nutzen wollten, oder zumindest ohne dass sie über die sehr hohen Kosten informiert waren. Durch strikte Regulierung in vielen europäischen Ländern (u.a. Schweiz) sowie die inzwischen starke Verbreitung von DSL-Leitungen, welche keine Wählverbindungen mehr verwenden, wurde die Verbreitung von Dialern jedoch praktisch auf Null reduziert.

Neben der Abrechnung über Kreditkarte nimmt die Abrechnung über sogenannte Micropayment-Systeme wie T-Pay, ClickandBuy in den letzten Jahren stark zu. Auch das ELV (Elektronische Lastschrift) findet weite Verbreitung. Häufig sind die Bezahlarten auch in Micropayment-Systeme integriert. Andere Bezahlvarianten wie Guthabenkarten sowie mobile Bezahlungsarten via Handy und Premiumsms sind im Bereich Internet-Pornografie weniger verbreitet. Deutschsprachige Anbieter verlangen oft für einige oder alle Bestandteile ihres Angebotes den zusätzlichen Kauf sogenannter „Coins“, die dann Minutenweise oder pro Download oder pro Aufruf verfallen. Bei den nichtdeutschen Anbietern ist dagegen meist mit der monatlichen Gebühr die gesamte Nutzung der Seite abgegolten, es sei den man konsumiert zusätzlich Livecams die im nicht europäischen Raum - vornehmlich USA und Kanada - nicht zum Standard zählen und ebenfalls mit bis zu 5 Euro pro Minute über Coins abgerechnet werden. Nur die eigenen Gebühren des Internet-Providers des Nutzers kommen natürlich noch hinzu. Die Wahlmöglichkeit zwischen pauschaler Abrechnung (Flatrate) und Einzelangeboten (Pay-per-View) bieten gegenwärtig nur sehr wenige Anbieter, wie z.B. der Anbieter der Webseite Pornorent.com.

Pornografie in Tauschbörsen und auf Filehostern

Tauschbörsen erlauben nicht nur die Verbreitung von Musik, durch die sie große Medienberühmtheit erlangt haben, sondern verbreiten auch andere Dateien mit Inhalten jeglicher Art. Dies führte dazu, dass sich auch hier große Bestände an Pornografie abrufen lassen, gerade auch solche Arten von Pornografie, die nicht legal gegen Geld angeboten werden können. Allerdings findet hier eine stärkere Verfolgung von Straftaten als im WWW statt, da die Ermittler der Kriminalpolizei hier in der Lage sind, Anbieter und Nutzer aus Deutschland über die IP-Adressen zurückzuverfolgen. Um an die IP-Adressen zu gelangen, nehmen sie selbst am Tauschbörsennetzwerk teil, indem sie scheinbar pornografisches Material anbieten oder nutzen wollen. Die dabei technisch benötigten Internetverbindungen zu anderen Teilnehmern des Netzwerkes offenbaren dann deren IP-Adressen.

Eine weitere Quelle für kostenfreie und unter Umständen illegale Pornografie sind Filehoster wie Rapidshare, auf denen mittlerweile ebenfalls große Mengen Pornografie angeboten werden.

Siehe auch

Anmerkungen

  1. Vgl. dazu den Aufsatz „Jugendmedienschutz: Alterskontrollierte geschlossene Benutzergruppen im Internet gem. § 4 Abs. 2 Satz 2 JMStV“ von Martin Döring und Thomas Günter, online abrufbar unter [1] (PDF)